Die Konversion des ehemaligen Fliegerhorsts, die Errichtung eines Nahwärmenetzes, geplante Wohngebiete und große Bauprojekte – Bürgermeister Peter Hammer hatte viel zu berichten in der diesjährigen Penzinger Bürgerversammlung.
Penzing – Zum Thema Wärmenetz waren zudem zwei Referenten in die gut gefüllte Aula der Grundschule gekommen. Veronika Stecker und Johannes Schuster von der Firma GP Joule stellten das Konzept vor. Es sieht die Errichtung einer Hackgutanlage mit Pufferspeicher vor. Später sollen eine mit Ökostrom betriebene Großwärmepumpe und ein weiterer Pufferspeicher hinzukommen. Für den Notfall wird ein Redundanzkessel auf der Basis von Flüssiggas vorgesehen.
Gemeinde Penzing am Start mit zahlreichen Großprojekten - die Themen der Bürgerversammlung
Das Wärmenetz soll zunächst den Hauptort versorgen, mittel- bis langfristig aber auch die Ortsteile. Gelingen werde das Projekt allerdings nur, wenn genügend Haushalte sich anschließen lassen, betonte Hammer. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger soll am 28. Januar stattfinden.
Wie geht es weiter mit dem Konversionsgelände Area 61, nachdem eine militärische Nutzung der Liegenschaft doch wieder im Raum steht? Hammer wirkte angesichts dieser Aussicht nicht übermäßig besorgt. Nach seinen Informationen sollen kommunale Interessen und bereits begonnene Projekte nicht unter der erneuten Prüfung der Liegenschaften durch das Bundesverteidigungsministerium leiden. „Bleiben wir mal ganz gelassen“, so der Bürgermeister. „Ich bin sehr zuversichtlich.“
Erstmals stellte er Pläne für ein Wohnbaugebiet an der Flugplatzstraße in Untermühlhausen vor. Die Gemeinde hat südlich der bestehenden Bebauung Am Ziegelfeld – zwischen Flugplatz- und Bergstraße – eine Fläche erworben, die zur Deckung des Einheimischen-Bedarfs dienen soll. Die Bauleitplanung startet im kommenden Jahr.
Weitere Bauleitplanungen betreffen ein Wohngebiet am Hoydorfer Weg, wo 18 Einfamilienhäuser entstehen sollen. Der Bebauungsplan soll im kommenden Jahr fertig werden. Noch keinen konkreten Zeithorizont gibt es für ein Projekt an der Schwabhauser Straße, wo die Errichtung von Etagenwohnungen geplant ist.
Im Baugebiet „Hinter den Gärten“ an der Landsberger Straße waren ursprünglich sechs schlüsselfertige Doppelhäuser geplant. Dafür sei die Nachfrage jedoch ausgeblieben, berichtete Hammer. Der Bauträger prüfe derzeit Alternativen, etwa die Errichtung von Reihenhäusern oder den Verkauf von Teilflächen für eigens geplante Einfamilienhäuser durch die Käufer.
Für das Multifunktionsprojekt Ortsmitte Penzing ist die erste Auslegung der Pläne erfolgt. Die „meist konstruktiv-kritischen Hinweise“ (Hammer) sind nun in Bearbeitung, die zweite Auslegungsrunde steht voraussichtlich im ersten Quartal 2026 an. Wie berichtet, sollen auf drei Grundstücken zwischen Fritz-Börner- und Pfettenstraße ein aus drei Gebäuden bestehendes Boardinghouse sowie ein weiteres Gebäude mit Gastronomie, Fitness- und Wellness-Bereich, Büroräumen und Wohnungen errichtet werden.
Themen der Bürgerversammlung Penzing: Gemeindehaus und Gewerbegebiet
Derweil sind die Vorbereitungen für ein Bürger-, Vereine- und Gemeindehauses in den Mauern eines leerstehenden ortsbildprägenden Anwesens in der Schwabhauser Straße 2 im Stadium der Fachplanungen angelangt. Die Gemeinde erhält für das Vorhaben eine staatliche Förderung in Höhe von 80 Prozent, da sie das alte Gebäude saniert statt es abzureißen. Die Förderung erstreckt sich sogar auf einen ebenfalls geplanten Erweiterungsneubau.
Raumkonzepte, Nutzungsmöglichkeiten und bauliche Details seien zwischenzeitlich mit den Vereinen weiterentwickelt worden, berichtete Hammer. Besonderes Augenmerk habe man auf Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und eine flexible Nutzung der Räumlichkeiten gelegt. Die Bauarbeiten sollen möglichst im kommenden Jahr starten. „Da kann etwas Großartiges entstehen“, so Hammer.
Darüber hinaus plant die Gemeinde eine Erweiterung des Gewerbegebiets an der Landsberger Straße nach Norden. Auf einem Areal von drei Hektar sollen neue Gewerbegrundstücke entstehen – die Nachfrage sei hoch, so Hammer.
Zwei Drittel der Fläche werden von der Gemeinde vermarktet, so dass Einnahmen aus Grundstücksverkäufen die kommunale Kasse ebenso aufbessern werden wie die zukünftig zu erwartenden weiteren Gewerbesteuern. Zur Verkehrserschließung wird an den bestehenden Kreisverkehr ein fünfter Ast angebaut.
Bürgerversammlung in Penzing schließt mit den Fragen der Bürger
Aus der Bürgerschaft waren diverse Fragen bereits im Vorfeld der Bürgerversammlung eingegangen. Sie betrafen unter anderem Personalbestand und Personalkosten der Gemeinde sowie die reduzierten Öffnungszeiten des Rathauses.
Letztere seien einem Strukturwandel geschuldet, so Hammer. Der klassische Publikumsverkehr habe zugunsten digitaler Anfragen abgenommen. Der 20-prozentige Zuwachs bei den Mitarbeitern erkläre sich durch den deutlichen Zuwachs an Aufgaben, die Aufstockung von Kinderbetreuungsgruppen, die Notwendigkeit eines zweiten Hausmeisters zur Betreuung gemeindlicher Liegenschaften sowie die Beschäftigung dreier Auszubildender. Die Steigerung der Personalkosten werde darüber hinaus durch die Erhöhung der Tarifabschlüsse verursacht.
Weitere Fragen betrafen den Zweckverband Area 61 und die Kosten, die dieser der Gemeinde verursacht, die Ampel an der Landsberger Straße sowie eine Baustelle, ebenfalls an der Landsberger Straße, die den Straßenraum einschränke. Hier ist laut Hammer zunächst keine Besserung in Sicht, da eine aufwendige Wintersicherung bevorstehe.
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