Ihr Minimalziel Viertelfinale haben die deutschen Frauen bei der Eishockey-Weltmeisterschaft im tschechischen Budweis erreicht – das hatten sie unter anderem der Freisingerin Sandra Abstreiter zu verdanken.
Budweis/Freising – Mit ihrem Abschneiden bei der WM durfte das deutsche Team um die Freisinger Torhüterin Sandra Abstreiter insgesamt zufrieden sein, sind sie doch gegen den späteren Weltmeister USA ausgeschieden. Abstreiter spielte dabei erneut eine überragende WM und stand bei allen Spielen im deutschen Tor.
Normalerweise feuern die Akteurinnen pro Spiel rund 30 Schüsse auf das gegnerische Tor ab, mal ein paar mehr, mal ein paar weniger. Die Amerikanerinnen schossen in der Viertelfinalpartie satte 55 Mal auf den deutschen Kasten. Nur dreimal wurde Abstreiter bei der 0:3-Niederlage überwunden – eine tolle Quote. „Ich hatte generell viel zu tun – speziell im letzten Spiel“, sagte die 26-Jährige und ergänzte: „Das bin aber nicht nur ich. Auch die Verteidigerinnen blocken sehr viele Schüsse und räumen vor dem Tor auf.“
Durchwachsene Gruppenphase – aber klare Leistungssteigerung
Der WM-Auftakt war mit einem 2:5 gegen Schweden wenig verheißungsvoll. „Unser Start war leider nicht so gut. Das kann man darauf schieben, dass es nach der Olympia-Qualifikation unser zweites Saisonhighlight war“, meinte Abstreiter. „Aber da konnten wir uns schon mal dran gewöhnen, nächstes Jahr ist es mit Olympia und der WM ja genau so.“
Es folgten Siege gegen Norwegen (5:2) und Ungarn (4:1), ehe das deutsche Team eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen Japan einstecken musste. „Ich glaube, wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, das letzte war unser bestes – es war auch der schwerste Gegner“, analysierte die Freisingerin.
„Ich freue mich insgesamt über meine Performance“
„Wir haben gegen die USA einen sehr guten Kampf geliefert und sie geärgert. Das hatten sie sich sicher nicht so vorgestellt“, sagte Abstreiter. Was sie besonders hervorhob: „Vor allem im Powerplay hat die USA nicht wirklich viel erreicht.“ Das deutsche Unterzahl-Spiel war hervorragend, und die Freisingerin betonte stolz: „Wir hatten eine Unterzahlquote von 100 Prozent.“ Auf der anderen Seite habe das deutsche Powerplay sehr gut funktioniert. „Nur schade, dass wir in den beiden letzten Spielen keins mehr hatten“, stellte sie lachend fest.
Die 26-Jährige betonte: „Ich freue mich insgesamt über meine Performance, aber letztlich haben wir nur den achten Platz belegt. Das ist nicht ganz das Ergebnis, das wir uns vorgestellt haben.“ Das Minimalziel sei der Einzug ins Viertelfinale gewesen. „Das haben wir erreicht, darauf dürfen wir auch stolz sein. Aber es ist natürlich noch Luft nach oben.“ Die WM in Tschechien sei eine „Megazeit“ gewesen, freute sich Abstreiter. „Budweis ist eine sehr, sehr schöne Stadt.“ In der Freizeit sei das Team viel gemeinsam unterwegs gewesen. „Wir konnten sehr viel Kaffee trinken gehen und ratschen, das hat uns als Mannschaft sehr geholfen, dass wir nochmal weiter zusammenzuwachsen.“
Erst ein Heimatbesuch in Freising, dann die Playoffs in Kanada
Was die Freisingerin noch freute: „Es war so schön, dass die Familie und Freunde da waren. Es ist immer schön, Unterstützung von zu Hause zu haben.“ Nach dem Ausscheiden ging es zurück in die Domstadt, „und da habe ich noch ein paar Tage daheim verbracht“.
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Am Ostermontag ging es dann schon wieder zurück nach Kanada, wo Abstreiter mit ihrem Team Montreal Victoire in der PWHL, der besten Frauenliga der Welt, in den Playoffs steht. „Dann ist erstmal Sommerpause“, sagt die 26-Jährige, hat aber auch schon die kommende Saison im Visier. „Im November kommt ja schon wieder der Deutschland Cup in Landshut – und da gilt es für uns, den Titel zu verteidigen.“