Nach Mayer & Cie.: Nächstes Textilunternehmen stellt den Betrieb ein – alle Mitarbeiter gekündigt
Nach dem einstigen Weltmarktführer Mayer & Cie. muss ein weiteres Textilunternehmen den Betrieb einstellen. Die Mitarbeiter erhielten bereits die Kündigung.
Albstadt – In Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis, Baden-Württemberg) herrscht noch immer Bestürzung über das Ende des einstigen Weltmarktführers Mayer & Cie., und auch die Explosion eines Wohnhauses mit drei Toten dürfte noch nicht verarbeitet sein. Zur Ruhe kommt der zweitgrößte Ortsteil von Albstadt aber dennoch nicht, da inzwischen auch das Ende eines weiteren Textilunternehmens besiegelt ist, das im Oktober 2025 aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet hat.
Wie die Schwäbische Zeitung berichtete, hatten die Geschäftsführer der Biggi M Mode GmbH im Oktober noch die Hoffnung, dass eine erfolgreiche Frühjahreskollektion das Unternehmen wieder in die gerade Spur bringen könne. Das um die Jahrtausendwende gegründete Unternehmen ist auf Damenmode in großen Größen spezialisiert, die jedoch im Ausland produziert wird. Besonders die Lage in der Türkei führte zu einem finanziellen Engpass und nun zum Ende des Unternehmens.
Biggi M: Frühjahrskollektion hätte erst im Sommer Umsatz gemacht – „das Risiko war zu hoch“
Die Hoffnung, trotz des finanziellen Engpasses eine Frühjahrskollektion auf die Beine stellen zu können, ist nicht aufgegangen. Dem Zollern-Alb-Kurier erklärte Insolvenzverwalter Matthias Rösch aus Ravensburg, dass eine solche Kollektion frühestens im April oder Mai erste Umsätze generiert hätte. „Das Risiko war zu hoch“, sagte der Rechtsanwalt. „Allein die Löhne für die Mitarbeiter hätten ab Januar nicht mehr bezahlt werden können.“ Auch die Suche nach einem Investor blieb erfolglos.
| Name | Biggi M Mode GmbH |
|---|---|
| Gründung | 2000 |
| Sitz | Albstadt-Tailfingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Textilindustrie |
| Mitarbeiter | 11 (Dezember 2025) |
Biggi M ist im Vergleich zu Mayer & Cie., von dessen Schließung rund 300 Mitarbeiter betroffen sind, deutlich kleiner. Dennoch verlieren auch durch das Ende des Textilunternehmens 11 Angestellte ihren Job. Die Kündigungen wurden bereits im Dezember ausgesprochen. Diese Mitarbeiter haben bislang in Albstadt-Tailfingen die Mode designt, die in Ländern wie der Türkei produziert wurde. Mitte 2025 gingen auch bei einem Textilunternehmen im Erzgebirge (Sachsen) endgültig die Lichter aus.
Biggi M: Lösungsansätze waren für das Textilunternehmen nicht stemmbar
Wie Matthias Rösch weiter berichtete, gab es vor der Entscheidung, den Betrieb einzustellen, gewisse Möglichkeiten, die aus bestimmten Gründen aber nicht umgesetzt werden konnten. Zum einen hätte Biggi M mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Januar die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter wieder aus eigener Tasche finanzieren müssen, was aber nicht möglich gewesen sei. Zum anderen hätten die Geschäftsführer persönliches Geld zuschießen oder eine neue GmbH gründen müssen. „Dafür hätte es aber eine halbe Million Euro gebraucht“, so der Insolvenzverwalter.
Für eine Traditionsbrauerei in Bayern konnte dagegen eine Lösung gefunden werden, sie startet mit einem neuen Konzept. (Verwendete Quellen: schwaebische.de/zollern-alb-kurier, eigene Recherche)