Beliebte Urlauber-Insel in Italien greift mit knallhartem Verbot durch – „Unverzichtbares Mittel“

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Die italienische Trauminsel Capri kämpft mit neuen Regeln ab Sommer 2026 gegen den Massentourismus. Es werden klare Grenzen für Touristengruppen eingeführt.

Capri – Die blaue Grotte, kristallklares Wasser und Luxusvillen an steilen Klippen – die italienische Insel Capri ist ein Sehnsuchtsort für Millionen. Doch die Schönheit wird zum Fluch: Täglich strömen bis zu 50.000 Besucher auf die kleine Insel im Golf von Neapel. Jetzt greift die Gemeinde durch.

Blick auf den Hafen der italienischen Insel Capri
Blick auf den Hafen der italienischen Insel Capri: Neue Regeln sollen den Ansturm an Urlaubern jetzt eingrenzen. © Andreas Heimann/dpa

Ab diesem Sommer dürfen organisierte Touristengruppen auf Capri maximal 40 Personen umfassen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Das habe der Gemeinderat unter Bürgermeister Paolo Falco einstimmig beschlossen. Die neue Verordnung sei in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei und Tourismusreferentin Melania Esposito erarbeitet worden, um den Massentourismus auf Capri in den Griff zu bekommen.

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Für Gruppen über 20 Personen gelten nun zusätzliche Regeln: Sie müssten Kopfhörer tragen, um den Erklärungen ihrer Fremdenführer zu folgen. Diese dürfen nur noch unauffällige Erkennungszeichen verwenden – keine Regenschirme oder Schals mehr, geht aus einem Bericht von La Repubblica hervor. Die Guides müssten demnach außerdem dafür sorgen, dass ihre Gruppen kompakt blieben und nicht die gesamte Straßenbreite blockierten.

Die neuen Bestimmungen stoßen bei der Inselwirtschaft auf Zustimmung. Lorenzo Coppola, Präsident des Hotelverbands Federalberghi Capri, sieht darin laut Ansa einen wichtigen Schritt: „Die neuen Regeln für organisierte Gruppen sind unverzichtbare Instrumente zur Entlastung kritischer Bereiche wie der Piazza Umberto I und den Kais von Marina Grande.“

Auch der Handelsverband Ascom Confcommercio Capri, der 120 Mitglieder zählt, begrüße die Regelung. Präsident Luciano Bersani hoffe auf weitere konkrete Initiativen für eine bessere Besucherlenkung zu Stoßzeiten, berichtet ilsole24ore.com.

Beliebte Urlaubsinsel am Limit: Capri-Bürgermeister betont Notwendigkeit der Maßnahmen – Venedig als Vorbild

Zahlen verdeutlichen das Problem: Auf der Insel mit weniger als 15.000 ständigen Einwohnern kamen 2025 über 2,7 Millionen Besucher – ein Anstieg von 24 Prozent seit 2013. In der Hochsaison liegt die Touristendichte bei 1.200 Personen pro Quadratkilometer und damit weit über dem kritischen Schwellenwert von 1.000.

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Bürgermeister Falco betonte die Notwendigkeit der Maßnahmen. „Mit der Zusammenarbeit aller können wir den Besuchern ein unvergessliches Erlebnis bieten und die Einzigartigkeit Capris würdigen“, wird er von La Repubblica zitiert. Die Regelung solle ab der kommenden Sommersaison 2026 gelten und Chaos an neuralgischen Punkten wie Häfen und Sehenswürdigkeiten verhindern.

Capri folgt damit dem Beispiel Venedigs, das bereits 2024 eine Obergrenze von 25 Personen pro Touristengruppe eingeführt hatte. Zudem müssen Urlauber in Venedig Eintrittsgeld zahlen, sofern sie nur kurz in der Stadt bleiben. (Quellen: Ansa, La Repubblica, ilsole24ore.com) (kh)