In Mittelitalien ereignete sich ein außergewöhnlich starkes Erdbeben. Mehrere Gemeinden melden Erschütterungen, die Regionalpräsidentin reagiert.
Terni – Ein Erdbeben der Stärke 3,8 hat am späten Samstagabend (20. September) die mittelitalienische Gemeinde Massa Martana getroffen. Trotz der Erschütterungen wurden bislang keine schwerwiegenden Schäden gemeldet.
Die Erde bebte kurz nach 23:00 Uhr Ortszeit und ließ die Bewohner der umbrischen Kleinstadt aufschrecken. Das Epizentrum lag nach Angaben des Italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) nur einen Kilometer von Massa Martana entfernt in einer Tiefe von acht Kilometern. Die Erschütterungen waren so stark, dass zahlreiche Menschen ihre Häuser verließen und die Nacht auf den Straßen verbrachten.
Erdbeben in Italien „war sehr heftig“: Menschen verängstigt auf den Straßen
„Das Beben war sehr heftig und derzeit sind viele Menschen in der Stadt verängstigt auf den Straßen“, berichtete Bürgermeister Francesco Federici am Samstagabend der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Das Erdbeben war auch in der etwa 15 Kilometer entfernten Stadt Todi deutlich zu spüren, wie deren Bürgermeister Antonino Ruggiano bestätigte.
Ähnlich lesen sich auch die Berichte auf der Website des europäisch-mediterranen seismologischen Zentrums (EMSC). Menschen aus der Region schreiben: „Es hat sich ziemlich stark angefühlt, das Haus hat geschwankt“, „Angst einflößende Erfahrung.“
Italien-Region leitet nach Erdbeben Schutzmaßnahmen ein – kleinere Schäden gemeldet
Die Präsidentin der Region Umbrien, Stefania Proietti, steht in engem Kontakt mit den lokalen Behörden und der nationalen Einsatzzentrale. „Bisher wurden keine Schäden gemeldet. Weder die Feuerwehr noch die Einsatzkräfte vor Ort haben uns Probleme signalisiert“, erklärte Proietti gegenüber Ansa. Dennoch wurden umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet und der regionale Zivilschutz aktiviert.
Bürgermeister Federici berichtete von zwei Wohngebäuden mit möglicherweise leichten Strukturschäden. „Eine umfassende Einschätzung der Lage, auch durch die Feuerwehr, wird in den kommenden Stunden vorgenommen“, fügte er hinzu. In der Nacht wurden bereits erste Inspektionen in drei Gemeinden durchgeführt, um mögliche Schäden zu erfassen.
Das Erdbeben in der historischen Region Umbrien weckt bei vielen Menschen in Italien schmerzhafte Erinnerungen an vergangene seismische Ereignisse in Mittelitalien. Die Region liegt, wie die am Supervulkan im Süden, in einer seismisch aktiven Zone, in der immer wieder Erdbeben auftreten. 2016 war Mittelitalien von einer schweren Erdbebenserie mit Erschütterungen bis zu einer Magnitude von 6,4 getroffen worden. (moe)