In der Tölzer Geschäftswelt ist wieder einiges in Bewegung. Neueröffnungen, Umzüge und Schließungen prägen das Bild.
Bad Tölz – Neugierig blieben viele Leute an der Baustelle stehen, als die ersten Schilder auf die Eröffnung von „Smoking & Caffé“ an der oberen Marktstraße hinwiesen. „Nein, bei uns darf man nicht rauchen“, erklärt Ebru Jalili Bal lachend, was die Menschen auf den ersten Blick oft dachten. „Wir verkaufen Rauchutensilien und sind gleichzeitig ein Stehcafé mit Snacks.“ Demnächst soll der Betrieb richtig starten. Zum „Smoking & Caffé“ gehört auch die Apotheke nebenan. „Das Konzept haben wir aus München mitgenommen“, verrät die Tegernseerin. Die Idee dahinter ist, dass man während der Wartezeit in der Apotheke einen Kaffee trinken kann. Noch wird allerdings ein Betreiber für die Apotheke gesucht.
Frittierte Backwaren statt Bubble Tea
Ebenfalls neu in der kulinarischen Welt ist „Lokmas und Churros“ in der Hindenburgstraße. Wo vorher „Bubble Tea“ verkauft wurde, gibt es jetzt frittierte Backwaren mit verschiedenen Toppings. „Wir sind auf die Idee gekommen, weil wir in München und Augsburg gerne diese Leckereien eingekauft haben“, verrät die Betreiberin. Allerdings fand sie es in den großen Städten „übertrieben teuer“. Weil sie ihr Angebot an Kinder und Jugendliche aus Tölz richten möchte, habe sie die Preise entsprechend gestaltet. Churros sind spanischen, Lokmas arabischen Ursprungs. Demnächst wird es wahrscheinlich auch Kaiserschmarrn geben.
„Verkorkst“ erweitert seine Ladenfläche
An der oberen Marktstraße hat „Unendlich Freude“ Ende November geschlossen. Einen Leerstand wird es aber nicht geben, denn stattdessen erweitert „Verkorkst“ von nebenan sein Geschäft. Wie die Inhaber Maria Riesch und Andreas Bauer mitteilen, wird die Fläche im Dezember zunächst sporadisch bestückt. Ab Februar oder März soll es dann eine offizielle Eröffnung geben. Laut Mitteilung soll das Geschäft „ungwohnt“ heißen und weitere regionale und nachhaltige Qualitäts-Ware im Sortiment haben. Darunter neben Naturseifen und Korkschuhen auch Geschirr aus Kork, Bio-Olivenöl, Wandbilder und Ingwerkonzentrate.
Pop-up-Store mit fairer Mode
Wo früher die „Marktküche“ an der Marktstraße 62 zu Hause war, ist nun der „Christmas Pop-up-Store“ eingezogen. Er gehört zum nebenan liegenden Geschäft „Emma 2.0“, das nachhaltige Mode, Gesundheits- und Sportprodukte sowie Produkte für ein plastikfreies Leben anbietet. Im Pop-up-Store gibt es nun ebenfalls faire Mode, Regionales und Geschenkartikel, heißt es auf der Instagram-Seite des Ladens.
Neues Herrenmodengeschäft in ehemaligen Sport-Laden
Auch in Sachen Bekleidung tut sich etwas in der Marktstraße. „Engbers“ heißt das neue Herrenmodengeschäft, das in einen der beiden Geschäftsteile, die früher „Sport Peter“ waren, eingezogen ist. Wie Filialleiterin Anneliese Salomon verrät, habe man das „Komplettsortiment für den Herren“ im Angebot, von Geschäfts- bis Sportbekleidung. Die Firma „Engbers“, mit etwa 300 Filialen im deutschsprachigen Raum, wolle sein Angebot mehr in den Süden ausweiten. Aus den vorigen Geschäftsräumen wurde die Treppe entfernt, „Engbers“ hat seine Ware ausschließlich im Erdgeschoss.
Modegeschäft zieht einige Häuser weiter
Nebenan, im zweiten Teil, der früher zum Sportgeschäft gehörte, wird „Betty Barclay“ mit einem neuen Shop einziehen. An der Marktstraße 28 hingegen macht der Laden derselben Marke zu. Bis 22. November lief der Räumungsverkauf. Ebenfalls wegen Ladenaufgabe verkauft derzeit „Modern Woman“ an der Marktstraße 5 alles, was noch da ist. Laut Inhaberin werden Kundinnen und Kunden, die noch Gutscheine besitzen, gebeten, diese bis zum 20. Dezember einzulösen.
Eine weitere Schließung ist ebenfalls schon besiegelt: Das „Glashaus Seidl“ am Kapellengasteig schließt nach 50 Jahren.
Neuer Eigentümer für den ehemaligen „Betten Beer“
Auf der anderen Isar-Seite hat das frühere „Betten Beer“-Haus inzwischen einen neuen Eigentümer, teilt Max Hüsken von „Immobilien Krinner“ mit. Das denkmalgeschützte, historische Haus mit einer Gewerbe- und vier Wohneinheiten „weist nach meiner Einschätzung einen erhöhten Sanierungsbedarf auf“, so Hüsken. Es sei wohl eine Kernsanierung erforderlich, da die Wohnungen bislang lediglich über einzelne Ölöfen zur Beheizung der Räume verfügen und die Haustechnik insgesamt auf den aktuellen Stand gebracht werden müsste. Genauere Maßnahmen seien ihm derzeit nicht bekannt, allerdings stehe fest, dass alle Arbeiten in Abstimmung mit dem Denkmalamt erfolgen müssten, „um den historischen Charakter des Gebäudes zu wahren“.