Donald Trump erlebt bei seinem UN-Auftritt eine regelrechte Pannen-Serie. Das Weiße Haus ist sauer. Sogar absichtliche „Sabotage“ wird gewittert.
New York – Es wurde deutlich am Dienstag im UN-Hauptquartier. Ein recht wütender Donald Trump holte in seiner Rede zum Rundumschlag gegen die Vereinten Nationen aus. „Versagen“ warf er der Versammlung gar vor, behauptete, „leere Worte“ würden eben keine Kriege lösen. Nach seiner rund einstündigen Rede verbleiben gespaltene Reaktionen auf Trumps Auftritt – und wütende Äußerungen aus dem Weißen Haus.
Denn bei Trumps Besuch bei den UN lief bei weitem nicht alles rund. Viel mehr gab es gleich mehrere Pannen. Aus Washington kommen daher nun Vorwürfe, sogar Sabotage wird gewittert. Im Fokus steht unter anderem ein streikender Teleprompter. Trump hatte sich darüber beschwert, dass das Gerät bei seiner Rede zunächst nicht funktioniert hatte. Er monierte zudem eine defekte Rolltreppe im UN-Hauptquartier. Diese sei plötzlich stehengeblieben, als er und seine Ehefrau Melania sie benutzt hätten. „Das sind die zwei Sachen, die ich von den Vereinten Nationen bekommen habe: eine schlechte Rolltreppe und einen schlechten Teleprompter.“
Trump bei der UN mit Pannen-Auftritt: Teleprompter und Rolltreppe streiken – Sabotage?
Das Weiße Haus suggeriert nun, es könnte sich um einen Akt der Sabotage handeln. Ein Moderator des US-Senders Fox News behauptete im Gespräch mit Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, bei beiden Fällen scheine es sich um Sabotage zu handeln. Leavitt stimmte ihm zu: „Das ist definitiv, wonach es für mich aussieht.“ Handfeste Beweise dafür präsentierte das Weiße Haus nicht.
Die Vereinten Nationen wiesen Trumps Darstellung zurück. Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Weiße Haus habe für die Rede von Trump seine eigene Ausrüstung mitgebracht. „Der Teleprompter wurde vom Weißen Haus bedient.“
Trump wütet über Rolltreppe und Teleprompter – UN liefert Erklärung
Zur Rolltreppe teilte er später mit, ein Kameramann der US-Delegation habe die Ankunft Trumps und seiner Ehefrau dokumentieren wollen, vor ihnen die Rolltreppe betreten und sei rückwärts hochgefahren. Als er oben ankam, hätten Trump und die First Lady die Stufen betreten - und just in dem Moment sei die Rolltreppe stehen geblieben. Eine Untersuchung zeigte nach Angaben des UN-Sprechers im Anschluss, dass ein eingebauter Sicherheitsmechanismus am oberen Ende der Rolltreppe ausgelöst worden war. Der Kameramann habe diese Sicherheitsfunktion womöglich versehentlich ausgelöst, hieß es.
Im UN-Hochhaus am East River hatten zuvor Gerüchte die Runde gemacht, beide Vorfälle - an der Rolltreppe und beim Teleprompter - könnten mit Absicht herbeiführt worden sein, um Trump Anlässe für Beschwerden über die Vereinten Nationen zu liefern, wo man weitere Kürzungen am US-Beitrag zum UN-Budget befürchtet.
Weißes Haus sauer nach Trumps Pannen-Auftritt – „sieht nicht nach Zufall aus
Leavitt verwies denn auch auf einen Artikel in der britischen Sunday Times vom vergangenen Sonntag, in dem es heißt, UN-Mitarbeiter hätten anlässlich der Ankunft Trumps gescherzt, dass sie die Rolltreppen und Aufzüge abschalten und ihm einfach sagen könnten, dass ihnen das Geld ausgegangen sei, sodass er die Treppen hinaufsteigen müsse. Neben Problemen mit der Rolltreppe und dem Teleprompter erwähnte Trumps Sprecherin auch, dass Trumps Rede nicht laut genug zu hören gewesen sei.
„Wenn man all das zusammennimmt, sieht es für mich nicht nach einem Zufall aus“, sagte sie. Auch der Secret Service werde der Sache auf den Grund gehen. Leavitt drohte mit Konsequenzen, falls sich herausstellen sollte, dass UN-Mitarbeiter die Vorfälle absichtlich ausgelöst haben sollten. Im Online-Dienst X schrieb sie etwa: „Wenn jemand bei der UNO die Rolltreppe absichtlich angehalten hat, als der Präsident und die First Lady sie bestiegen, muss er sofort entlassen und überprüft werden.“
Aufregung der anderen Art kreierte der US-Präsident indes während seines UN-Besuches auch politisch. Trump kündigte eine verblüffende Kehrtwende in seiner Ukraine-Politik an. Sein Minister musste den überraschenden Schritt danach erklären. (Quellen: dpa, eigene Recherche; han)