Wohin mit dem Hund und der Katze im Urlaub? Erdinger Antworten darauf

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Viel Hund für einen Mann, aber Daniel Laurich hat das im Griff. Er betreibt seit vier Jahren eine Pension für Bello & Co. © Michaele Heske

Ferienzeit heißt oft einsame Zeit für Hunde und Katzen. Antworten aus Tierheim und Hundepension.

Wohin mit dem Hund und der Katze? Etwa wenn die Familie im Sommer in den Süden fliegt oder Frauchen und Herrchen ins Krankenhaus müssen? Manchmal sind die Tiere aber ganz im Weg. Sie werden abgegeben oder ihren Besitzern entzogen und warten oft lange auf ein neues Zuhause. Einige davon sind schwer zu vermitteln, sagt Angelika Schöner vom Tierheim Erding.

Gut 35 kleine und große Zamperl toben gemeinsam über die Wiese, sie sind alle in Charlys Hundezentrum untergebracht, manche nur tagsüber, andere wurden über die Ferien hier von ihren Haltern einquartiert. Daniel Laurich betreibt seit vier Jahren eine Pension für Bello & Co. an der Dorfstraße in Erding, er bietet Zimmer für Einzel- und Gruppenbetreuung an.  

Weiher und Indoor-Halle

Ein 2500 Quadratmeter großer Garten gehört ebenso zum Hundezentrum wie ein eigener Weiher und eine Indoor-Halle. In den Ferien herrscht hier Hochsaison. Spontanes Einchecken sei nicht möglich, so der Hundetrainer. Laurich und sein Team möchten die Vierbeiner nämlich alle vorher kennenlernen, auch müssen sie eine Nacht zur Probe in der Pension verbringen. „Wir nehmen nur gut sozialisierte Hunde auf“, das gelte ebenfalls für die Tagesgäste, die bis zu 11,5 Stunden am Tag betreut werden können. 

Kennt Laurich ein Tier von vorherigen Aufenthalten, gibt er ihm auch Quartier, beispielsweise wenn der Besitzer ins Krankenhaus muss. „Dann holen wir den Hund auch ab, bringen ihn bei uns unter, bis Herrchen oder Frauchen wieder gesund sind.“ Schöner, die für das Erdinger Tierheim die Hunde betreut, rät zur Vorsorge. Können die Tiere im Falle eines Falles nicht von anderen Familienmitgliedern aufgenommen werden, sollte man den Wautzi hin und wieder zu befreundeten Hundehaltern geben. „Auch mal übers Wochenende, damit sich der Hund daran gewöhnt.“ Die 70-jährige Expertin fügt an: „Wir werden schließlich alle nicht jünger und wollen, dass unsere Tiere ein Leben lang bestens versorgt sind.“ 

In der Hundepflegestelle nahe Wartenberg warten derzeit viele ältere Tiere auf eine Adoption. Manche Hunde wurden vernachlässigt, bei anderen haben sich die Lebensumstände geändert, etwa wenn das Frauchen verstorben ist und Herrchen ins Altenheim kommt. Gerade altgediente Hunde leiden: „Ein betagtes Ehepaar trennte sich. Keiner wollte den Scheidungshund“, erinnert sie sich noch heute. Der 16-jährige Rüde landete im Tierheim, verstarb bald darauf – wahrscheinlich aus Kummer. 

Verhängnisvolle schnelle Liebe

Auch die Welpen Klara und Kim sowie die jungen Mischlinge Meg und Masha und viele andere Junghunde suchen aktuell Familienanschluss und stehen auf der Homepage des Tierheims. Schöner warnt: „Schnell verliebt man sich in ein süßes Fellbündel, doch dann zeigt sich im Alltag, wie zeitaufwendig und teuer das ist.“  

Ist das Tier dann erst einmal da, kann sich zudem schnell Überforderung bei den Besitzern einstellen. Sei es, weil die Fellnase nicht ohne Übung stundenlang allein zu Hause bleiben k oder der Welpe in die kräftezehrende Pubertät kommt. „Ich prüfe genau, an wen ich einen Hund abgebe – das ist schließlich eine lebenslange Verantwortung.“

Selten würde sie sich dabei täuschen, sagt sie. Doch hin und wieder komme ein Hund schon zurück. Beispielsweise der dreijährige Ari, ein Straßenhund aus Griechenland, seine Ohren und sein Schwanz wurden im Welpenalter kupiert. Noch lebt der Rüde bei einer Familie im Landkreis, doch diese will ihn wieder abgeben. „Sein Beschützerinstinkt und sein territoriales Verhalten bereiten seinen Besitzern immer größere Schwierigkeiten“, erzählt Schöner. „Ari benötigt ein hundeerfahrenes Frauchen oder Herrchen, das ihm klare Führung und die notwendige Sicherheit geben kann“, wirbt Hundeexpertin Schöner. Denn schlimmstenfalls enden solche Tiere im Zwinger und haben keine Chance mehr auf ein neues Zuhause: „Dabei ist Ari so ein netter Kerl.“

„Wir sind voll“, sagt Schöner. Das gilt auch für Katzen. Ende Juni wurden verwahrloste Kitten gefunden, vermutlich ausgesetzt. Tanja Glasl von der Tierschutzjugend Erding berichtet zudem von einer Flut verwilderter Katzen im Landkreis. Diese werden von den Tierschützern aufgepäppelt, medizinisch versorgt und kastriert. Der Verein hat mehrere Pflegestellen.  „Wir suchen immer neue Lebensplätze für unsere Katzen“, erklärt Glasl. Aktuell sucht auch Milow, ein Schäferhund-Mix aus Walpertskirchen, ein neues Zuhause, die Besitzer müssen sich aus gesundheitlichen Gründen von ihrem vierjährigen Rüden trennen, so Glasl. Am besten gehe die Vermittlung durch Zeitungsannoncen, weiß sie. „Da sind wir dem Erdinger/Dorfener Anzeiger sehr dankbar – durch die Berichte werden die Tiere meistens schnell vermittelt.“ 

Infos unter www.tierschutzverein-erding.de oder www.tierschutzjugend-erding.de

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