Ettringer Bürgerversammlung: Rathaus oder Wirtschaft?

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Auf der Bürgerversammlung in Ettringen informierte Bürgermeister Robert Sturm die rund 50 Besucher über die kommenden Bauprojekte. © Raab

Auf seiner letzten Bürgerversammlung bilanzierte Robert Sturm das vergangene Haushaltsjahr und gab einen Ausblick auf anstehende Bauprojekte. Für jeden der rund 50 Besucher im Café Kellerberg lag ein Haushaltsrechnungspapier auf dem Tisch.

Ettringen – Dazu sagte Ettringens Bürgermeister, dass die Ausgaben für die Umrüstung auf neue Sirenen hoch ausfielen, was daran lag, dass die entsprechenden Gelder beim Freistaat bereits ausgeschöpft waren. Darum habe sich die Gemeinde „beim Finanzminister beschwert“, denn der Katastrophenschutz sei eine Angelegenheit des Staates, nicht der Gemeinde, so Sturms Begründung. Nun warte man darauf, dass ein neuer Geldtopf dafür bereitgestellt werde, ergänzte der erfahrene Gemeindechef.

Zum Thema Windenergie konnte Sturm Neues mitteilen. Demnach würde der Regionale Planungsverband Donau-Iller (RPV) komplett auf die drei von der Gemeinde ausgewiesenen Flächen zur Nutzung der Windkraft verzichten. Die hohen Anwaltskosten hätten sich also voll ausgezahlt, zeigte sich der Gemeindechef zufrieden: „Die Argumentation hat verfochten.“ Allerdings, so Sturm weiter, könne man davon ausgehen, dass die Nachbargemeinde Elmau ihren 320 Quadratmeter großen Wald vermutlich als Windpark zur Verfügung stellen müsse.

Zur Finanzlage erklärte der Bürgermeister, dass die Einnahmen bei der Gewerbesteuer gesunken seien, diese allerdings in den letzten drei Jahren ohnehin „unregelmäßig“ waren, womit er auf den hohen Einnahmeneinbruch im Coronajahr 2022 anspielte. Angesichts der geplanten Schließung des UPM-Werkes drohten weitere Gewerbesteuereinnahmeverluste, wobei sich glücklicherweise die Kreisumlage rückläufig entwickle, so Sturm.

Reichen die Rücklagen?

Derzeit, so meinte der Bürgermeister, habe die Gemeinde Ettringen keine Schulden. Allerdings beginne im Herbst der Bau des fünf Millionen Euro teuren Kindergartens in Siebnach. Dafür habe die Gemeinde „gewisse Rücklagen angesammelt“, versicherte Sturm. Er hoffe, ohne einen Kredit dafür im Jahr 2025 auszukommen. Auf Nachfrage einer Bürgerin erklärte der Bürgermeister, dass das Pfarrhaus von 1704 erhalten bleibe solle und als Spielraum für Kinder sowie als Treffpunkt für die Dorfbewohner geplant sei. Für Siebnach kündigte der Rathauschef zudem den Verkauf von Bauplätzen an. In der Lindenringstraße sollen im nächsten Jahr wie in Ettringen nach dem Einheimischenmodell 17 Grundstücke erworben werden können, erklärte Sturm.

Glasfaser kommt

Die Breitbanderschließung per Glasfaser war ein weiteres Thema, über das Sturm berichtete. Momentan laufe eine Ausschreibung, bei der zwei Unternehmen im Rennen seien, die auf den Wunsch der Gemeinde eingegangen waren, Haushalte anzuschließen, die zunächst einmal die Förderung nicht in Anspruch nehmen wollen. Dabei handele es sich um eine Finanzierung von Bund und Ländern zu 90 Prozent, sodass die Gemeinde nur zehn Prozent zahlen müsse, erläuterte der Bürgermeister. Zu gegebener Zeit werde die Gemeinde dazu eine Infoveranstaltung anbieten, ver-sicherte er.

Die „Krone“ – Rathaus oder Wirtschaft?

Zu guter Letzt informierte Sturm über den Kauf der „Krone“ durch die Gemeinde. Möglicherweise könnte sie als Rathaus dienen, auf jeden Fall solle damit das Zentrum in Ettringen gestärkt werden. Zahlreiche Bürger merkten hierzu an, dass sie sich für die Mitte des Dorfes eine Gastwirtschaft wünschten. So sagte ein Bürger: „Zum lebendigen Dorf gehört auch eine Wirtschaft.“

Der Bürgermeister konnte das zwar nachvollziehen, jedoch sollte die Gemeinde nicht selbst eine Gastwirtschaft betreiben, so sein Einwand. Dafür müssten sich Vereine bereit erklären, die Gemeinde könnte dann „aufspringen“.

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