Asylbewerberwohnungen an der Peitinger Straße in Schongau

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Der mittlere Block des UPM-Werkswohnungsensembles, Hausnummern 18-24, wird für 20 Jahre angemietet und hergerichtet. © Rexa

Von Anfang an zu Kosten und Hintergründen der Unterkunft für Asylsuchende im mittleren Block des UPM-Werkswohnungsensembles in der Peitinger Straße zu informieren, das war das Anliegen von UPM-Produktionsleiter Markus Messmer und Bernhard Pössinger von der Kontaktstelle Asyl und Integration im Landratsamt. Ab Anfang 2026 bis Herbst sollen 26 Wohnungen für bis zu 60 Geflüchtete in Wert gesetzt werden. Das ging aus dem Pressegespräch sowie der Informationsveranstaltung für die Anwohner am Donnerstag hervor.

Schongau – Bevor es um die Peitinger Straße ging, erklärte Pössinger, dass die diskutierten Unterkünfte wie im Hotel Holl oder wie zuletzt die Neubauten in der Wilhelm Köhler Straße nicht verwirklicht werden. „Eine Unterkunft für bis zu 120 Personen war wirtschaftlich nicht stemmbar.“

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Anders sieht es in den UPM-Gebäuden aus, wie Markus Lautenschlager vom Bereich staatliche Liegeschaften im Landratsamt darlegte. Die Investition für die dortige Inwertsetzung beläuft sich auf 2,8 Millionen Euro. Dabei werden 195 Euro im Monat pro Kopf der maximal 60 Bewohner über die Laufzeit von 20 Jahren berechnet. Betont wurde auch, dass das Landratsamt im Namen und Auftrag des Freistaates Bayern anmietet, sodass nicht aus der Kreisumlage finanziert werden müsse.

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Bereits vor zehn Jahren, so der anwesende Bürgermeister Falk Sluyterman, habe die Stadt Gespräche geführt, um das unter anderem gut zu Bahnhof und Altstadt gelegene Areal für Geflüchtete zu nutzen. „Es war der Bevölkerung schlicht nicht zu kommunizieren, warum Wohnungen leerstehen, aber die Menschen in einer Turnhalle untergebracht wurden.“ Die Firmenstrategie sah aber damals eine andere Verwendung der Häuser vor, erklärte Messmer. Das habe sich nun geändert und UPM „steht hinter dem Projekt“. Zumal durchaus ein Mehrwert erkannt wird, indem künftige Mitarbeiter unter den Mietern sein könnten. Pössinger ergänzte, dass dazu schon Gespräche mit einer Jobvermittlerin aufgenommen wurden.

Es kommen zwar gefühlt weniger Asylsuchende, aber konkret sagen die Zahlen, dass reagiert werden muss. Der Landkreis erwarte beispielsweise am 16. Dezember den siebten Bus mit 50 Menschen aus der Ukraine. In Schongau leben derzeit 239 Asylsuchende und weitere 197 sind in privaten Unterkünften untergebracht. Jede Woche kommen circa 300 Menschen in München an, die auf die Landkreise verteilt werden.

UPM Peitinger Straße Schongau Asyl
Bernhard Pössinger vom Landratsamt (Kontaktstelle Asyl und Integration) führte durch die Infoveranstaltung. © Rexa

Doch mit der Unterbringung der Menschen ist es nicht getan. Die Folgekosten thematisierten sowohl der Bürgermeister im Pressegespräch als auch Stadträtin Bettina Buresch (Grüne) in der Informationsveranstaltung. Kitas oder Schulen haben bereits jetzt mehr Kinder als Raumangebot. Auch die Betreuungskosten für die Kinder mit Migrationshintergrund, die über den normalen Verteilungsschlüssel hinausgehen, muss die Stadt stemmen beziehungsweise – wie teils bei der Anhebung der Kindergartengebühren, auch die Eltern. Schongau sei „eh schon gut dabei“, was einen hohen Migrationsanteil betreffe, so Sluyterman. Es dürfe auch bei einem „sehr engagiertem Helferkreis und einem positiven Stimmungsbild in der Bevölkerung“ nach „Ausgewogenheit und Gerechtigkeit bei der Verteilung von Asylsuchenden im Landkreis“ gefragt werden. Pössinger ergänzte, dass das Landratsamt hier als ausführendes, nicht bestimmendes Organ wirkt, aber im Dialog mit den Kommunen bedacht ist, diese soweit wie möglich zu unterstützen.

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Auf einen Sicherheitsdienst soll in der Peitinger Straße verzichtet werden. Die bauliche Situation erlaube das mit vier separaten Eingängen und abgeschlossenen Wohneinheiten ohne Gemeinschaftsküchen oder -sanitäranlagen. Vielmehr werden der Einsatz der Bezirkssozialbetreuung, die nicht nur die Menschen, sondern auch den Zustand der Wohnungen und Häuser im Blick hat, und eine Hotline, die täglich 24 Stunden erreichbar ist, als Mittel der Wahl gesehen. Für die 34 bis 43 Quadratmeter großen Wohnungen ist eine sogenannte Mischbelegung aus kleinen Familien und Alleinstehenden geplant.

In sachlicher Atmosphäre bezogen sich die Fragen der Anwohner auf konkrete Herausforderungen. Angesprochen wurden beispielsweise die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen ohne Verlust von Gartenflächen oder die Absicherung der Kinder vor dem starken Verkehr. Auch wurde weitergedacht, ob die Wohnungen künftig bei abnehmender Asylbewerberzahl oder nach Ablauf der 20 Jahre Mietbindung als Sozialwohnungen für die Stadt genutzt werden könnten. Pössinger verwies dabei darauf, dass anders als bei rückbaubaren Freilufthallen die Menschen in den Unterkünften dauerhaft bleiben können und dadurch der schon knappe Mietmarkt für Sozialwohnungen nicht zusätzlich belastet werde. Eine Anwohnerin brachte auf den Punkt: „Miteinander ist immer besser als gegeneinander.“

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/schongau/kreisbote/asylbewerberwohnungen-an-der-peitinger-strasse-in-schongau-94074382.html