Die Gemeinde Moosinning plant, das Maier-Wirt-Areal an einen Investor zu verkaufen. Entstehen soll eineOrt der Begegnung.
Was wird aus dem Maier-Wirt-Areal mitten in Moosinning? Diese Frage versucht die Gemeinde zu beantworten. Sie hatte das Grundstück vor drei Jahren erworben, jetzt war es öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Allerdings muss sich ein potenzieller Investor an bestimmte Vorgaben halten.
„Die Gemeinde Moosinning wünscht sich auf dem Grundstück die Realisierung von Wohnung in verschiedenen Größen, Gewerbeeinheiten und die Gestaltung eines belebten Platzes mit Einbeziehung der Kastanien“, heißt es in der Ausschreibung. Die Bewerbungsfrist läuft heute ab.
Kein Geld für die eigene Umsetzung
Die von Hans Maier und seiner Familie geführte Gaststätte war auch unter den Namen „Pelzwirt“ oder „Schnitzelwirt“ bekannt, wegen der riesigen Schnitzel, die dort serviert wurden. „Bis nach München kannten sie den Schnitzelwirt“, weiß auch Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler.
Im März 2020 verstarb der Wirt, im August machte die Gaststätte zu (wir berichteten). „Wir haben dann versucht, das Areal zu erwerben und hatten tolle Gespräche mit der Seffi“, berichtet Nagler und meint damit Witwe Josefine Maier, die sich in Absprache mit den Töchtern Gaby und Susi dazu entschieden hat, das gesamte Areal 2021 an die Gemeinde zu verkaufen.
„Es ist ein unglaublich prägendes Gebäude für die Gemeinde“, schwärmt der Bürgermeister. 2675 Quadratmeter umfasst das gesamte Areal, „und wir sind froh, dass die Gemeinde die Chance bekommen hatte, es zu erwerben“. Aber was tun damit? „Wir wollten unter anderem einen Ort der Begegnung schaffen“, erzählt Nagler, der jedoch zugeben muss: „Wir hatten viele Visionen, die wir aber aufgrund der hohen Kosten letztlich nicht realisieren konnten.“ Denn wie bei fast allen Gemeinden im Landkreis, sind auch in Moosinning die Kassen im Moment leer, wie zuletzt bei den Haushaltsberatungen deutlich wurde.
„Also wollten wir die Sache zumindest begleiten“, betont der Gemeindechef. „Dabei war uns wichtig: Was wollen wir, und was wollen die Bürger?“ Also habe die Gemeinde vergangenes Jahr eine Umfrage gestartet und knapp 150 Rückmeldungen erhalten. „Gewünscht war ein Wohnungsmix, also Wohnungen in unterschiedlichen Größen, außerdem soll der Baumbestand unbedingt erhalten werden, der übrigens auch für mich etwas unglaublich Prägendes hat“, sagt Nagler. Das habe sich mit den Vorstellungen des Gemeinderats gedeckt. Zudem sei eine kleine Gastronomie gewünscht worden und dazu ein belebter Außenplatz.
Als nächstes ist der Arbeitskreis gefordert
Daraufhin sei ein Arbeitskreis Maier Wirt ins Leben gerufen worden. „Er hat eine Konzeptions-Matrix erstellt, mit Punkten, die uns wichtig sind“, berichtet Nagler. Jetzt ist die Gemeinde eben auf der Suche nach einem Investor, der die Vorgaben entsprechend umsetzt. „Der Arbeitskreis bewertet dann die Bewerbungen, und der Gemeinderat fällt die Entscheidung.“
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Es gebe bereits einige Interessenten, erzählt der Bürgermeister, ohne Namen zu nennen. Heute läuft die Bewerbungsfrist ab, danach sei erst einmal der Arbeitskreis gefordert, ehe das Ergebnis im Gemeinderat präsentiert werde – Nagler rechnet in der Oktober-Sitzung damit. „Derjenige Investor kommt zum Zug, bei dem sich unsere Vorgaben am besten widerspiegeln“, betont er ausdrücklich. „Das ist so ein zentraler Platz, und ich denke, es ist im Sinne von uns allen, dass wir ihn erhalten können.“ Und der Bürgermeister fügt an: „Es ist deshalb total wichtig, dass wir hier die Begleitungsmöglichkeit haben, was dort letztlich entstehen wird.“