Schon in jungen Jahren wusste Christof Wutte, was er später einmal machen würde: Ein Foto zeigt ihn als Bub in Feuerwehr-Uniform mit seinem Opa Lambert. Und Radio Klagenfurt ermöglichte dem Zwölfjährigen, dass er einen Tag bei der Berufsfeuerwehr verbringen durfte. Heute ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehren in Murnau sowie in seinem österreichischen Heimatort Althofen und parallel als Notarzt zwischen Garmisch, Penzberg und Peißenberg unterwegs.
Murnau - Seine Hilfsbereitschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit liegt wohl in seinen Genen, vermutet er: „Denn meine Oma war Krankenschwester und brachte mir schon als Bub Erste Hilfe-Maßnahmen bei, mein Vater und ein Onkel praktizierten als Tierärzte.“ Neben der Medizin faszinierte ihn aber auch ein anderer Blaulicht-Dienst, denn die Familie wohnte in Kärnten direkt neben dem Feuerwehr-Gerätehaus. „Aber erst mit zwölf Jahren durfte ich in die Wehr eintreten, ab 15 dann in die aktive Mannschaft.“
Murnauer Feuerwehrmann ist auch Arzt an der Unfallklinik
Als er vor dem Abitur eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machte, waren seine Berufung und damit künftige Beruf klar: Er entschied sich für ein Medizin-Studium und ist heute beim österreichischen Bundesheer als Reservist Militärarzt in einer Katastrophenhilfe-Einheit. Nach einer Tätigkeit an der Salzburger Uni-Klinik wechselte er an die Unfallklinik Murnau, wo er seit 2014 als Neurochirurg tätig ist, der sich auf die Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und des peripheren Nervensystems spezialisiert hat. Das ZDF-Format „Die Lebensretter von Murnau – Einsatz am Limit“ dokumentiert seinen Alltag in der Unfallklinik, einem der größten Unfallkrankenhäuser Deutschlands. Die fünfteilige Serie begleitet Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeuten bei ihrer herausfordernden Arbeit und zeigt, wie Patienten bis zur Rückkehr ins bisherige Leben betreut werden.
Der 40-Jährige hat auch eine Ausbildung zum Notarzt absolviert und wird bei seinen Einsätzen zu jeder Tages- und Nachtzeit mit immer neuen Szenarien konfrontiert: „Das können Verkehrsunfälle, Brände oder sonstige Katastrophen sein.“ Auch als Aktiver bei der Murnauer Feuerwehr weiß er bei der Alarmierung nie, was auf ihn zukommt. In der Wehr ist er Atemschutz-Träger, Gruppenführer, Maschinist und Ausbilder in Erster Hilfe – wie bringt er das alles unter einen Hut? „Ich bin halt Blaulicht-verrückt“, schmunzelt er und wird dann wieder ernst: „Es ist meine große Leidenschaft, Menschen zu helfen oder im besten Fall ihr Leben zu retten!“
Beruf und Ehrenamt fordern aber auch ihren Preis: „Neben meinem Freizeit-Sport bleibt nicht mehr viel für Privatvergnügen übrig.“ Deshalb ist er froh, dass seine Lebensgefährtin Verständnis für seine anspruchsvolle Arbeit zeigt – denn als OP-Schwester ist sie selbst im Schichtdienst tätig und weiß, dass der Job nicht immer mit dem Glockenschlag endet.
Wenn Christof Wutte seine alte Heimat in Kärnten besucht, ist er auch dort als Feuerwehrarzt gern gesehen und rückt mit seinen Kameraden aus, sobald die Alarmierung erfolgt.
Mit dem Kreisbote-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Kreisbote“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.