Ende des Ukraine-Kriegs: Selenskyj zeigt sich optimistisch – und nennt möglichen Zeitraum
Gibt es Fortschritte im Friedensprozess für ein Ende des Ukraine-Kriegs? Präsident Selenskyj lässt Zuversicht durchblicken.
Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich vorsichtig optimistisch zu einem möglichen Ende des seit 2022 andauernden Ukraine-Kriegs geäußert. Bei einem Besuch in Zypern schloss er nicht aus, dass der Konflikt bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 beendet sein könnte. Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund von anhaltenden Fortschritten bei Friedensgesprächen und der Planung einer möglichen Nachkriegsordnung.
„Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben“, erklärte Selenskyj während seines Aufenthalts in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia. Deswegen prognostizierte der ukrainische Präsident vorsichtig: „Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann.“ Zypern hat turnusgemäß zum 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernommen und wird diese am 30. Juni an Irland übergeben. Selenskyj hält somit ein Ende des Ukraine-Kriegs im ersten Halbjahr 2026 für möglich.
Ende des Ukraine-Kriegs: „Koalition der Willigen“ sagt Kiew Sicherheitsgarantien zu
Auf einem kürzlich stattgefundenen Gipfeltreffen in Paris haben die Unterstützerländer der Ukraine konkrete Zusagen gemacht. Die teilnehmenden Staaten haben Kiew Sicherheitsgarantien nach einem Waffenstillstand zugesagt. Zudem wurden Pläne konkretisiert, wie ein zukünftiger Frieden in der Ukraine militärisch abgesichert werden kann. Die Regierung von Präsident Selenskyj hatte wiederholt klargemacht, dass man einem Ende des Ukraine-Kriegs nur dann zustimmen könne, wenn die Ukraine Sicherheitsgarantien von den Verbündeten erhalte, um sie vor erneuten russischen Aggressionen zu schützen.
Bei der Umsetzung dieser Sicherheitsgarantien zeichnen sich unterschiedliche Ansätze der Mitglieder der sogenannten „Koalition der Willigen“ ab. Während Frankreich, Großbritannien und einige andere Nationen bereit sind, Truppen direkt in die Ukraine zu entsenden, bevorzugen andere Staaten wie Deutschland eine Unterstützung von außen. Bundeswehrsoldaten könnten nach Vorstellung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) etwa nach Polen an die Grenze zur Ukraine entsendet werden.
Chance auf Ende des Ukraine-Kriegs? Selenskyj fordert weitere Sanktionen gegen Putin-Regime
Trotz der von Selenskyj genannten Fortschritte auf diplomatischer Ebene bleibt die Haltung Russlands bisher unverändert. Moskau lehnt alle bisherigen Friedensvorschläge ab, welche die Präsenz von NATO-Truppen in der Ukraine vorsehen. Die Regierung von Präsident Wladimir Putin sieht diese Sicherheitsgarantien als inakzeptabel an.
Angesichts der anhaltenden russischen Ablehnung von Friedensinitiativen betonte Selenskyj die Notwendigkeit, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten. „Jeden Dollar, den Russland verliert, verliert es als Aggressor“, erklärte der ukrainische Präsident und unterstrich damit die Bedeutung wirtschaftlicher Sanktionen als Druckmittel gegen das Putin-Regime.
Mögliches Ende des Ukraine-Kriegs: Herausforderungen bleiben – was macht Trump?
Ob ein Ende des Ukraine-Kriegs im ersten Halbjahr 2026 wirklich realistisch umsetzbar ist, bleibt abzuwarten. Weiterhin bleiben erhebliche Herausforderungen bestehen, insbesondere angesichts der unveränderten Position Russlands. Entscheidend dürfte dabei auch die Haltung von US-Präsident Donald Trump sein, der seit seinem Amtsantritt oft wankelmütig in seiner Ukraine-Politik war.
Dabei zeigte sich Trump auch immer wieder enttäuscht von Selenskyj und Putin und kritisierte den mangelnden Fortschritt. Sollten sich die USA weiter aus dem Friedensprozess zurückziehen, dürfte sich dieser noch schwieriger gestalten als ohnehin schon. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die diplomatischen Fortschritte in konkrete Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs umgesetzt werden können. (Quellen: dpa, afp) (fdu)