Ein Musical, das in der Musikschule Geretsried entstanden ist, steht kurz vor der Premiere. Die Proben für „Der Zauber der Isarhexe“ laufen auf Hochtouren und die Aufregung steigt.
Geretsried – Es gab ein richtiges Casting im Vorfeld. Seit den Herbstferien proben Chor, Orchester, Sänger, Tänzer und Schauspieler. In den Osterferien geht es für mehrere Tage in ein Übungscamp, und ab 26. April wird auf der Original-Bühne im Gymnasium am letzten Schliff gefeilt: Im neuen Musical der Musikschule steckt enorm viel Arbeit. Extra zum 75-jährigen Gemeinde- und 55-jährigen Stadtjubiläum hat die Einrichtung, die genau vor 45 Jahren gegründet wurde, ein selbst geschriebenes und komponiertes Stück auf die Beine gestellt. „Der Zauber der Isarhexe“ ist ein Projekt der Musical-AG, an dem rund 100 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen acht und 60 Jahren mitwirken.
Unsere Zeitung durfte bei einer Probe dabei sein. Zum ersten Mal schlüpfte die neunjährige Amelia in ihr Kostüm – ein türkisblaues Kleid mit weißen Sprenkeln. Es steht für die an Geretsried vorbeirauschende Isar. Amelia singt im Kinderchor von Jessica Thamm und sagt, sie freue sich schon „mega“ auf ihren Auftritt. Vergangenes Jahr sang sie zum ersten Mal in „Lara und das Weinen der Sterne“. Seitdem hat sie das Musical-Fieber gepackt. Ihre Mutter Beata Slizova ist eine der Mamas, die hinter der Bühne beim Umziehen helfen und Getränke sowie kleine Stärkungen bereithalten werden. Ohne die Eltern wäre eine so aufwändige Show nicht realisierbar, sagt Musikschulleiterin Sabrina Schwenger.
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Projekt steigert Selbstwertgefühl der Jugendlichen
Aber auch die motivierten Jugendlichen tragen ihren Teil zum Gelingen bei. Gabiotta (15), Marisa (16) und Marlene (13) spielen die Hauptrollen. „Seit November übe ich täglich meine Texte, die Lieder und Tänze“, sagt Gabiotta. Sabrina Schwenger freut es, dass so viele Mädchen und Buben über 14 Jahre – ein Alter, in dem viele das Interesse am Musizieren verlieren – im Orchester spielen. Von diesem hänge sehr viel ab, „die müssen das richtig gut können“, sagt die kaufmännische Musikschulleiterin. Das Faszinierende an den Musicals sei immer wieder, wie die Jüngeren von den Älteren lernten, wie alle aufeinander hörten, und wie das Selbstwertgefühl der Jugendlichen steige.
Elemente aus Pop, bayerischen Klängen und Filmmusik
Die künstlerische Gesamtleitung hat Gesangslehrerin Melanie Maennl. Ebenfalls von ihr stammen das Libretto und die Dialoge. Die Lehrkräfte Dr. Peter Wegele, Tatjana Zivanovic-Wegele (beide Klavier) und Tobias Weber (E-Gitarre) komponierten und arrangierten die Melodien für das große Bühnenwerk. Es vereine Elemente aus Pop, traditionellen bayerischen Klängen und märchenhafter Filmmusik, verrät Schwenger. Mächtig ins Zeug gelegt hätten sich auch die Bühnenbildner, die ein komplettes Floß gebaut haben. „Auf der Isar fahren zwar genau genommen keine großen Flöße, aber kleinere könnten es theoretisch schon schaffen“, sagt Schwenger, die es als Vorstandsmitglied des Wolfratshauser Vereins Flößerstraße wissen muss.
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In dem Stück geht es um ein Floßrennen, das zum 75. Geburtstag von Geretsried stattfinden soll. Die Schwestern Tina und Toni sowie ihr Freund Julius fiebern dem Ereignis entgegen. Doch Eifersucht und unerfüllte Liebe trüben die Stimmung. Voller Verzweiflung stürzt sich Toni mit dem Floß in die tobende Isar, gefolgt von Tina und Julius. Vom Blitz getroffen, kentern alle drei und werden von der geheimnisvollen Isarhexe in die magische Sagenwelt gezogen. Dort müssen sie sich drei Prüfungen stellen und den Weg zurück nach Geretsried – und zueinander – finden. Ein prominenter Überraschungsgast steht ihnen dabei zur Seite.
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Das Musical-Projekt wird von der Stadt Geretsried, der Münchener Jugendmusik-Stiftung sowie zahlreichen lokalen Förderern und Unternehmen unterstützt. Von Tanja Lühr
Infos: Die Vorstellungen finden in der Aula des Schulzentrums statt, am 2. Mai ab 18.30 Uhr, am 3. Mai ab 15 und 18.30 Uhr und am 4. Mai ab 16 Uhr. Es gibt noch Tickets für 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Weitere Infos unter www.musikschule-geretsried.de