Dänemark und Norwegen melden mutmaßlich russische Drohnen. Und zwar über Militärbasen und kritischer Infrastruktur. Der ukrainische Präsident verdächtigt Wladimir Putin.
Kiew - Ist das die nächste Eskalationsstufe des Moskau-Regimes des Kreml-Autokraten Wladimir Putin? Wiederholt tauchten zuletzt auffällige Drohnen über NATO-Militärstützpunkten und kritischer Infrastruktur wie Flughäfen über Dänemark und Norwegen auf. Die Dänen leiteten vor dem EU-Gipfel in Kopenhagen Anfang Oktober deshalb sogar Anti-Drohnen-Maßnahmen ein. Und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verdächtigte nun offen Russland.
Der Präsident der Ukraine behauptete, dass Russland Öl-Tanker für die Steuerung von Drohnen-Provokationen gegen Staaten der Europäischen Union (EU) einsetze. „Es gibt Geheimdienstinformationen, dass die Russen genau diese Tanker nutzen, um Drohnen zu starten und zu steuern, die sie gegen europäische Länder einsetzen“, meinte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht von Sonntag auf Montag (29. September).
Unter Wladimir Putin: Nutzt Russland Schattenflotte für Drohnen-Steuerung in der Ostsee?
Er forderte laut Ukrainska Prawda ferner: „Die Ostsee und andere Meere müssen für russische Tanker geschlossen werden, zumindest für die Schattenflotte.“ Mit besagter Schattenflotte sind Öl-Tanker und Frachter gemeint, mit denen Putins Regime im Ukraine-Krieg Sanktionen der europäischen NATO-Länder und der USA umgeht. Und zwar, indem die Schiffe etwa unter anderer Flagge fahren und/oder dubiose Versicherungs- und/oder Besitzverhältnisse haben.
Putin soll über die Schattenflotte in großem Umfang seinen brutalen Ukraine-Krieg finanzieren. Laut der Anfang 2025 veröffentlichten ZDF-Doku „Putins geheime Schattentanker – Wie Russland Sanktionen umgeht“ kamen etwa im Oktober 2024 täglich rund 210 Millionen Euro durch den Verkauf von Rohöl über den Seeweg in den Staatshaushalt der Russischen Föderation. Zuletzt drohte deshalb zum Beispiel US-Präsident Donald Trump Indien erhebliche Strafzölle an, weil das riesige Land ebensolches Öl beziehen soll.
Selenskyj ging offenbar nicht näher ins Detail. Heißt: Der ukrainische Präsident erklärte nicht, wie diese mutmaßliche Steuerung der Drohnen über EU-Staatsgebiet von den Tankern und Frachtern aus funktionieren soll. Ergo: Ob zum Beispiel in den Schiffen übertragene Daten gesammelt werden? Ob Drohnen vielleicht sogar von den riesigen Schiffen aus per Funk gelenkt werden? Oder ob Schiffe sogar als mögliche Basen für solche Drohnen dienen könnten? Bislang ist dies alles Spekulation.
Von Russland-Autokrat Wladimir Putin geschickt? Dänemark meldet verdächtige Drohnen
Anfang September hatte es im Zusammenhang mit Verdächtigungen gegen das russische Regime in Deutschland einen Drohnenrazzia auf dem Nord-Ostsee-Kanal gegeben. Spezialkräfte der deutschen Polizeien durchsuchten damals den Frachter „Scanlark“ und gingen laut Süddeutscher Zeitung (SZ) dem Verdacht nach, dass das Schiff russischen Spionen als eine Art Basis gedient hat. Seither wurden keine Details bekannt.
Zuletzt hatte der deutsche Nachbar und NATO-Partner Dänemark wiederholt verdächtige Drohnen-Überflüge über Militäreinrichtungen und über kritischer Infrastruktur gemeldet. Am vergangenen Montag (22. September) wurde deshalb zeitweise der Flugverkehr am Flughafen Kopenhagen eingestellt. Die dänische Regierung sprach anschließend von einem Anschlag. Am Freitag (26. September) hatte die dänische Polizei dann Drohnenflüge über dem großen Militärflugplatz Karup bestätigt.
Unruhe in deutschem Nachbarland: Drohnen über dänischem Militärstützpunkt gesichtet
Es handelt sich dabei um den größten Luftwaffenstützpunkt der skandinavischen Länder, in dem Kommando-Strukturen der dänischen Streitkräfte untergebracht sind. Während Putins Regime in Russland wegen des Ukraine-Kriegs die Steuern anhebt, muss die russische Schattenflotte für ihre Fahrten das Meeresgebiet Kattegat zwischen Dänemark und Schweden durchqueren. Um besser auf neue Herausforderungen in Nord- und Ostsee reagieren zu können, rüstet zum Beispiel Deutschland seine Marine mit neuen Fregatten auf. (Quellen: Ukrainska Prawda, SZ, ZDF) (pm)