Berg-Horrorfahrt samt Polizeikontrolle: Passagiere nach Flixbus-Tour „erschöpft und schockiert“

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Eine einfache Flixbus-Fahrt wird zu einem außergewöhnlichen Abenteuer samt Anruf bei der Polizei, der Lenker durfte aber am Steuer bleiben

Zadar – Ein routinemäßiger Flixbus-Trip in Kroatien von Zagreb nach Zadar entwickelte sich am 5. Oktober 2025 zu einem sechsstündigen Albtraum für die Passagiere. Der Fahrer verfuhr sich dramatisch und führte den Bus auf gefährliche Gebirgspfade im Velebit-Gebirge, wo normalerweise nur Wanderer unterwegs sind.

Mit dem Flixbus in die Berge: nicht der Wunsch vieler Passagiere, so aber in Kroatien passiert. © IMAGO / Pond5 Images 2x

Fataler Navigationsfehler am Sveti Rok: Flixbus-Fahrer lenkt durch Bergwelt

Die Irrfahrt begann am Kreisverkehr bei Sveti Rok, Lesern vom Schnee-Chaos 2023 bekannt. Aufgrund der Sperrung der Maslenički-Brücke sollte der Bus eigentlich die Umleitung über Gračac und Obrovac nehmen. Stattdessen bog der Flixbus-Fahrer jedoch auf eine lokale Straße ab, die sich schnell in einen unbefestigten Schotterweg verwandelte, berichten Morski HR und Zadarski.hr.

Trotz offensichtlicher Warnsignale fuhr der Fahrer weiter auf die schmale Bergstraße – Irrfahrten auf Berge sind auch in den Alpen nicht selten – ohne Beleuchtung. Der Bus kämpfte sich hinauf zu den Tulove grede – einem Berggebiet, das für seine extrem steilen und kurvigen Straßen bekannt ist, die definitiv nicht für schwere Fahrzeuge geeignet sind.

„Gefährliche Situation“: Flixbus-Kunden wählen 112 – kroatische Bergwelt nicht geheuer

„Die Passagiere wurden sich schnell bewusst, dass sie sich in einer gefährlichen Situation befanden“, berichtet eine Augenzeugin Morski HR. Umgeben von Wald und Dunkelheit, ohne Handysignal und bei nur wenigen Grad Celsius, gerieten die Fahrgäste in Panik. Mehrere Reisende alarmierten den Notruf 112 und die Polizei.

Der sichtlich desorientierte Fahrer stoppte schließlich das Fahrzeug und versuchte, auf dem schmalen Bergpfad zu wenden – ein riskantes Manöver in der gefährlichen Berglandschaft.

Polizeikontrolle und späte Ankunft: Flixbus-Fahrer darf weiter navigieren

Nach der Rückkehr zur Hauptstraße bei Sveti Rok setzte der Bus seine Fahrt nach Obrovac fort. Doch auch hier war die Fahrt alles andere als beruhigend: Die Passagiere beschrieben die Fahrweise als zu schnell und unsicher, was zusätzliche Panik auslöste laut Zadarski.hr.

In Karin hielt eine Polizeistreife den Flixbus an und führte einen Alkoholtest beim Fahrer durch, der negativ ausfiel. Erst um 22:00 Uhr erreichte der Bus endlich Zadar – nach sechs Stunden Fahrt durch das Velebit-Gebirge statt der üblichen dreieinhalb Stunden.

Besonders bitter: „Es gab keine offizielle Entschuldigung oder Erklärung des Fahrers für den Fehler“, berichten die Augenzeugen. Alle Passagiere kamen körperlich unversehrt an, waren jedoch „psychisch erschöpft und schockiert“ von der unfreiwilligen Bergexpedition. Nicht immer enden Flixbus-Fahrten wie gewollt, das musste auch ein Ehepaar aus Deutschland im Ausland feststellen. (Quellen: morski.hr, zadarski.hr) (ank)