- Im Video oben: ADAC fordert höhere Spritpreise, damit die Deutschen ihre Verbrenner aufgeben
Immer wieder zeigt sich: Geht es Organisationen wirtschaftlich zu gut, dann verlieren sie leicht den Kontakt zu dem, was sie ausmacht: ihre Basis. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das neueste Verhalten des ADAC. Einst definierte sich der ADAC darin, eine klare Interessenvertretung der Autofahrer zu sein.
Jetzt hat es sich gewandelt: Der Club will heute kein reiner Autoclub mehr sein, er stellt sich zunehmend gegen den Verbrennungsmotor – obwohl rund 90 Prozent der Autofahrer genau solche Fahrzeuge nutzen.
Was genau ist passiert? In einem überraschenden Schritt forderte der ADAC öffentlich höhere Benzinpreise, der Vorstoß kam von Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Mitglieder fühlen sich vom ADAC belehrt
Der ADAC-Mann macht sich für eine Erhöhung der CO2-Steuer stark. Und wieso das Ganze? "Nur wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit wird, kommt die E-Mobilität richtig in Gang", sagte Hillebrand. Schließlich müsse Deutschland seine Klimaziele erreichen.
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Bildquelle: Veit Etzold
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Viele der rund 22 Millionen Mitglieder dürften sich durch solche Forderungen nicht mehr vertreten, sondern belehrt fühlen. Von drohenden Massenaustritten ist zu lesen, solche Reaktionen wären keine Überraschung.
Wenn es schlecht für den ADAC läuft, tritt jetzt die Walmart-Strafe ein
Das fatale Muster des ADAC ist bekannt. Auch bei der Dresdner Bank führten Entscheidungen fern der Kundenrealität zum Niedergang. Edeka sorgte mit ideologisch aufgeladenen Kampagnen für Aufmerksamkeit, aber auch für Irritation bei den Kunden.
Gemeinsam ist all diesen Fällen: Führungsetagen entscheiden über die Köpfe der zahlenden Kundschaft hinweg.
Der Gründer von Walmart, Samuel Walton, brachte es treffend auf den Punkt: Der Mächtigste im Unternehmen ist der Kunde. Er kann jeden „feuern“, indem er sein Geld woanders ausgibt.
Fazit nach dem Sprit-Vorstoß des ADAC
Der ADAC steht stellvertretend für viele Organisationen, die ihre Existenzgrundlage aus dem Blick verlieren. Für Unternehmen heißt das: Kundennähe ist kein Nice-to-have, sondern überlebenswichtig.
Für Kunden gilt: Wer sich nicht mehr vertreten fühlt, hat mit seinem Geld das stärkste Druckmittel in der Hand.
Prof. Dr. Veit Etzold ist ein anerkannter Redner, CEO-Coach und Strategieberater mit über 20 Jahren Erfahrung in verschiedenen Branchen. Er lehrt Marketing und Neuromarketing an der Hochschule Aalen. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.