Wahlkampf rund um den Globus: Neufahrner bewirbt sich erneut für Amt im Gewichtheber-Weltverband

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Als Vorstand der Gewichtheber reiste Florian Sperl unter anderem 2024 zu den Olympischen Spielen in Paris. (Archivfoto) © Hans Lippert

Florian Sperl befindet sich in der heißen Phase des Wahlkampfs: Der Neufahrner bewirbt sich erneut für ein Amt im Weltverband der Gewichtheber. Die Entscheidung fällt im Mai in Saudi-Arabien.

Egling - Der 14. Oktober 2023 hat sich bei Florian Sperl ins Gedächtnis gebrannt: An jenem Tag verfolgte der Neufahrner zu Hause am Laptop, ob es für „seinen Sport“ – das Gewichtheben – eine olympische Zukunft gibt. Nach Doping- und Korruptionsskandalen entschied das Internationale Olympische Komitee (IOK) schließlich, dass der Traditionssport weiter im Programm bleiben darf. „Für mich war das wie ein Befreiungsschlag“, erinnert sich der 37-jährige Projektleiter.

Weltverband der Gewichtheber: Florian Sperl bewirbt sich erneut

Seit 2020 ist Sperl Präsident des Bundesverbands der Gewichtheber, steht somit 16 Landesverbänden mit insgesamt 210 Vereinen vor. Zudem gehört er der Führung des Weltverbands IWF an. Bei der anstehenden Wahl Ende Mai in Saudi-Arabien möchte der Neufahrner erneut für ein Amt in der IWF-Vorstandschaft erneut kandidieren. Bis dahin ist der Terminkalender des zweifachen Familienvaters prall gefüllt.

Er befindet sich in der heißen Phase seines Wahlkampfs. „In ein paar Tagen fliege ich nach Moldawien zur Europameisterschaft im Gewichtheben“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Ende April geht es nach Peru und China. Die Zeit bis zum Wahlkongress will Sperl nutzen, um Netzwerke zu knüpfen, um Unterstützung zu bitten, seine Social-Media-Kampagne auszubauen sowie Abschlussberichte seiner Projekte vorzustellen.

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So baute er unter anderem ein sogenanntes Refugee-Team auf, das geflüchteten Gewichthebern etwa die Teilnahme an Olympia ermöglichte. Genauso setzte sich der Neufahrner für Nachhaltigkeit im Leistungssport ein. „Das ist gar nicht so einfach, weil die Athleten ja um die Welt fliegen müssen.“ Allein mit Baumpflanzaktionen und wiederverwendbaren Plastikflaschen sei es nicht getan. „Wir müssen direkt bei den Athleten ein Bewusstsein für dieses wichtige Thema schaffen“, betont der 37-Jährige.

Weltverband der Gewichtheber: „Ein begehrtes Ehrenamt“

Abgesehen davon hat Sperl in den vergangenen drei Jahren als Funktionär viel erlebt. Von Beginn spielte für ihn die Aufarbeitung besagter Skandale eine große Rolle. „Dazu haben wir unsere Hausaufgaben auferlegt bekommen“, etwa neue Richtlinien zu erarbeiten, der Sportart ein neues Gesicht zu verpassen. „Ich bin wirklich ein bisschen stolz, dass wir es da heraus geschafft haben.“

Sperl weiß: Wiedergewählt zu werden, ist für ihn kein Selbstläufer. „Es handelt sich um ein begehrtes Ehrenamt“, stellt er klar. Allein bei der vergangenen Wahl gab es gut 40 Kandidaten für die etwa zehnköpfige Vorstandschaft sowie für das Amt des Präsidenten sowie Vize-Präsidenten. „Trotzdem hoffe ich, dass es mir gelingt und ich den Sport, für den ich mein Leben lang brenne, weiter in die Zukunft führen darf.“ kof

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