Die Familie Neureuther und die Felix-Neureuther-Stiftung starten mit der Marktgemeinde ein Pilotprojekt am Hort Partenkirchen. Ab September werden dort gezielt Impulse für mehr Bewegung gesetzt. Bis zu 100 Kindern soll durch verschiedene Angebote und gezielte Übungen der Spaß daran vermittelt werden.
Garmisch-Partenkirchen – Kinder in Bewegung bringen, ihnen Spaß daran vermitteln und sie für Gesundheit sowie die Natur sensibilisieren – das sind die erklärten Ziele von Felix Neureuther. Dafür setzte sich das Ski-Ass schon während seiner aktiven Laufbahn ein, nach dem Karriereende tut dies der vierfache Vater mit ganzer Kraft. Dieses Engagement sei ihm „eine Herzensangelegenheit“, betont Papa Christian Neureuther, der sich ebenfalls in der Felix-Neureuther-Stiftung engagiert. Mit dem Programm „Beweg dich schlau!“ sind sie bereits an zahlreichen Schulen und Kindergärten im Landkreis, aber auch bundesweit vertreten und erreichten so schon 130.000 Kinder. Jetzt starten sie gemeinsam mit der Marktgemeinde in ihrem Heimatort ein Pilotprojekt.
„Wunderbar“ findet es Felix Neureuther, was hier auf die Beine gestellt wird. Die Initialzündung für dieses Vorhaben kam von den Bürgermeisterinnen, insbesondere Claudia Zolk (CSU), die sich um alles rund um Schulen und Kinderbetreuung kümmert. Ab September wird der Hort Partenkirchen zum bewegten Hort und die Mädchen und Buben mit den Übungen von „Beweg dich schlau!“ (BDS) in Bewegung gebracht. Das Programm, das seit 2014 läuft, beinhaltet kognitive Übungen, die die Kinder physisch und psychisch fordern. Im Vordergrund aber steht die Vermittlung von Spaß an der Bewegung. So wird möglichst früh der Grundstein für einen gesundheitsorientierten Lebensstil gelegt. „Die Kinder sollen etwas für ihren Körper tun“, betont Felix Neureuther. „Wir wollen aber auch die Kreativität fördern.“ Schließlich sei es ebenfalls wichtig, dass die Mädchen und Buben etwas mit ihren Händen und genauso Musik machen.
Alle Beteiligten ziehen an einem Strang
Er ist wie alle anderen Beteiligten gespannt, „wie das Ganze anläuft und umgesetzt wird“. Bei der Umsetzung im Hort unterstützen extra ausgebildete BDS-Coaches in wöchentlichen Sportstunden das Einrichtungspersonal mit Übungen, Sportgeräten, Tipps und Wissen, digital und auch live – darunter auch Felix Neureuthers ehemaliger Leistungstrainer Max Rieder, der regelmäßig neue Impulse aus seinem Erfahrungsschatz mit den Profisportlern auch bei den Kindern testen und seine Expertise einbringen wird. „Intensiv“ nennt der frühere Slalom-Spezialist dieses Pilotprojekt, das auf ein Jahr ausgelegt ist. Selbstredend lässt die Stiftung den Hort und seine neue Leiterin Loretta Meusel nicht allein, sondern steht weiterhin begleitend zur Seite.
Für Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) war entscheidend, dass Meusel, ihre Vorgängerin Rita Seitz und das gesamte Team „von der ersten Minute an dabei waren“. Auch die Neureuthers konnten gleich begeistert werden. Koch spricht von einem „genialen Miteinander“, das zu einem guten Ergebnis führte. Sicher war es auch das Scheitern des Sporthorts, den der Turn- und Sportverein Partenkirchen (TSVP) in diesem Schuljahr gestartet hatte, der sie und ihre Bürgermeister-Kollegin Zolk dazu brachte, aktiv zu werden. Das Ansinnen, Kinder am Nachmittag in Bewegung zu bringen, überzeugt schließlich.
Familie Neureuther investiert viel Herzblut
Das Konzept, das ab September in den Containern an der Bahnhofstraße, wo der Hort während der Bauphase untergebracht ist, umgesetzt wird, ist freilich ein Neues. Zunächst schaut sich Rieder die Abläufe in der Einrichtung an, um herauszufinden, wie man Bewegung und Kreativität integrieren kann. „Neben Spielen wird es auch Bewegungsecken geben“, verrät Felix Neureuther. Den Flur sollen die Mädchen und Buben künftig nicht mehr entlanggehen, sondern hüpfen oder einen kleinen Parcours meistern. Alles wird integriert, überall, im ganzen Haus ist es möglich, sich zu bewegen.
Zu Kochs Freude kommen ab dem neuen Schuljahr bis zu 100 Kinder in den Genuss dieses Angebots. „Wir können eine vierte Hortgruppe eröffnen.“ Sie ist dankbar, dass das gelungen ist und das notwendige Personal gefunden wurde. Sie, die Neureuthers und alle weiteren Beteiligten hoffen auf die Strahlkraft des Projekts. Und darauf, dass es langfristig auch anderen Einrichtungen zugutekommt. „Von uns bekommt Ihr alle Unterstützung“, verspricht Christian Neureuther. Wie sein Sohn investiert auch er viel Herzblut, um den Mädchen und Buben den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Und die betrifft den ganzen Körper, betont Felix Neureuther. Deshalb legen er und seine Stiftung bei „Beweg dich schlau!“, das mit Wissenschaftlern der TU München und Rieder ständig weiterentwickelt wird, einen neuen Fokus aufs Auge. Wer stundenlang auf einen Bildschirm starrt – „bei 14- bis 17-Jährigen sind es bis zu acht Stunden“ – büßt langfristig an Sehkraft ein.