Im Brahmsgarten startet die Saison. Nicht nur über eine neue Bepflanzung wird nachgedacht. Um den Platz in Schongau-West aufzuwerten, stehen ein Trinkwasserbrunnen und eine funktionierende Verschattung auf dem Zettel. Und Unterstützung: „Hier leben auch Menschen“, so Franz Herzog vom Verein „Support“.
Beim Verein „Support“, der sich um den Brahmsgarten in Schongau-West kümmert, zieht man positive Bilanz: Seit den vergangenen Wahlen wurden die Positionen der Vorsitzenden doppelt bestückt, um die Arbeit besser aufteilen zu können. Die gleichberechtigte Stellvertreterin der Vorsitzenden Margarete Mayer ist Sylvia Rexa, Franz Herzog steht an der Seite von Stellvertreterin Carola Dempfle. „Durch diese Lastenverteilung kann sich jeder ausprobieren, wie es ist, Verantwortung zu übernehmen, kann aber gleichzeitig auf die Erfahrung der anderen zurückgreifen“, erklärt Rexa die Vorteile.
Das Team erhofft sich dadurch neuen Schwung fürs Ehrenamt. „Kommunikation und Transparenz werden erhöht“, so Rexa. Herzog wünscht sich, dass sich jüngere Menschen angesprochen fühlen. Wie jeder andere Verein auch, habe man Probleme bei der Nachbesetzung von Ämtern. Neuwahlen sind für September geplant.
Beim Verein möchte man viel erreichen und Schongau-West mehr in die Sichtbarkeit rücken, auch bei der Stadt selbst. „Schongau konzentriert sich sehr Richtung Stadtzentrum, aber das Leben geht auch außerhalb der Stadtmauern weiter“, formuliert es Herzog. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wie auch dem Bauhof sei gut, betont Rexa. „Eine Lobby haben wir jedoch nicht“, bedauert Herzog.
Vertrag regelt und bremst gleichzeitig aus
Ein Vertrag mit der Stadt regele, was machbar sei und was nicht. Allerdings werde man dadurch auch ausgebremst, wenn man Ideen habe, erzählen sie unter anderem vom Vorhaben, für Kinder einen Balancierbalken zu installieren wie am Seerundweg Bad Bayersoien. Das habe versicherungstechnisch nicht funktioniert. Auch aus einem „Naschgarten“ wurde nichts, dem Anbauen von Beeren oder Gemüse. Es habe Bedenken gegeben, weil Zigarettenkippen oder Hundekot auf der öffentlichen Fläche zu Verunreinigungen führen könnten.
In der Tat seien weggeworfene Zigarettenkippen ein Problem. Irmgard Schreiber-Buhl berichtet von Hunderten, die man in einer Woche aufgesammelt habe. Auch Vandalismus gebe es. Und leider seien auch schon viele Pflanzen gestohlen worden.
Vereinsmitglieder wollen nicht aufgeben
Aufgeben wollen die Vereinsmitglieder aber nicht. Die neue Idee: Eine Art Mini-Lehrgarten mit alten Sorten und gefährdeten Arten. Sukzessive könne man diesen Mustergarten auf öffentlicher Fläche nach dem Vorbild von „Conservation gardening“ anlegen. Das Budget des Vereins ist natürlich gering. Umso mehr freut man sich über Pflanzenspenden, Unterstützung komme etwa von der Gärternei Pröbstl und der Blumenschule. Rexa wirbt noch einmal für die Neuausrichtung der Bepflanzung im Brahmsgarten: „Der Vorteil: Alte Sorten sind widerstandsfähiger, brauchen auch weniger Wasser.“
Womit die Vorstandschaft von „Support“ beim nächsten Thema ist: Dankenswerterweise werde man vom Bauhof mit Wasser beliefert fürs Gießen im Sommer. Was sich die Bürger in Schongau-West jedoch wünschen für ihren Platz, ist ein Trinkbrunnen. „Das wäre zielführender“, so Herzog. „Trinkwasser vor Ort wäre für die Teilnehmer der Begegnungsangebote, meist ältere Menschen, ein großes Plus“, ergänzt Rexa.
Aber auch Eltern mit ihren Kindern am Spielplatz nebenan könnten profitieren. Rexa: „Es wäre ein positives Zeichen der Wahrnehmung für die Bürger in Schongau-West, indem auch der Begegnungsort eine Aufwertung erfährt.“
Wunsch nach Trinkwasserbrunnen ist groß
Was das Wasser anbelangt, hatte die Stadt zuletzt am Sonnengraben einen Trinkwasserspender aufgestellt mit dem Hinweis, dass nach und nach weitere folgen sollen in Sinne der Trinkwasserrichtlinie der EU. Bürger sollen im öffentlichen Raum mehr Zugang bekommen zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser.
Die Stadt und das Kommunalunternehmen Stadtwerke würden das grundsätzlich befürworten. Zwar lasse sich in Anbetracht der aktuellen Haushaltslage diese freiwillige Leistung vermutlich nicht umsetzen, aber weil eben ein Förderprogramm neu aufgelegt worden sei, könne man das vielleicht prüfen.
Wasser ist dem Brahmsgarten-Team mindestens ebenso wichtig wie eine funktionierende Verschattung. Statt eines 2022 beschlossenen Pavillons waren vier große Schirme von der Stadt installiert worden. Wie das Team berichtet, währte das Glück jedoch nur kurz, die Schirme seien in der Innenstadt gebraucht worden, und man sei erneut ohne Verschattung dagestanden.
„Da sind wir wieder beim Thema, dass die Außenbezirke hinten runterfallen“, bemängelt Herzog. Kleine private Schirme wurden gestohlen, das Schongauer Brauhaus half aus. 2024 seien dann wieder zwei städtische Schirme aufgestellt worden. Freuen würde man sich über eine dauerhafte Lösung. Rexa: „Wenn sich hier Leute engagieren, sollte man sie auch unterstützen.“
Die nächsten Termine
Jetzt geht es wieder los im Brahmsgarten. Eben hat man sich zu einem Ausflug getroffen zu einem Imker in Herzogsägmühle – in Vorbereitung auf das Frühlingsfest am Samstag, 17. Mai. Los geht es an dem Treffpunkt in Schongau-West aber schon vorher: Ab Mai ist jeden ersten Sonntag im Monat ein Konzert oder ein Begegnungs-Café geplant (jeweils ab 14.30 Uhr). Am 4. Mai gibt es Gedichte und Geschichten, denn „Herzog Christoph kommt zu Besuch“, am 1. Juni gibt es eine irische Matinée mit der Gruppe „Rowan Tree Hill“. Beteiligen möchte sich der Support e.V. dann am Sonntag, 22. Juni, am Stadtfest. Für Sonntag, 29. Juni, ist eine Soirée mit der Musikschule Pfaffenwinkel geplant. Auch Überlegungen für die Sommerferien gibt es bereits.