Christian und Kilian Gruber standen am vergangenen Spieltag gemeinsam für den FCA Unterbruck II auf dem Platz. Für den Vater war es etwas ganz Besonderes.
Unterbruck – Beim Wiederauftakt in der A-Klasse 5 schickte der Unterbrucker Trainer Florian Danhofer mit Christian (53) und Kilian Gruber (18) erstmals ein Vater-Sohn-Gespann auf den Rasen. Für Christian Gruber, der seinen Sprössling über zehn Jahre als Coach begleitet hatte, durchaus ein ganz besonderer Moment. Denn: „Es gibt nur wenige, die das in ihrer Karriere geschafft haben.“
Angesichts der schwierigen Personalsituation im Kader der FCA-Reserve hatte der 18-Jährige schon lange damit gerechnet, dass dies irgendwann einmal passieren wird. Immerhin absolvierte sein Vater, der in der Vergangenheit immer wieder ausgeholfen hatte, in der laufenden Saison bis dato elf von 15 Pflichtspielen. Der in der Hinrunde verletzte A-Jugendspieler selbst gehört hingegen dem erweiterten Kader der Unterbrucker „Ersten“ an. „Dadurch hat er jetzt den gleichen Trainer wie ich vor 25 Jahren“, erzählt Christian Gruber. Beim damaligen Landesliga-Club SE Freising war er nämlich ebenfalls unter Trainerlegende Sepp Summerer aufgelaufen.
Nur das Ergebnis trübte das Erlebnis
Und wahrscheinlich hatte Summerer auch bei dieser außergewöhnlichen Fußballgeschichte seine Finger mit im Spiel: „Ich hatte am Donnerstag nach dem Training von meinem Einsatz in der Zweiten erfahren“, sagt das Nachwuchstalent, das am Sonntag dann an der Seite seines Vaters in der Startelf zu finden war. Aufgeregt sei er dabei derweil nicht gewesen. Vielmehr habe die Vorfreude auf dieses erste gemeinsame Match überwogen. Lediglich das Ergebnis – der Tabellenletzte Unterbruck II kassierte gegen den Spitzenreiter TSV Reichertshausen eine 0:7-Heimklatsche – hätte gerne anders ausfallen dürfen. „Denn eigentlich wollten wir beide ein Tor schießen und das Ding mit 2:0 gewinnen“, erklärt Christian Gruber, der sich fußballerisch zunehmend in seinem Sprössling wiedererkenne, mit einem Schmunzeln. Insbesondere in puncto Ballbehandlung und Dynamik wisse der Junior nämlich genauso zu überzeugen. „Darüber hinaus ist er sehr ehrgeizig und arbeitet viel an sich. Er muss lediglich geduldig bleiben.“
Hinter seiner Leistung verstecken müsse sich allerdings auch der Papa nicht: „Er ist technisch sehr stark, hat eine clevere Spielweise und ist körperlich fit“, sagt sein Sohn Kilian. „Dem Alter geschuldet bin ich aber fitter als er.“ Ein kleiner Seitenhieb des sportbegeisterten Gymnasiasten, der immerhin 35 Jahre jünger als sein Vater ist. Ans Aufhören denkt dieser trotzdem nicht: „Mein Ziel ist es, in zwei Jahren mit meinen beiden Söhnen zu spielen.“ Für Maximilian Gruber, der aktuell in der B-Jugend des FC Pipinsried kickt, wäre dann ein Einsatz im Herrenbereich möglich.
Ambitioniertes Ziel für die nahe Zukunft
Wie häufig das zentrale Mittelfeld-Duo bis dahin zusammen auf dem Feld stehen wird, könne jedoch keiner von beiden so wirklich abschätzen. Vor allem, da Kilian Gruber in naher Zukunft ein ambitioniertes Ziel verfolgt: „Ich möchte regelmäßig in der Ersten zum Zug zu kommen.“ Allerdings rechnet Christian Gruber fest damit, „dass es in der Rückrunde auf jeden Fall noch mindestens einmal vorkommt“. Vielleicht ja gleich an diesem Samstag (13 Uhr) im Gastspiel bei der Reserve des TSV Eching. „Dort wird es für uns aber erneut nicht einfach werden“, weiß der erfahrene FCA-Kicker, der jedoch weiter auf den Klassenerhalt in der A-Klasse hofft.
Franziska Kugler