Merz: „Mit Vier-Tage-Woche werden wir Wohlstand nicht erarbeiten“

Im bayerischen Miesbach hat sich die CSU zum Neujahrsempfang getroffen. Der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht in seiner Rede über Präsident Donald Trump ebenso wie über Frieden und Sicherheit. Zentrale Themen, die die Menschen in Deutschland bewegen. Für Frieden und Freiheit muss sich seiner Meinung nach einiges ändern.

„Das alles wird uns nur gelingen, wenn wir gleichzeitig wieder eine starke Volkswirtschaft haben. Dieses Land muss raus aus seiner strukturellen Wachstumsschwäche“, betont Merz. Dafür müssten wir miteinander klären: „Sind wir in unserer Gesellschaft bereit, uns dafür gemeinsam anzustrengen? Sind wir in unserer Gesellschaft bereit, uns dafür gemeinsam mehr anzustrengen, als wir das in den vergangenen Jahren vielleicht getan haben?“ 

Der Kanzler unterstreicht zwar, dass es etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei der Polizei und der Bundeswehr viele Menschen gebe, „die in unserem Land Großes leisten und sich enorm anstrengen“. Und ergänzt: „Aber insgesamt ist die volkswirtschaftliche Leistung unseres Landes nicht gut genug.“

Wohlstand gibt es nicht mit Vier-Tage-Woche

Der Bundeskanzler zieht einen Vergleich mit dem Nachbarland Schweiz: „Wenn wir in Deutschland 200 Stunden weniger arbeiten als unsere Nachbarn in der Schweiz, meine Damen und Herren, dann kann das keine kulturellen Gründe haben.“

Merz ist sich sicher, dass wir so weit sind wir nicht voneinander entfernt seien und bilanziert: „Wir werden allein mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche den Wohlstand nicht erarbeiten, den wir brauchen, um die Zukunft zu gestalten.“

3 Zahlen, die Merz für 2026 auf Wirtschaftswachstum hoffen lassen

Die Lage der deutschen Wirtschaft ist durchwachsen – es lassen sich negative wie positive Signale finden. Merz gibt zu bedenken, dass beispielsweise die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im letzten Jahr die höchste seit Jahren war.

Dennoch hat der Bundeskanzler auch ein paar gute Nachrichten mitgebracht:

  1. „Wir sehen, dass in der deutschen Wirtschaft im November und im Dezember die Aufträge stark gestiegen sind.“
  2. „Wir sehen, dass die Inflationsrate auf unter zwei Prozent gesunken ist.“
  3. „Wir haben Zahlen bekommen, dass im letzten Jahr 2025 so viele neue Unternehmen gegründet worden sind, in der sogenannten Start-up-Szene, wie noch nie zuvor. Über ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. In Bayern übrigens fünfzig Prozent mehr als im Jahr zuvor.“

Das lässt Merz etwas zuversichtlich in dieses neue Jahr blicken: „Selbst die Wachstumsraten werden nach oben korrigiert für das Jahr 2026. Wir können damit rechnen, dass das Jahr 2026 endlich ein Jahr wird, in dem wir wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum haben.“

„Wir sind kein Nanny-Staat“

Trotz all der Hausaufgaben, die die Politik zu erledigen hätte, appelliert der Bundeskanzler abschließend noch einmal an die Eigenverantwortung der Menschen. Sie müssten in der eigenen Sache wieder mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen. 

Merz erklärt: „Wir sind kein Nanny-Staat. Wir sind ein Staat freier Bürger. Und freie Bürgerinnen und Bürger haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, ihren Beitrag zu leisten, wie die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft gestaltet werden kann.“