Beim Brand im Schweizer Crans-Montana starben mindestens 40 Menschen. Jetzt werden Vorwürfe gegen die Bar „Le Constellation“ laut, auch vom italienischen Botschafter.
Crans-Montana – Ein Skiort trägt Trauer. Mindestens 40 Menschen starben beim Brandunglück in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, rund 100 weitere wurden teils schwer verletzt. Eine der größten Feuer-Tragödien in der Geschichte der Schweiz.
Wie konnte es zu einer Katastrophe dieses Ausmaßes kommen? Das ist eine der vielen quälenden Fragen, die der Alpen-Gemeinde nun zu schaffen machen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich wohl eine Rauchgasexplosion, ein sogenannter „Flashover“ ereignet, bei dem eine Feuerwalze durch den Raum fegte. Entstanden ist der Brand womöglich durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen, die die Decke des Lokals in Brand gesetzt hatten. Offiziell ist die Ursache aktuell allerdings noch nicht geklärt, die Schweizer Behörden ermitteln.
Schwere Vorwürfe nach Silvester-Brand in der Schweiz: „Dieser Nachtclub war illegal“
Mehrfach gerieten mittlerweile auch schon die Brandschutzvorkehrungen im „Le Constellation“ ins Gespräch. Auf einer Bewertungsplattform bekommt die Bar beim Punkt Sicherheit eine schlechte Bewertung. Nur 6,5 von 10 Punkten vergaben Gäste laut dem Schweizer Portal 20min.ch. Ähnlich äußerte sich auch ein Stammgast im Blick, er sagt: „Ich bin überrascht, dass es so lange ging, bis etwas passierte. Menschen rauchten im Inneren, du konntest tun, was du willst. Es kam mir vor, als würden die Betreiber immer wieder ein Auge zudrücken.“
Noch schwerere Vorwürfe erhebt jetzt der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado im Gespräch mit dem Corriere della Serra. „Dieser Nachtclub war illegal“, moniert der Politiker und erklärt: „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Und mir ist keine Regelung bekannt, die den Betrieb eines Nachtclubs in einem Keller mit nur einem Notausgang erlaubt.“
Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Info-Plattform für Brandschutz in der Schweiz „Heureka“: Wenn mehr als 200 Personen Platz finden, müssen Räume von Restaurants im Kanton Wallis mit mindestens zwei Fluchtwegen ausgestattet sein.
Schwerwiegende Verstöße in Schweizer Bar? Ursache für Brandunglück noch unklar
Augenzeugen aus Crans-Montana berichten außerdem, die Ausgangstür sei für die große Zahl an fliehenden Gästen zu klein gewesen. Ein Gast habe ein Fenster eingeschlagen, durch das weitere ins Freie gelangten.
Hängen wirklich schwerwiegende Verstöße mit der Schweizer Silvester-Tragödie zusammen? Lückenlos überprüfen lassen sich diese Beschreibungen aktuell nicht. Und auch Botschafter Cornado räumt ein: „Das ist meine persönliche Meinung, aber sie basiert auf Fakten.“ (Verwendete Quellen: 20.min.ch, Blick, Heureka, Corriere della Sera) (moe)