Seit über einem Jahr wird Kätzin Pepper von ihrer Familie in Gmund gesucht. Doch offenbar hat sie trotz Chip ein anderer zu seinem Haustier gemacht. Beim Tierschutzverein kennt man Fälle wie diesen – und bittet dringend darum, Fundkatzen zu melden. Oft warten verzweifelte Besitzer.
Gmund – Kätzin Pepper, eine markant gezeichnete Schönheit, wird seit ihrem plötzlichen Verschwinden so sehr vermisst, dass Birgitt Geschke-Ranhart die Tage gezählt hat. 13 Monate und 25 Tage lang haben die Gmunderin und ihre Familie alle Register gezogen, das Tier zu finden, seit es im Alter von nur neun Monaten aus der Wohnung entwischt war. Jetzt ist sie sich sicher, Pepper gesehen zu haben. In Ostin, südlich der Georg-Stöger-Straße 15 und der Schlierseer Straße, nur 200 Meter von ihrem eigentlichen Zuhause entfernt. Geschke-Ranhart war mit ihrer Schwester im Auto unterwegs, als die Katze über eine Wiese spazierte. „Wir haben angehalten und sind ausgestiegen.“ Aber Pepper habe sich nur umgeschaut und langsam entfernt.
„Sind nicht sicher, ob sie uns noch kennt“
„Wir sind nicht sicher, ob sie uns nach einem Jahr noch kennt“, meint Geschke-Ranhart. Sie und auch ihre Schwester hätten Pepper aber eindeutig identifiziert. Gut habe Pepper ausgesehen, gepflegt und nicht abgemagert. Ihre Eigentümerin ist froh darüber, schließlich hat sie sich viele Sorgen gemacht.
Pepper ist gechippt, beim Verein Tasso registriert und dort als vermisst gemeldet. Ihre Familie hat via Facebook nach ihr gefahndet, einen Finderlohn ausgesetzt, Suchplakate aufgehängt und in Briefkästen geworfen. Einmal kam ein Hinweis, doch der führte ins Nichts.
Die Familie will Gewissheit
Jetzt sucht Geschke-Ranhart den oder die Menschen, bei denen ihre Katze jetzt wohnt. „Wir werden Ihnen Pepper nicht wegnehmen“, verspricht sie den neuen Haltern. Die betrachteten die junge Katze wohl als zugelaufen. „Wir sind glücklich, dass wir Pepper gesehen haben, und so traurig, dass niemand ihren Chip beim Tierarzt hat auslesen lassen und sie uns zurückgebracht hat“, meint Geschke-Ranhart.
Im Sinn des Tiers fordert die Familie die Katze nicht zurück. „Aber wir wollen Gewissheit haben, wer sich um sie kümmert und wo sie jetzt lebt.“ Darum hat Geschke-Ranhart erneut eine Suchmeldung auf Facebook gepostet und will wieder Handzettel verteilen, vor allem in dem Gebiet, in dem sie die Katze gesehen hat. Erreichbar ist Geschke-Ranhart unter Tel. 01 51 / 26 24 03 65.
Appell des Tierschutzvereins
Ein Fall wie dieser begegnet Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, nicht zum ersten Mal. „Katzen sind oft sehr zutraulich und lassen sich gerne füttern“, weiß sie. Der Tierschutzverein empfehle aber dringend, den Eigentümer anscheinend verlassener Katzen zu suchen. Leider komme es oft vor, dass zwar ein Chip gesetzt, dieser aber nicht registriert sei, berichtet Ecker-Schotte. Wer jedoch ein Tier einfach anfüttere und ohne Rücksicht auf die verzweifelten Eigentümer an sich binde, verhalte sich unmöglich: „Das macht man einfach nicht.“
Verwechslung leicht möglich
Allerdings, so Ecker-Schotte, könne man sich bei der Identifizierung seiner Katze auch täuschen. Das habe sie erst vor Kurzem erlebt, als ihr eine Fundkatze beim Wendelstein gemeldet wurde. Sie glich das Foto mit der Beschreibung vermisster Katzen ab und verständigte zwei mögliche Eigentümer. Eine Frau war beim Blick auf das Bild sicher, ihren Liebling wiedergefunden zu haben und machte sich sofort auf den Weg. Doch ein Chip-Abgleich zeigte: Es war nicht ihre Katze. Gefunden hat Ecker-Schotte deren richtigen Eigentümer übrigens noch, er wohnt ein großes Stück entfernt. „Bei Katzen“, weiß Ecker-Schotte, „ist alles möglich.“