Urkundenfälschung, Betrug, Missbrauch von Ausweispapieren: Die Liste der Tatvorwürfe ist lang gegen zwei Angeklagte, denen der Prozess am Landgericht gemacht wird. Sie sollen Geldbörsen gestohlen und später mit den Bankkarten mehr als 500 000 Euro abgehoben haben.
München - Wenn Betrüger versuchen an Geld zu kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Meistens wickeln sie ihr Opfer emotional ein, drohen – mitunter gibt es sogar gewalttätige Übergriffe oder Raub. Ganz anders die zwei Angeklagten, die aktuell vor dem Münchner Landgericht stehen: Sie sollen die Geldbörsen gestohlen haben, waren dann aber gar nicht groß an dem Inhalt interessiert. Sondern nur an den Bank-Karten, mit denen sie später Bares abgehoben haben.
Verkleidet soll das Betrüger-Paar das Geld bei Banken abgehoben haben
Auf abenteuerliche Weise: Laut Anklage kleidete sich Kerstin O. (62) wie ihre Diebstahlsopfer und setzte sogar verschiedene Perücken auf, um deren Optik nachzuahmen. So ging sie jeweils zur Bankfiliale. 29 Fälle hat die Staatsanwaltschaft angeklagt. Der Schaden liegt bei über 500 000 Euro.
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Hintermänner brachen Autos auf und in Bürogebäude ein
Andreas H. (52) gilt laut Staatsanwaltschaft als Drahtzieher, der Kerstin O. zu den Taten überredet haben könnte. Laut Anklage lernten beide sich im Januar 2022 kennen und schlossen sich zusammen. Die Taten fanden dann überwiegend in Bayern statt. Neben den beiden Angeklagten gibt es wohl auch noch Hintermänner, die unter anderem Autos aufgebrochen oder in Bürogebäuden die Geldbörsen gestohlen haben sollen.
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Bis zu 25 000 Euro bei der Stadtsparkasse München abgezockt
Mehrfach betroffen ist auch die Stadtsparkasse München. Bis zu 25 000 Euro wurden Kerstin O. dort ausgehändigt – „zur Not zeigte ich einen Führerschein vor. Ich habe mir jeweils Mut angetrunken, bevor ich zum Schalter gegangen bin“, sagt Kerstin O. Die Taten gibt sie zu, während Andreas H. schweigt. Urteil am 12. September!