Ein vermeintlich Gaming-Süchtiger hat nach zwei Jahren sein Hotelzimmer verlassen. Ein Video zeigt meterhohe Müllberge – das Hotel plant eine Maßnahme.
Changchun – Schock und Entsetzen standen den Hotelmitarbeitern ins Gesicht geschrieben, als sie das Zimmer betraten. Was sie dort entdeckten, nachdem ein Gast nach fast zwei Jahren endlich ausgecheckt hatte, übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen. Meterhoch stapelten sich Abfallberge aus Speiseresten, leeren Flaschen und Toilettenpapier. Gaming-Stühle verschwanden völlig unter den Müllmassen.
Der Vorfall in einem Esports-Hotel der nordostchinesischen Stadt Changchun sorgt derzeit für Aufsehen im Internet. Der Besucher hatte sich in der Esports-Unterkunft verschanzt – fast 730 Tage lang. The Sun berichtet, dass die Angestellten den Gamer kaum jemals zu Gesicht bekamen. Viele Mitarbeiter wussten nicht einmal, wie er aussah.
Gaming-Hotel wird zur Messi-Bude für einen Hotelgast
Die Unterkunft wendet sich gezielt an Esports-Enthusiasten und stellt Räume mit hochwertigen Gaming-Computern, schneller Internetverbindung und professionellen Spielerstühlen zur Verfügung. Der Gast nutzte diese Ausstattung offenbar rund um die Uhr – und verließ dabei das Zimmer praktisch nie.
Als der wohl Gaming-Abhängige am 12. Dezember endlich die Unterkunft verließ, bot sich den Mitarbeitern ein verstörender Anblick. In einem Video auf der chinesischen Plattform Weibo sind Abfallhaufen von fast einem Meter Höhe zu sehen. Tausende von Speiseverpackungen, leere Getränkeflaschen und Lieferservice-Container stapelten sich in jedem Winkel. Einen Ekelalarm erlebten auch Touristen in Italien, dort breiteten sich Kakerlaken aus.
Im Badezimmer türmt sich benutztes Toilettenpapier
Das Badezimmer war besonders schlimm betroffen: Toilettenpapier türmte sich höher als die Toilette selbst, während eine braune Schmutzschicht den Boden bedeckte. Professionelle Reinigungskräfte brauchten drei volle Tage, um den Schmutz zu beseitigen und das Zimmer zu desinfizieren.
Trotz der extremen Verschmutzung zahlte der Gast seine Rechnungen pünktlich – bis zum Schluss, heißt es. National World berichtet, dass er noch über zehn Tage Hotelkosten schuldet, umgerechnet etwa 300 Euro. Die Geschäftsführung plant jedoch nicht, Anzeige zu erstatten. Stattdessen müssen sie das Zimmer aufwendig renovieren, bevor es wieder vermietet werden kann. Sichtbare Schäden am Mobiliar und an den Wänden machen eine komplette Erneuerung notwendig. Hotelgäste in Süddeutschland hatten eine kuriose Entdeckung gemacht – es gab kein Bett in ihrem Zimmer.
Heftige Diskussionen über Gaming-Sucht wird ausgelöst
Der Fall hat in sozialen Medien eine heftige Diskussion über Gaming-Sucht und Isolation ausgelöst. Kritiker werfen der Unterkunft vor, nicht früher eingegriffen zu haben. Andere sehen in dem Zustand des Zimmers ein Warnsignal für die Gefahren extremer Gaming-Abhängigkeit.
Esports-Unterkünfte boomen in China seit der Pandemie. Sie bieten eine Mischung aus Übernachtung und Gaming-Zentrum. Branchenbeobachter diskutieren nun über schärfere Regeln für Langzeitaufenthalte, einschließlich verpflichtender Zimmerkontrollen und Hygiene-Standards. (Quellen: The Sun, National World, Weibo) (rd)
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