„Schaut grausam aus“: Verärgerung über Graffitis am Walchensee

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In der Galerie des Tunnels sowie auf der Innenwand wurden zahlreiche Graffitis gesprüht. © Sommerschuh

Unbekannte haben den Kirchlwandtunnel am Walchensee mit Graffiti besprüht. Das war nun Thema im Gemeinderat.

Walchensee – An der Bundesstraße 11 am Walchensee, genauer gesagt im Kirchlwandtunnel, befinden sich seit einigen Tagen zahlreiche große Graffitis. Darüber wurde nun im jüngsten Kochler Gemeinderat gesprochen. Der Walchenseer Frank Sommerschuh (FW) machte seiner Verärgerung Luft. „Es schaut grausam aus.“ Den Schriftzügen zufolge seien es offensichtlich Anhänger von Sportvereinen gewesen. Für Einheimische und Touristen sei es jedenfalls nicht schön. Sommerschuh wollte wissen, ob die Gemeinde eine Anzeige erstattet habe und ob man für die Ergreifung der Täter eine Belohnung aussetzen könnte. „Die Sprayer sind sicherlich von hier“, sagte Markus Greiner (Junge Liste). Meistens seien es „erlebnisorientierte Jugendliche“, die sich kurzfristig zusammenfänden.

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Staatliches Bauamt müsste Anzeige erstatten

Bürgermeister Jens Müller (UWK) zeigte sich ebenfalls wenig erfreut, aber eine Anzeige könne man nicht erstatten. „Das kann nur das Staatliche Bauamt, das für den Tunnel verantwortlich ist.“

Dort wird man von einer Anzeige absehen, sagte Martina Herda, Leiter der Abteilung Straßenbau Süd, auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Amt habe in seinem Einzugsgebiet rund 1500 Bauwerke zu betreuen. „Graffitis sind für uns leider ein alltägliches Geschäft.“ Man erstatte nur Anzeige, wenn die Schmierereien rassistisch seien oder eine extremistische Botschaft enthielten. Ansonsten „leben wir damit, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet ist“. Anzeigen würden in der Regel im Sande verlaufen, man könne die Täter so gut wie nie ausfindig machen.

Sanierung für 2027 geplant

Allerdings: Im Kirchlwandtunnel werden sie trotzdem nicht ewig prangen. Weil der Beton dort reprofiliert werde, würde man dabei auch die Graffitis entfernen, voraussichtlich übernächstes Jahr.

„Natürlich sind die Graffitis nicht schön und passen nicht ins Landschaftsbild“, sagte Herda in Bezug auf den Tourismus. Ein sofortiges Entfernen sei allerdings nicht möglich.

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