Exklusive Umfrage zeigt: Das will eine Mehrheit der Deutschen – doch ARD und ZDF ignorieren es

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Für mehrere Themen gibt es in der Gesellschaft offenbar eine breite Zustimmung, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber nicht. In ARD und ZDF dominiert vor allem ein Thema.

Immer wieder steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk für seine Themenauswahl in der Kritik. Zu links, heißt es von Kritikern oft. Auch geht es mitunter um den Vorwurf, ARD und ZDF würden die Sorgen und Nöte der Menschen nicht adäquat abbilden. Nun zeigt eine Umfrage von MediaTenor, die dem Münchner Merkur von Ippen.Media exklusiv vorliegt: Offenbar gibt es mehrere Themen, die in der Gesellschaft eine breite Unterstützung erfahren, in den Nachrichtenbeiträgen von ARD, ZDF und Deutschlandradio aber so gut wie gar nicht vorkommen. Ein Überblick.

Die Themenauswahl des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht in der Kritik. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Diese Themen sind in der Bevölkerung wichtig – kommen in ARD und ZDF aber kaum vor

MediaTenor fragte in ihrem sogenannten Zukunftsindex im August 3025 Menschen in Deutschland nach ihren Einstellungen zu bestimmten Themen. Anschließend glichen sie diese Themen mit der Häufigkeit ab, wie sie in öffentlich-rechtlichen Medien vorkommen.

Ein Beispiel: 85 Prozent der Menschen befürworten eine verpflichtende Vorschulklasse für Kinder, die nicht ausreichend Deutsch sprechen. Bei ARD und ZDF kommt das Thema Bildung und Integration allerdings so gut wie gar nicht vor. Es wird nur in 0,003 Prozent der Beiträge von Tagesschau, ZDF-Heute, und Deutschlandfunk-Morgennachrichten thematisiert. 78,8 Prozent wiederum wollen, dass die Schulpflicht strenger kontrolliert und Schwänzen stärker bestraft wird. Auch dieses Thema kommt in den öffentlich-rechtlichen Medien laut MediaTenor so gut wie nicht vor.

Zu Regeln für Kindern und Jugendlichen haben die Deutschen offenbar ebenfalls eine klare Meinung. So sprechen sich 78,8 Prozent der Befragten für eine Alkoholgrenze ab 18 Jahren aus, wie es sie in einigen anderen Ländern gibt. In Tagesschau und Heute-Nachrichten kommt das Thema Alkohol mit 0,0001 Prozent aber quasi gar nicht vor.

Diese Diskrepanz betrifft auch andere Themen. So will eine Mehrheit von 81,9 Prozent stark vereinfachte Genehmigungsverfahren beim Wohnungsbau. Es handelt sich offenbar um ein Thema, das die Menschen bewegt. Der Themenanteil Wohnen macht aber nur 0,003 Prozent der Beiträge aus.

MediaTenor schließt daraus, dass nicht nur Medien, sondern auch die Politik gewisse Themen stärker gewichten sollten: „Die Ergebnisse machen sichtbar, was viele Menschen längst als gesunden Menschenverstand empfinden“, heißt es. „Sie sind ein Hinweis darauf, wo Vertrauen entstehen kann, wenn Politik und Institutionen die Anliegen der stillen Mehrheit ernst nehmen.“

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Ukraine-Krieg bei den Öffentlich-Rechtlichen: In ARD und ZDF dominiert ein Thema

Die oben beschriebenen Themen vereinen die Extrembeispiele. Generell ergibt sich laut MediaTenor ein Bild, wonach die öffentlich-rechtlichen Medien die Bedeutung von Themen anders gewichten. Laut dem „Sorgenbarometer“ des Meinungsforschungsinstituts Ipsos beschäftigen die Menschen vor allem die Themen „Einwanderungskontrolle“, „Kriminalität und Gewalt“, „Armut und soziale Ungleichheit“, „militärische Konflikte zwischen Nationen“ und „Inflation“.

In öffentlich-rechtllichen Nachrichtensendungen dominiere aber vor allem das bei Ipsos auf Position vier genannte Thema: Kriege. Das dürfte sicherlich am Ukraine-Krieg liegen. Dennoch kommen andere Themen nur untergeordnet vor, wie MediaTenor in einer Auswertung von 38.370 Berichten festgestellt hat. (Quellen: Ipsos, MediaTenor. Für die Studie „Zukunftsindex“ wurden vom 1. bis zum 22. August 3025 Menschen ab einem Alter von 16 Jahren in ganz Deutschland befragt. Jeweils zur Hälfte wurden dabei repräsentative Telefon- und Online-Interviews durchgeführt.)

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