„Lenggries ist mehr“: Das ist der neue Slogan, mit dem das Brauneckdorf in einem Imagefilm für sich wirbt. Und auch der Film ist irgendwie mehr als nur ein Werbestreifen.
Lenggries – Typischer Urlaubsauftakt: Eine vierköpfige Familie sitzt im Auto auf dem Weg in den Süden. Der Vater ist schon vollkommen entnervt wegen des Verkehrs. „Es ist die Hölle“, sagt er an einer Stelle. Die Kinder langweilen sich auf dem Rücksitz, die Ehefrau telefoniert. „Was suchst du so weit weg?“ wird als Schriftzug eingeblendet. Und das fragt sich nach und nach auch die Familie. Durchs Fernglas entdecken alle, was in Lenggries geboten ist – vom Raften auf der Isar über Reiten und entspanntes Saunieren bis hin zum süffigen Feierabend-Bier. Schließlich hält die Familie auf der Faller Klammbrücke, genießt die Sonne. „Du bist doch schon da, wo du sein willst“, wird eingeblendet, und dann der Slogan: „Lenggries ist mehr.“
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Schön, aber nicht kitschig
Ganz starke Bilder hat Filmemacher Martin Geier mit der Kamera eingefangen, ohne dass es dabei kitschig wirkt. Seit Kurzem ist der Film unter anderem auf Youtube zu sehen. „Wir haben bisher nur sehr positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Tourist-Info-Chefin Maria Bader. Gerade auch bei den Lenggrieser Vermietern komme der Film gut an. Von Gänsehautmomenten oder sogar dem einen oder anderen Tränchen sei ihr berichtet worden, sagt Bader lachend. „Eine hat auch gesagt, dass ihr wieder bewusst geworden ist, wie schön es bei uns ist.“
Wunderbare Luftaufnahmen vom Sylvensteinsee
Manches sieht man auch aus ganz neuen Perspektiven. Vom Sylvensteinsee gibt es beispielsweise wunderbare Bilder aus der Luft. Das Thema Wellness bebildern vor allem Detailaufnahmen – unter anderem von dampfenden Steinen im Saunaofen. „Alle Partner haben kostenlos mitgemacht. Das war wirklich eine tolle Unterstützung“, sagt Bader. Auch die Familie besteht nicht aus Profi-Schauspielern. „Es ist tatsächlich eine Familie. Familie Keck aus Bad Tölz“, sagt Bader. „Wir wussten am Anfang nicht, ob das wirklich funktioniert, aber es hat super geklappt.“
Viele landen eher zufällig in Lenggries
Die Idee sei aus vielen Gesprächen mit dem in Weilheim ansässigen Südtiroler Martin Geier entstanden. Der Filmemacher drehte auch schon „Herz des Isarwinkels“, das Vorstellungsvideo als Austragungsort des Interbancarios im Januar 2026. Irgendwie sei man darauf gekommen, dass viele Lenggries nur vom Durch- oder Dranvorbeifahren kennen. „Manche sind auch hier gelandet, weil sie in den falschen Wagen der BRB eingestiegen sind und statt am Tegernsee in Lenggries ankamen“, sagt Bader. Hier höre man dann immer wieder, wie unerwartet schön die Gegend hier sei. „Da wir eh einen neuen Imagefilm machen wollten, haben wir diese Idee weiterentwickelt.“
Dabei sei „Lenggries ist mehr“ eigentlich nur der Arbeitstitel gewesen. Irgendwann sei aber allen Beteiligten klar geworden, dass das genau den Kern der Sache treffe. „Unser Film zeigt, wie viel unser Ort zu bieten hat. Wir möchten unsere Gäste zum Verweilen einladen und auffordern, uns länger zu besuchen.“ Das liegt auch Bürgermeister Stefan Klaffenbacher am Herzen: „Wir laden alle herzlich dazu ein, Lenggries in seiner Vielfalt zu erleben.“
Einheimische sollen in Tourismuswerbung mit einbezogen werden
Der Film passe hervorragend in die Tourismus-Entwicklung der Gemeinde, die auf Nachhaltigkeit setzt und unterschiedliche Zielgruppen bedienen möchte. Auch die Einheimischen sollen in die Entwicklung mit einbezogen werden. „Für die Einheimischen ist unser Ort mit seinen vielen Möglichkeiten ein Teil der Naherholung. Die Lenggrieser machen außerdem einen wichtigen Teil unserer Gastfreundschaft aus“, so Klaffenbacher.
Großflächige Plakate an deutschen Bahnhöfen geplant
Bei dem Film alleine soll es übrigens nicht bleiben. Daraus wird sich eine ganze Kampagne entwickeln. Weitere Filme sind geplant – schließlich lässt sich durch das Fernglas, durch das die Familie blickt, noch viel mehr entdecken. „Wir wollen das auch über die verschiedenen Jahreszeiten spielen“, sagt Bader. Dazu ist klassische Werbung in verschiedenen Printprodukten geplant. Angedacht sind zudem großflächige Plakatwände an Bahnhöfen. Nürnberg und Stuttgart habe man hier in Betracht gezogen. Beide Städte sind nah genug, um Lenggries für einen Drei- oder Vier-Tage-Aufenthalt in vertretbarer Zeit zu erreichen.
Zum Film beigetragen haben Familie Ebert vom Moralthof, Familie Keck und Familie Reiser vom Holzerhof. Die „Sportpiraten“ nahmen das Filmteam mit zum Raften auf die Isar. Kürzlich trafen sich alle zur Filmpremiere in der Tourist-Information. Wer den Clip gerne sehen möchte, findet ihn auf Youtube im Kanal „UrlaubLenggries“ oder unter dem Suchbegriff „Lenggries ist mehr“.