Mit sogenannten „Clean Graffiti“-Schriftzügen hat die Umweltorganisation Greenpeace Zeichen gegen den geplanten Gasnetzausbau in Peiting gesetzt. Bei der Gemeinde weist man den Protest zurück.
In Peiting will Energie Schwaben das Gastnetz ausbauen und Anwohner künftig mit klimaneutralem Wasserstoff und Biogas versorgen. Gegen das Vorhaben regt sich jedoch Widerstand: Nachdem die Energiewende Oberland und der Bund Naturschutz bereits Kritik an den Plänen geäußert hatten (wir berichteten), hat sich nun auch Greenpeace Bayern eingeschaltet. Am Dienstag brachten Aktivisten der Ortsgruppe Weilheim sogenannte „Clean Graffiti“ mit dem Schriftzug „Kein neues Gas“ im Ort an.
Wie die Umweltorganisation in einer Mitteilung schreibt, wollen die Aktivisten ein „sauberes Zeichen gegen dreckiges Gas“ setzen. An 15 Stellen in Peiting brachten sie die Schriftzüge auf Straßen und Gehwegen an. Anstelle von Farbe oder Lack kommt bei den „Clean Graffiti“ ein Hochdruckreiniger zum Einsatz. Die Buchstaben erscheinen also, indem man den Boden an den entsprechenden Stellen säubert.
Greenpeace protestiert mit Graffiti gegen Gasnetz-Pläne in Peiting
Greenpeace richtet sich mit der Protestaktion nach eigenen Angaben sowohl gegen die Gasnetz-Pläne in Peiting, als auch gegen die vorgesehene Gasbohrung im nahegelegenen Reichling. „Jetzt noch neue Gas-Projekte anzustoßen, ist komplett aus der Zeit gefallen“, wird Karin Knöthig von der Greenpeace-Ortsgruppe Weilheim zitiert. „Alle Gasbohrungen in Bayern müssen gestoppt, die Erweiterung von Gas-Infrastruktur verhindert werden. Gas ist eine Sackgasse. Die Zukunft gehört Heizungen, die mithilfe erneuerbarer Energien betrieben werden.“
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Bei der Marktgemeinde könne man den Vergleich mit der Gasbohrung in Reichling nur eingeschränkt nachvollziehen, wie Geschäftsleiter Stefan Kort erklärt. Denn während in Reichling nach fossilem Erdgas gesucht werden soll, wolle der Gasnetzbetreiber in Peiting das bereits bestehende Gasnetz zukünftig für die Verteilung klimaneutraler Gase wie Biogas oder Wasserstoff nutzen. Die Aussagen von Greenpeace, dass Gas eine Sackgasse sei und man beim Heizen auf erneuerbare Energien setzen müsse, sehe man „nicht als abschließend zu bewertende Feststellungen“, so Kort. Dies gelte insbesondere für die Frage, ob solche Aussagen auch auf klimaneutrale Gase zutreffen könnten.
Deutliche Worte von Bürgermeister: In Peiting gehe es nicht um fossiles Gas
Bürgermeister Peter Ostenrieder drückt es deutlicher aus: „Der Zusammenhang mit der Gasbohrung in Reichling ist schlichtweg unzulässig“, sagt er. Bei dem Vorhaben in Peiting gehe es nicht um fossiles Gas, sondern um eine Technologie, die „viele für den richtigen Weg halten“. Für ihn sei es unverständlich, warum die Umweltorganisation das über einen Kamm schere.
Gegen die Graffitis der Aktivisten will man seitens der Gemeinde allerdings nicht vorgehen. Sofern sie im öffentlichen Raum angebracht wurden, beabsichtige man nicht, sie zu entfernen, erklärt Kort.