Trumps Grönland-Connection: Kosmetik-Milliardär mit Verbindung zu Putin riet ihm zum Kauf

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Donald Trump greift nach Grönland. Die Idee dafür soll er von einem befreundeten Milliardär bekommen haben, der auch Verbindungen zu Putin hat.

Washington, D. C. – „Wir brauchen Grönland aus Sicht der nationalen Sicherheit“, stellte US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen an Bord der Air Force One erneut mit Nachdruck klar. Nach dem militärischen Einsatz der USA gegen Venezuela und der Entführung von Staatschef Nicolás Maduro richtet Trump seinen Fokus wohl erneut auf die größte Insel der Welt. In Dänemark und der restlichen NATO steigt die Anspannung. Macht der US-Präsident mit Blick auf Grönland ernst? Mit Blick auf seine Grönland-Pläne rückt auch ein milliardenschwerer Kosmetik-Erbe mit Verbindungen in den Kreml in den Fokus.

Trump betont mit Nachdruck, dass die USA Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit brauchen. In Dänemark steigt die Spannung. © Montage: Alex Brandon/Zhao Dingzhe/dpa

Ronald Lauder, Erbe des Kosmetikunternehmens Estée Lauder, soll Donald Trump bereits während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2019 auf die Idee gebracht haben, die Insel für die USA zu kaufen. Das berichteten die Journalisten Peter Baker und Susan Glasser erstmals in ihrem 2022 erschienenen Buch „The Divider“. Eben jener Ronald Lauder, dessen Vermögen vom Forbes-Magazin auf 4,7 Milliarden geschätzt wird, hat Berichten der dänischen Zeitung Politiken zufolge Ende 2025 in zwei Unternehmen in Grönland investiert. Experten vermuten hinter dem Vorstoß eine mögliche politische Agenda. Welche Rolle spielt der Milliardär und Trump-Vertrauter im Werben um Grönland?

Trumps Grönland-Plan: Vertrauter Milliardär soll US-Präsident zum Kauf geraten haben

Klar ist, dass Trump und Lauder auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Beide waren bereits in den 60er-Jahren Kommilitonen auf der renommierten Wharton Business School der Universität von Pennsylvania. Jahrzehnte später unterstützte der Kosmetik-Erbe Trumps Wahlkampf mit einer Summe von über einer Million US-Dollar. Ihre gemeinsame Vergangenheit sorgte wohl auch dafür, dass Lauder Einfluss auf Trump ausüben konnte. Dass der Milliardär es war, der den US-Präsidenten 2019 auf Grönland aufmerksam machte, bestätigte auch Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton.

„Ich erinnere mich, dass ich von Trump etwas dazu gehört habe, von dem ich später erfahren oder herausgefunden habe, dass es von Ronald Lauder stammt“, bestätigte Bolton im vergangenen Jahr in einem Interview mit The Free Press. Danach habe es in Trumps Umfeld erste Debatten darüber gegeben, wie die USA ihren Einfluss auf Grönland verstärken könnten. „Es gab viele Möglichkeiten. Aber sie führten zu nichts, weil Trump alles öffentlich aussprach und die ganze Sache eskalierte“, erinnert sich Bolton weiter. Kurz darauf überwarf sich Bolton mit Trump und gilt seitdem als Kritiker des US-Präsidenten.

Kosmetik-Milliardär riet Trump nach Putin-Treffen zum Grönland-Kauf

Besonders pikant an der Geschichte: Ebenfalls 2019 traf sich Lauder mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau. Der Milliardär agiert seit 2007 auch als Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Dessen Anspruch ist eine Vertretung der politischen Belange aller Juden in der Diaspora. In dieser Funktion reiste Lauder auch zweimal in den Kreml – 2016 und im März 2019. An dem Treffen nahm auch Putins Berater Juri Uschakow teil, der inzwischen einer der Unterhändler für die Verhandlungen zwischen Russland und den USA über ein Ende des Ukraine-Kriegs ist.

Das italienische Portal Corriere della Sera stellt wegen der zeitlichen Nähe die Möglichkeit in den Raum, dass Putin Lauder – bewusst oder unterbewusst – dazu gebracht haben könnte, Trump erneut auf Grönland anzusprechen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge soll Trump bereits 2017 über einen Kauf Grönlands nachgedacht haben. Ernst seien die Bemühungen aber erst 2019 geworden. Das Wall Street Journal berichtete im August 2019 erstmals öffentlich über Trumps Vorhaben.

Ronald Lauder (m) gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin bei seinem Besuch im Kreml im März 2019.
Ronald Lauder (m) gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin bei seinem Besuch im Kreml im März 2019. © Kremlin Poo/imago

Auch wenn es für diese Theorie keine Beweise gibt, wäre ein russisches Kalkül zumindest theoretisch denkbar. Trumps Bemühungen um Grönland würden den Zusammenhalt in der NATO auf eine Belastungsprobe stellen – wie man an den Entwicklungen der vergangenen Wochen sehen kann. Weiterhin würde eine Völkerrechtsverletzung durch die USA in Grönland russische Aggressionen gegen die Ukraine legitimieren – so die Theorie. Dass dieses Narrativ vom Kreml verbreitet wird, kann man ebenfalls in den jüngsten Entwicklungen sehen. So machte unter anderem Putins Sondergesandter Kirill Dmitriev in zahlreichen Beiträgen auf X auf Trumps Vorgehen mit Blick auf Grönland aufmerksam.

Übernahme-Pläne von US-Regierung – Trump-Vertrauter investiert in Grönland-Firmen

In diesem Kontext ist auch ein weiterer Schritt von Ronald Lauder bemerkenswert. Im Dezember 2025 meldete die dänische Zeitung Politiken, dass Lauder sich gleich in zwei Firmen mit Sitz in Grönland eingekauft hat. Darunter das Unternehmen Greenland Water Bank, das die Lizenz zum Abfüllen und Verkauf von grönlandischem Quellwasser besitzt. Experten blicken kritisch auf diesen Schritt. „Es handelt sich hier nicht nur um einen reichen Mann; es ist die Person, die – wenn die Geschichte stimmt – eine entscheidende Rolle dabei spielte, dass Trump auf die Idee kam, Grönland zu kaufen“, sagte Marc Jacobsen vom Institute for Strategy and War Studies am Royal Danish Defence College im Gespräch mit Politiken. „Es wäre also töricht, in diesem Zusammenhang naiv zu sein. Es handelt sich eindeutig um eine strategische Investition seinerseits.“

So plant die Greenland Investment Group, ein weiteres Unternehmen, in das sich eine Investorengruppe um Lauder eingekauft hat, dem Bericht zufolge den Bau eines Wasserkraftwerks an Grönlands größtem See. Dieses könnte wiederum Strom für die Förderung und Verarbeitung von seltenen Erden in Grönland liefern. Über diese Vorkommen schrieb Lauder bereits im Frühjahr 2025 in einem Gastbeitrag für die New York Post.

Trumps will Grönland: Kosmetik-Milliardär wirbt wegen seltener Erden für US-Präsenz

„Eine stärkere Präsenz der USA in Grönland würde der feindseligen Militarisierung der Arktis entgegenwirken, wirtschaftliche Übergriffe durch Konkurrenten verhindern und die Kontrolle über wichtige Seltenerdressourcen sichern“, schrieb der Milliardär damals. Damit könnten die USA auch ihre Abhängigkeit von China reduzieren, das derzeit noch die Lieferketten dominieren würde. „Trumps Grönland-Konzept war nie absurd – es war strategisch“, lobte Lauder den US-Präsidenten in seinem Gastbeitrag weiter. Ein wenig verwunderliches Fazit, wenn man bedenkt, dass es Lauder war, der Trump überhaupt erst auf Grönland aufmerksam gemacht hatte. Der Kosmetik-Milliardär könnte sich mit seinen Investments also bereits für den Fall in Stellung bringen, dass Trump mit Blick auf die größte Insel der Welt ernst macht.

Dazu passt auch die Schilderung von Ex-Sicherheitsberater Bolton, Lauder habe sich bereits während Trumps erster Amtszeit als Vermittler zwischen den USA und Dänemark angeboten. Rasmus Sinding Søndergaard vom Danish Institute for International Studies, verwies gegenüber Politiken auch darauf, dass Trump seine Entscheidungen nicht selten auf Gespräche mit Vertrauten oder Geschäftspartnern stützt – auf „Leute wie Ronald Lauder“. Nicht umsonst hält sich in Washington das Gerücht, dass Trump stets die Meinung der Person annimmt, mit der er zuletzt gesprochen oder Golf gespielt hat. Neben Trump dürften Beobachter in den kommenden Wochen deswegen also auch einen genauen Blick auf die nächsten Schritte von Ronald Lauder werfen. (Quellen: Politiken, The Free Press, Corriera della Sera, New York Post, Wall Street Journal, Reuters, Forbes, eigene Recherchen) (fdu)