Börsen-Expertin warnt: „Wir haben die größte Rentenlücke“ – Diese drei Schritte helfen

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Vielen Deutschen bleibt eine Rentenlücke – doch die meisten scheuen noch immer die Börse als Lösung. Cornelia Frey von der Börse Stuttgart erklärt, wie Einsteiger am besten vorgehen.

München – Die Merz-Regierung ringt um Reformen des deutschen Rentensystems, vielen Menschen in Deutschland wird die Rente trotzdem nicht reichen. Gleichzeitig schrecken aber auch immer noch die meisten Deutschen davor zurück, ihr Geld an der Börse zu investieren – das Problem: neben hohen Renditen gibt es auch Risiken. 

Ippen.Media hat im Rahmen des Fortunalista Summit in München mit Cornelia Frey, Börsenexpertin Boerse Stuttgart Group, darüber gesprochen, warum Investitionen in Aktien, ETF und Co. so wichtig für die Altersvorsorge sind und wie Anfänger dabei am besten vorgehen sollten.

Cornelia Frey, Börsenexpertin Boerse Stuttgart Group, erklärt, warum Investitionen in Aktien, ETF und Co. so wichtig für die Altersvorsorge sind.
Cornelia Frey, Börsenexpertin Boerse Stuttgart Group, erklärt, warum Investitionen in Aktien, ETF und Co. so wichtig für die Altersvorsorge sind. © Cornelia Frey / Boerse Stuttgart Group

Börsen-Expertin: „Egal, ob es um 20-Jährige, 40-Jährige oder 50-Jährige geht – sie werden alle eine Rentenlücke haben“

Die Deutschen sind ja Börsenmuffel – weshalb sollte man denn investieren in Aktien, ETF und Co.?

Cornelia Frey: „Generell sollte sich jeder um das Thema Geldanlage kümmern, insbesondere mit Blick auf die Altersvorsorge. Es ist egal, ob es um 20-Jährige, 40-Jährige oder 50-Jährige geht – sie werden alle eine Rentenlücke haben. Das bedeutet, dass sie im Alter weniger Geld zur Verfügung haben werden, als es jetzt der Fall ist. Es reicht einfach nicht, sich nur auf die Rente zu verlassen. Jeder muss auch einen anderen Baustein haben. Da bieten sich natürlich die Aktienmärkte an, weil dort langfristig gute Renditen erwirtschaftet werden können. Das Geld arbeitet für einen.“

Warum sollte das Thema Börse und Kapitalanlagen vor allem für Frauen eine Rolle spielen?

Wir haben die größte Rentenlücke. Wir haben das größte Problem. Wir arbeiten oft in Teilzeit, um uns um Kinder und Angehörige zu kümmern. Deshalb zahlen wir weniger in das Rentensystem ein. Wenn ein Mann immer 100 Prozent in die Systeme einzahlt, bekommt er natürlich eine viel höhere Rente als eine Frau, die wegen Care-Arbeit nur zu 50 Prozent oder 70 Prozent erwerbstätig ist. Das heißt, wir müssen noch mehr vorsorgen. Zugleich sind aber Frauen beim Thema Geldanlage viel zurückhaltender und kümmern sich noch weniger als Männer darum. Da ist doppelt Nachholbedarf. Wir müssen die Frauen dazu bringen, sich mehr um ihre Vorsorge zu kümmern.“

Was würden Sie Einsteigern und Einsteigerinnen raten?

„Der erste Schritt ist schon mal, sich überhaupt mit dem Thema Geldanlage auseinanderzusetzen. Wichtig ist dabei, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen: Wo stehe ich denn, wo habe ich Schulden, wo liegt mein Geld? Entweder man fuchst sich dann in die Materie rein oder man geht zu einem guten Anlageberater und verschafft sich dort einen Überblick. Dann sollte man darauf achten, immer einen Notgroschen auf der Seite zu haben. Im Anschluss geht es um die Ziele – um mittelfristige Ziele wie ein neues Auto oder einen teuren Urlaub, und das langfristige Ziel: die Rente. Also kurz zusammengefasst: Erstens Überblick verschaffen, zweitens Notgroschen bilden und dann drittens für die verschiedenen Ziele soweit möglich ansparen.“

Cornelia Frey: „Ich rechne mit einem unruhigen Börsenjahr“

Es ist in manchen Berichten von einem Crash oder einer KI-Blase die Rede – wie schätzen Sie das Risiko ein?

„Künstliche Intelligenz ist aktuell das Thema schlechthin an den Finanzmärkten. Die Aktienkurse dazu haben dieses Jahr extrem zugelegt. Mittlerweile sagt der eine oder andere, das sei ein bisschen zu viel des Guten – die Kurse seien schon aufgebläht und nicht gerechtfertigt. Dabei preist die Börse die Zukunft ein, eine Erwartung, wie sich die KI-Unternehmen weiterentwickeln. Wenn das alles so eintritt, dann ist alles gut. Sollten diese hohen Erwartungen nicht erfüllt werden, dann kann schnell Ernüchterung eintreten und die Kurse entsprechend zurückgehen. Was wirklich der Fall sein wird, kann niemand seriös sagen.“

Was wird das kommende Jahr börsentechnisch bringen?

„Es wird spannend bleiben. Ich rechne mit einem unruhigen Börsenjahr. Donald Trump ist weiter an der Macht und er sorgt ja immer wieder für Überraschungen. Das heißt, es wird bestimmt auch an der Börse Überraschungen geben. Die Notenbanken werden zudem eine große Rolle spielen – wie entwickeln sich die Leitzinsen in den USA und Europa? Wenn Zinssenkungen kommen, ist es gut für die Aktienmärkte. Die Unternehmen können sich dann günstiger finanzieren. Auch bei Gold wird man auf die Notenbanken schauen – auch hier wirken sich Zinssenkungen tendenziell positiv aus. Die Geopolitik wird zudem weiter eine Rolle spielen – der Krieg in der Ukraine oder die Handelskonflikte der USA. Außerdem ist da noch die Frage, wie sich das Thema Künstliche Intelligenz entwickelt. Wichtig ist, weiter breit aufgestellt zu sein und nicht alles auf eine Karte zu setzen. Es wird sicherlich ein spannendes und auch oft turbulentes Börsenjahr.“

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/boersen-expertin-warnt-wir-haben-die-groesste-rentenluecke-diese-schritte-helfen-zr-94082076.html