Seegut am Tegernsee: Statt Wohnungen sollen mehr Hotelzimmer entstehen

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Eine riesige Baustelle, die ihresgleichen sucht: Auf einem rund 3,8 Hektar großen Areal an der Wiesseer Seepromenade entsteht derzeit das Hotel Seegut. © Seegut am Tegernsee Holding

Die Firma Athos schärft bei ihrem Seegut-Projekt in Bad Wiessee nach. Die drei Gebäude, in denen ursprünglich Mietwohnungen geplant waren, sollen nun dem Hotelkomplex zugeschlagen werden. Damit erhöht sich die Zahl der Betten deutlich.

Bad Wiessee - Während auf der Mega-Baustelle am Seeufer von Bad Wiessee emsig am Hotel-Projekt der Familie Strüngmann gearbeitet wird, laufen im Hintergrund Gespräche mit möglichen Betreibern. „Das Interesse vieler bekannter und renommierter Hotelbetreiber am Seegut ist sehr hoch“, lässt die Firma Athos in einer Pressemitteilung wissen. Eine Entscheidung, wer letztlich den Zuschlag erhält, steht noch aus.

Mögliche Betreiber haben Wunsch nach mehr Hotelbetten geäußert

Aber: Die großen Hotelketten haben wohl allesamt erklärt, dass sie mehr als die bisher geplanten 86 Zimmer und Suiten benötigen, um das Haus wirtschaftlich betreiben zu können. „Sie brauchen mindestens 120 bis 150 Einheiten – das ist der ausdrückliche Wunsch“, teilte Eric Heppt, Geschäftsführer der Seegut am Tegernsee Holding, am Donnerstagabend im Wiesseer Gemeinderat mit. Dort stand eine Änderung des Bebauungsplans an. Vorrangiges Ziel: Die drei im Süden gelegenen Häuser, die aktuell noch als Wohngebäude genehmigt sind, sollen nun doch gewerblich fürs Hotel genutzt werden. An Gestaltung und Kubatur, so erklärte Architekt Maximilian Maier in der Sitzung, ändere sich nichts.

Die 34 Mietwohnungen sollen also in ebenso viele Hotel-Appartements umgewandelt werden. „Hier können wir die Zielgruppe der jungen Familien mit Kindern bedienen“, sagte Heppt.

Grafik Hotel Seegut in Bad Wiessee
In den drei südlichen Häusern waren Wohnungen geplant. Nun sollen auch diese Gebäude der Hotelnutzung dienen. © Seegut am Tegernsee Holding

Gemeinderat begrüßt gewünschte Nutzungsänderung

Beim Gemeinderat rannte die Firma Athos mit ihrem Antrag offene Türen ein. „Hier Wohnbebauung zuzulassen, wurde in der Vergangenheit nicht immer positiv gesehen“, erinnerte CSU-Sprecher Florian Sareiter. Er befürwortete daher die neue Nutzung der drei Gebäude: „Das passt wunderbar.“ Dass auf dem Areal an der Seepromenade nun überhaupt keine Mietwohnungen mehr entstehen werden, begrüßte auch Bernd Kuntze-Fechner (SPD): „Das war unser ursprünglicher Wunsch“, sagte er: „Man sieht, dass hier etwas Schönes rauskommt.“

Seegut soll nach Fertigstellung rund 200 Mitarbeiter haben

Rund 200 Mitarbeiter soll die gigantische Hotelanlage mit ihren 25 Einzelgebäuden laut Heppt einmal haben. Athos plant daher mehrere Personalwohnhäuser im Ort. Unter anderem sollen im bisherigen Leda am Eck, das direkt an die Baustelle angrenzt und derzeit als Pop-Up-Hotel geführt wird, Mitarbeiter-Wohnungen entstehen. War bisher das gesamte Gebäude für diese Nutzung vorgesehen, so will der Investor nun im Erdgeschoss die Hotelverwaltung unterbringen. Auch darin sahen die Gemeinderäte kein Problem. Die Änderung des Bebauungsplans wurde einstimmig genehmigt.

Firma Athos zeigt sich mit dem Baufortschritt sehr zufrieden

Auf Nachfrage von Benedikt Dörder (SPD), ob Athos mit dem Baufortschritt auf dem Seegut-Areal zufrieden sei, konnte Heppt Positives vermelden. „Wir sind dem Zeitplan einen Monat voraus“, berichtete der Geschäftsführer. Das Untergeschoss, das alle 25 Einzelgebäude verbindet, werde in drei Bauabschnitten errichtet. Der erste Abschnitt unter dem künftigen Gutshof, dem Wirtshaus, der Kunstscheune und den ersten Gebäuden mit Hotel-Suiten wird laut Pressemitteilung von Athos noch in diesem Sommer fertiggestellt sein. Die ersten Gebäude sollen bereits nächstes Jahr stehen. „Nach heutiger Planung wird das Seegut 2028 eröffnet werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

CSU-Gemeinderat Kathan weist auf hohe Staubentwicklung hin

Dass die Hotel-Baustelle am See, die bayernweit von der Größe her ihresgleichen sucht, nicht nur fasziniert beobachtet wird, sondern auch unangenehme Begleiterscheinungen hat, wurde durch die Wortmeldung von Peter Kathan (CSU) noch einmal deutlich. Er forderte eine intensivere Reinigung der Straßen durch den Bauherrn. „Die Staubwolke zieht sich durch den ganzen Ort, einmal kehren am Nachmittag reicht da nicht“, sagte Kathan. Heppt versicherte, dass an Tagen mit Großbetonage – dann nämlich, wenn um die 140 Betonmischer in Aktion sind – die Kehrmaschine den ganzen Tag über durchfahre. Mit Blick auf die Staubentwicklung versprach er aber auch: „Wir arbeiten daran, das noch zu verbessern.“

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