Rottach-Egern verabschiedet Haushalt 2025: Investitionen in schwierigen Zeiten

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Auf der Rathaus-Baustelle geht es voran. Seit Anfang Januar finden Baumeister-Arbeiten statt. Wenn das Wetter es zulässt, werden bald die ersten Decken betoniert. © Stefan Schweihofer

Neben dem Neubau des Rathauses hat Rottach-Egern 2025 weitere „sportliche Investitionen“ zu tätigen. Den Haushalt fürs laufende Jahr hat der Gemeinderat jetzt verabschiedet. Ohne Diskussion.

Rottach-Egern - Gerade lässt die Gemeinde ein neues Rathaus hochziehen, die Kosten sind auf insgesamt rund zehn Millionen Euro kalkuliert. Heuer hat die Kommune für den Bau des neuen Verwaltungssitzes 3,5 Millionen Euro zu berappen, das ist der größte Posten im Haushalt 2025. Auf der Agenda steht aber noch einiges mehr, was für ein stattliches Haushaltsvolumen von 35,5 Millionen Euro sorgt. Der Gemeinderat segnete den Etat in der jüngsten öffentlichen Sitzung ohne Debatte und einstimmig ab.

Haushalt 2025: Bürgermeister Köck warnt vor Übermut

Kämmerer Martin Butz attestiert der Gemeinde in seinem Bericht eine finanziell solide Situation. Allerdings mahnt er mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage „höchste Sorgfalt bei der Ausgabendisziplin“ an, und auch Bürgermeister Christian Köck (CSU) warnte vor Übermut. Es stehe zu befürchten, dass auf die fetten nun einige magere Jahre folgen, warnte er. Rücklagen seien wichtig. Allerdings habe der Gemeinderat auch in der Vergangenheit bei den Ausgaben stets sorgsam abgewogen und Prioritäten gesetzt. Die jetzigen „sportlichen Investitionen“ seien von langer Hand geplant, merkte Köck an.

Im Seeforum wird die Lüftungsanlage erneuert

Neben dem Rathausbau packt die Gemeinde auch die Sanierung der Ludwig-Thoma-Straße an (1,6 Millionen Euro), die Sanierung der Gemeindehäuser an der Holzer Straße (1,2 Millionen Euro) sowie die Erneuerung der Lüftungsanlage im Seeforum (1,6 Millionen Euro). Der Bauhof bekommt ein neues Schmalspurfahrzeug für 185 000 Euro und eine Kehrmaschine für 145 000 Euro. In beiden Fällen handelt es sich um Ersatzbeschaffungen.

Gemeinde Rottach-Egern plant 2025 keine Kreditaufnahmen

Insgesamt beläuft sich der Vermögenshaushalt auf 10,48 Millionen Euro. Butz zufolge wird er mit einer Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 7,28 Millionen Euro ausgeglichen. Kreditaufnahmen sind 2025 nicht eingeplant.

Der Verwaltungshaushalt umfasst 25,02 Millionen Euro. Als Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt sind 1,9 Millionen Euro eingeplant. An den Landkreis hat die Gemeinde 6,65 Millionen Euro Kreisumlage zu entrichten. Beim Punkt Personalkosten sind 4,56 Millionen Euro vermerkt.

Die Rücklagen der Gemeinde beliefen sich zu Beginn dieses Jahres auf 27 Millionen Euro. Zum Jahresende werden es nach den Berechnungen des Kämmerers noch 19,9 Millionen Euro sein. Der Schuldenstand dürfte Ende 2025 bei 2,99 Millionen Euro liegen, zu Jahresbeginn waren es 3,13 Millionen Euro.

Grundsteuer: Gemeinde habe sich nicht bereichert

Diskutiert worden war der Haushalt bei der Vorberatung im Finanzausschuss. Bei der offiziellen Verabschiedung in der öffentlichen Sitzung sparten sich die Fraktionssprecher Kommentare. Georg Höß (FWG) war jedoch die Feststellung wichtig, dass die Gemeinde sich bei der Anpassung der Grundsteuer nicht bereichert, sondern ihren Ertrag lediglich stabil gehalten habe. Das unterstrich auch Bürgermeister Köck. Die Gemeinde habe mit der Anpassung der Hebesätze kein zusätzliches Geld eingesammelt, auch wenn mancher jetzt mehr zahlen müsse.

Ihr größtes Projekt, den Rathausbau, treibt die Gemeinde mit Volldampf voran. Jeden Monat soll es einen Sachstandsbericht geben. Trotz des Winters gehen die Arbeiten aktuell gut voran. Nach Auskunft von Amtstechniker Harry Zimmerer wurden die Fundamente der Tiefgarage geschaffen und Seitenwände eingefügt. Wenn es das Wetter zulasse, würden die Decken betoniert. Man liege im Zeitplan. Demnach ist der Neubau im Herbst 2026 fertig.

jm

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