Die Stockschützen der SpVgg Zolling haben bei der Tagblatt-Sportlerwahl den zweiten Platz belegt. Und das mit einer Leistung, die sie selbst überrascht hat.
Hetzenhausen/Zolling – Die schönsten Erfolge sind immer die, bei denen sich Sportler mit ihren Heldentaten selbst überraschen. Das war beim Aufstieg der Zollinger Stockschützen in die Oberliga auf Asphalt der Fall. Dem Verein gelang damit nicht nur der große Wurf, sondern auch der Sprung auf den zweiten Platz bei der FT-Leserwahl in der Kategorie „Mannschaft des Jahres 2024“. Lediglich das Luftpistolenteam der Schweden-Schützen aus Kranzberg hatte noch mehr Stimmen erhalten. 477 Mal wurden die Stockschützen gewählt.
„Eigentlich wollten wir nur den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga schaffen“, sagte SpVgg-Abteilungsleiter Ludwig Schmitt bei der Sportlerehrung im Hotel-Landgasthof Hofmeier in Hetzenhausen. Dann passierte am alles entscheidenden Wettkampftag aber das, was sich Sportler wünschen: „Jeder von uns hatte seinen besten Tag erwischt.“ Damit gelang der Überraschungscoup – und damit ist das Team nun in der vierthöchsten deutschen Klasse. „Auf diesen Erfolg sind wir natürlich alle sehr stolz“, betonte der Spartenchef im Namen seiner Mannschaft. Die erfahrenen Spieler des Aufstiegsteams müssen sich nun vor allem auf deutlich jüngere Gegner einstellen. Schmitt sieht das mit großer Vorfreude und Spannung: „Diese Liga und die Gegner sind allesamt Neuland für uns.“
Besondere Derbys in der Oberliga
Die SpVgg Zolling darf sich nun auf besondere Derbys freuen: In der Oberliga geht es unter anderem gegen die Nachbarvereine SC Oberhummel und FC Eitting. „An einem guten Tag können wir beide schlagen“, sagte der SpVgg-Funktionär. Die Spieler kennen sich von Freundschaftsturnieren – und nun gibt es ein sportliches Wiedersehen beim Kampf um Ligapunkte. Man brauche für Derbyerfolge und Oberliga-Siege nur wieder die – durch die Bank – konstanten Leistungen vom Vorjahr.
Indischer Pater spielt in der Zweiten Mannschaft
Schmitt ist überzeugt, dass das Team den Erfolg bestätigen und sich in der Oberliga halten kann. Er sieht die SpVgg Zolling auch in der Breite bestens aufgestellt, „weil wir zehn gute Schützen auf etwa dem gleichen Niveau haben“. So kann man auch den einen oder anderen immer wieder möglichen Ausfall kompensieren. Der jüngste Neuzugang – Zollings indischer Pater Ignatius Kullu – muss sich erst einmal hinten anstellen: Er ist als Spieler bei der Zweiten Mannschaft in der Bezirksklasse vorgesehen.
Die Stockschützen aus Zolling haben eine große Vergangenheit. So spielten die Männer schon in der Regionalliga und die Frauen einst mit der legendären Cilli Simon in der Bundesliga. Im Kreis Freising sind die Zollinger eine der besten Adressen, nicht zuletzt wegen der guten Trainingsbedingungen in der eigenen Halle. Die starke Platzierung bei der FT-Sportlerwahl bewertet Schmitt sehr hoch: „Für uns ist das ein sehr wertvolles Ergebnis.“