Johann Wadephul ist zu Gast bei Annalena Baerbock im UN-Büro. Der Anblick im neuen Büro seiner Vorgängerin lässt den neuen Außenminister staunen.
New York – Dass sich die feministische Außenpolitik, die Annalena Baerbock in ihrer Zeit als Außenministerin in der Ampel-Regierung auf die Fahne geschrieben hatte, nicht fortsetzen würde, machte ihr Nachfolger Johann Wadephul bereits bei Amtsantritt klar. Bei einem UN-Besuch wurde jetzt aber wieder deutlich: Die Sympathien zwischen der Grünen-Politikerin und dem CDU-Minister im Kabinett von Friedrich Merz sind durchaus da.
Wadephul war in den letzten Tage als Vertreter der deutschen Delegation bei der UN-Vollversammlung zu Gast, lauschte dort auch Donald Trumps Wutrede auf die Mitglieder der UN. Ebenfalls mit von der Partie: Annalena Baerbock, die ihres Zeichens ihren Einstand als neue Präsidentin der UN-Vollversammlung feierte. Ihr politischer Neustart verlief allerdings nicht ganz ohne kritische Worte.
Merz-Minister bei der UN: Baerbock gibt Einblicke hinter die Kulissen
Mit vielen freundlichen Worten kamen indes Wadephul und Baerbock am Rande der UN-Vollversammlung zusammen. Der neue Außenminister besuchte seine Amts-Vorgängerin bei ihrer neuen Tätigkeit, postete via Social Media gleich mehrere Fotos und Videos von der Zusammenkunft. „Es ist großartig, Sie wiederzusehen, dieses Mal in Ihrer neuen Rolle“, schrieb der CDU-Politiker dazu via Instagram.
Die Bilder und Videos geben zugleich Einblicke in Baerbocks neue Tätigkeit in New York. Etwa begleitet die Kamera sie und Wadephul beim Gang durch das „Präsidenten-Office“, wie Baerbock es nennt. Scherzhaft bezeichnet sie die großen Räumlichkeiten als „sehr klein und fein“. Personen mit 25 verschiedenen Nationalitäten würden hier für sie arbeiten.
Außenminister Wadephul kommt bei Blick in Baerbocks Büro aus dem Staunen nicht heraus
Auch in ihr eigenes Büro nimmt Baerbock ihren Nachfolger mit. Beim Gang durch die Tür lenkt sie sofort die Aufmerksamkeit auf den Ausblick, der die Skyline New Yorks zeigt. Den Anblick durch die breite Glasfront kann Wadephul kaum fassen. Ein langgezogenes „Wow“ entfährt ihm. Auch ein Vergleich zu seinem aktuellen Büro, das zuvor nun mal Baerbock gehörte, folgt: „Da hast du dich definitiv verbessert“, gesteht der Merz-Minister ein. „Von unserem haben wir doch schön auf diesen Innenhof geblickt“, erinnert sich auch Baerbock daran, dass es im Auswärtigen Amt in Berlin wohl eher weniger Glasfronten mitsamt Skyline gegeben hat.
Auch eine kleine Wiederentdeckung gibt es auf Baerbocks Schreibtisch: Eine kleine Wackelkopf-Figur aus Dänemark, ein sogenannter „Hoptimist“ steht dort. Diesen hatte Wadephul seiner Vorgängerin zum Abschied geschenkt. Auch die Grüne hinterließ ein paar Geschenke im Büro. Beispielsweise einen Blumenstrauß, eine Tasse mit der Aufschrift „Moin“, damit sich der Norddeutsche direkt heimisch fühle und – wohl mit einem Augenzwinkern – ein Buch mit dem Titel „In der Männer-Republik: Wie Frauen die Politik eroberten.“
Wadephul folgt auf Baerbock: Merz‘ Außenminister und seine Vorgängerin verbindet tiefer Respekt
Wadephul hatte Baerbock nach der Bundestagswahl 2025 im Amt beerbt. Er kündigte schnell an, mit der Politik seiner Vorgängerin brechen zu wollen. Damals zeigte sich aber bereits ein tiefer Respekt zwischen beiden. So hatte Wadephul schon zum Amtsantritt besonders die Ukraine-Politik von Baerbock als Außenministerin gelobt. Und auch nun wollen die zwei eng zusammenarbeiten. „Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, brauchen wir eine starke UN. Seid sicher, Deutschland wird euch bei unserem gemeinsamen Ziel der Stärkung der Organisation zur Seite stehen“, schrieb Wadephul zu seinem Besuch noch auf Instagram. (Verwendete Quellen: Eigene Recherche, @aussenminister/Instagram) (han)