Obwohl im Bus noch Platz war: Flixbus lässt deutsches Rentner-Ehepaar im Ausland zurück

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Als der Flixbus nicht wie angekündigt kam, wussten die Rentner sich nicht zu helfen. Auch das Personal vor Ort war keine Hilfe.

Prag – Es ist der Alptraum eines jeden Reisenden: Die Tickets sind gekauft, man ist rechtzeitig am Busbahnhof, um den Heimweg anzutreten und dann geht doch alles schief. So ein Erlebnis hatten letztens vier Rentner aus Dresden. Die Gruppe, bestehend aus einem Ehepaar und zwei ihrer Freunde, wollte eine kleine Tagestour von Dresden nach Prag unternehmen. Morgens sollte es im Flixbus in die Hauptstadt der Tschechischen Republik gehen. Am Abend wollte die Gruppe wieder nach Hause. Als es jedoch soweit war, war von ihrem Bus nichts zu sehen.

Wie die vier Rentner dem Online-Portal Bild berichteten, sollte der Flixbus nach Dresden um 20.40 Uhr abfahren. Zwei Stunden später wären sie dann wieder zu Hause gewesen. Tickets von Prag nach Dresden gibt es ab 13 Euro pro Fahrt. Die Gruppe fand sich pünktlich am Busbahnhof ein: „Wir standen ab 20.15 Uhr am Busbahnhof und warteten“, erzählt Volker Neuhäuser. Sie waren also mehr als pünktlich, denn bei Flixbus-Fahrten ist es üblich, dass die Buchenden aufgefordert werden, 15 Minuten vor der Abfahrt da zu sein.

Nachts allein in Prag: Anderer Flixbus weist die vier Rentner ab

Der Zeitpunkt der Abfahrt kam und verstrich wieder. Was nicht kam, war der Bus. Die beiden Ehepaare aus Dresden fragten den Fahrer eines anderen Flixbusses, der ebenfalls über Dresden fuhr, ob es noch Plätze in seinem Bus für sie gab – aber vergeblich. Die Mitfahrt wurde ihnen verweigert. Auch eine andere Rentnerin hatte kein Glück mit dem Flixbus. Der ließ sie nämlich einfach zurück.

Isabella Domke, die Pressesprecherin von Flixbus, bestätigt auf Anfrage von IPPEN.MEDIA, dass die vier sich lediglich ein Ticket für den anderen Bus hätten kaufen müssen. „Dies ist unter anderem auch aus Sicherheitsgründen nötig, damit wir sicherstellen können, dass jeder Fahrgast einen Sitzplatz bei uns hat.“

Serviceschalter geschlossen: Die Rentner aus Deutschland wurden mit ihrem Problem allein gelassen

Was genau an diesem Abend in Prag schief gelaufen ist, kann sich die Pressesprecherin nicht erklären. Ob es eventuelle Missverständnisse gab, oder, ob der andere Flixbus schon ausgebucht war, ist nicht bekannt. Fest steht nur: Hätten die vier Rentner Tickets für den anderen Bus gekauft, hätte sie sie selbstverständlich erstattet bekommen.

Der kleinen Reisegruppe gingen die Alternativen aus: „Kein Mitarbeiter von Flixbus kümmerte sich um uns. Der Serviceschalter vor Ort schloss um 21 Uhr“, sagte Neuhäuser im Gespräch mit der Bild. Um 21.09 Uhr kam dann eine erste Gewissheit in Form einer Nachricht: Ihr Flixbus fällt aus. Sie erhalten Tickets für einen Bus am nächsten Tag. Das Problem bei der Sache: Die vier standen nachts alleine auf einem Busbahnhof in einem fremden Land. Ihre Situation war zwar nicht so schlimm, wie die einer Reisegruppe, die an der Autobahnraststätte zurückgelassen wurde, aber trotzdem völlig anders, als sie sich das vorher vorgestellt hatten.

Schock für die Rentner: Sie mussten einen anderen Weg finden, um nach Dresden zurückzukommen

Die Rentner aus Dresden standen unter Schock: „Der letzte Zug nach Dresden war weg. Mietauto war aktuell nicht verfügbar“, so Neuhäuser. Die vier wollten unbedingt noch am Abend zurück nach Hause und nahmen sich kurzerhand ein Taxi. Die 200 Euro mussten sie selbst bezahlen. Auf den Kosten sitzen bleiben, wollte die Gruppe um Neuhäuser aber nicht und reichte die Quittung bei Flixbus ein.

Diesen Tagestrip hat sich die Rentner wohl anders vorgestellt. Sie hatten alles organisiert, und dann kam der Bus nicht.
Diesen Tagestrip hat sich die Rentner wohl anders vorgestellt. Sie hatten alles organisiert – und dann kam der Bus nicht... © Marcel van Hoorn/IMAGO

Wie die Bild berichtet, meldete sich das Unternehmen zuerst nicht zurück. Dabei ist auch unter den Fahrgastrechten auf der Website aufgeführt, dass bei Annullierungen oder Verzögerungen der Abfahrt von einem Busbahnhof, Mahlzeiten, Erfrischungsgetränke, sowie auch eine Unterbringung, je Fahrgast, von 80 Euro pro Nacht vom Beförderer übernommen werden. Schließlich bezahlte das Unternehmen die 200 Euro Taxikosten.

Auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA, betont die Flixbus-Pressesprecherin, dass die vier Rentner „bereits am 08.12.2023“ ihre Flixbus-Tickets erstattet bekommen hätten und am „ 27.12. wurde der weitere Erstattungsprozess für die Taxikosten nach einem Telefonat in die Wege geleitet.“ Der Grund für die Verzögerung liege darin, dass das Unternehmen Taxifahrten normalerweise nicht übernehme. Domke stellt noch einmal klar: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die Herrn Neuhäuser und seiner Begleitung wegen der ausgefallenen Fahrt entstanden sind.“ (nhf)

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