Der KJR Dachau plant am 18. Mai ein Festival für junge Leute am Karlsfelder See. Jugendliche aus dem Landkreis Dachau sind nicht nur als Gäste eingeladen, sondern können auch im Vorfeld mitwirken.
Dachau/Karlsfeld – Fünf-Sieben-Festival: So lautet der Name der Veranstaltung, die der KJR Dachau am 18. Mai beim Jugendhaus am Karlsfelder See für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 27 Jahren plant. Fünf-Sieben. Die letzten beiden Ziffern der Postleitzahl Karlsfelds.
Das Festival richtet sich aber nicht nur an Karlsfelder, sondern an alle Jugendlichen aus dem Landkreis Dachau, betont Anna Bauregger vom KJR. Sie zählt mit Ludwig Gasteiger zu den Initiatoren des Projekts. „Wir möchten kulturelle Angebote für Jugendliche schaffen und sie auch daran beteiligen“, sagt Bauregger.
Gerade in der Gemeinde Karlsfeld ist der Schrei nach Jugendkultur laut. Wie berichtet, wünschen sich viele Jugendliche dort mehr Treffpunkte unter anderem auch einen Skateplatz. Nachdem die Gemeindeverwaltung die Jugendarbeit aus personellen Gründen nicht mehr stemmen konnte, hat der KJR Anfang dieses Jahres die Trägerschaft für die Jugendarbeit übernommen.
Festival für Jugendliche von Jugendlichen am Karlsfelder See
Bauregger und ihr Team haben viel vor. „Wir wollen die Jugendarbeit mit einem großen Knall starten“, sagt sie. Zwei Bühnen soll es auf dem Festival geben. Eine kostenpflichtige auf dem Parkplatz beim Jugendhaus, auf der professionelle Rap- und Pop-Künstler spielen. Und im Garten des Jugendhauses ist eine zweite Bühne geplant. Sie soll kostenfrei sein. Junge, lokale und aufstrebende Bands, DJs oder Sportgruppen sollen sich für einen Auftritt bewerben können. „Wir wollen die Fläche um das Jugendhaus herum zu einer Spielfläche für Jugendliche und deren Ideen machen“, sagt Bauregger.
Mitmachen
Der KJR sucht weitere Jugendliche und Vereine, die mithelfen wollen. Bands, die auftreten möchten und Jugendliche, die sich bereit erklären, ihr Talent vorzuführen und in Workshops anderen beizubringen, wie Breakdance tanzen, Auflegen, Armbänder basteln, Tik-Tok-Videos drehen oder Zöpfe flechten.
Interressierte können sich bei Daniel Wagner unter Telefon 01 51/15 28 94 11 oder per E-Mail an die Adresse wagner@kjr-dachau.de melden. vm
Junge Heranwachsende sollen aber nicht nur die Möglichkeit bekommen, auf der Bühne zu stehen oder Gäste eines komplett auf sie zugeschnittenen Festivals zu sein, sondern es geht den Initiatoren noch um etwas anderes. „Wir möchten das Festival so aufziehen, dass möglichst viele junge Leute mitmachen und mitentscheiden“, erklärt Bauregger.
Jeder könne je nach Interesse einsteigen. Im Moment besteht das Veranstaltungsteam aus 20 Helferinnen und Helfern. Es handelt sich um Dachauer und Karlsfelder Jugendräte, Vorsitzende des Kreisjugendrings und des Runden Tisch gegen Rassismus.
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„Cool zu sehen, wie Festival von der anderen Seite aussieht“
Auch Tommie Ulrich bringt sich bei den Festivalvorbereitungen ein. Der 17-Jährige ist seit diesem Jahr im Karlsfelder Jugendrat. „Es ist cool zu sehen, wie ein Festival von der anderen Seite aussieht“, sagt er. Die Jugendlichen kümmern sich zum Beispiel um Öffentlichkeitsarbeit auf Social Media und das Anfragen von Bands. „Es hat mich überrascht“, berichtet er, „wie viel Aufwand das ist und was Künstler alles so wollen“. Zum Beispiel ein Hotelzimmer. Das sei aus Kostengründen aber nicht möglich, wie Tommie Ulrich nun weiß.
Das Festival sei keine kommerzielle Veranstaltung, betont Bauregger. „Wir wollen kein Geld damit verdienen, sondern den Jugendlichen die Möglichkeit geben, in eine Festivalplanung hineinzuschnuppern.“
„Will lernen, wie man mit höheren Stellen kooperiert“
Zu den Freiwilligen Helfern zählt auch Jule Lenz. Die Dachauerin ist im Zirkusteam des KJR und hat großen Spaß an der Festivalplanung. Besonders interessant findet sie, wie man einen Lageplan und ein Sicherheitskonzept erstellt, sagt die 18-Jährige. Und: „Ich will lernen, wie man mit höheren Stellen kooperiert.“
Wir wollen, dass die Jugendlichen immer mehr Aufgaben selber übernehmen.
Es gehe nicht bloß darum, eine Party zu organisieren, erklärt Initiatorin Bauregger. Das Projekt sei vielmehr „eine wichtige Sache“, um zu sehen, wie man sich demokratisch beteiligen könne, findet die Hauptverantwortliche. „Wir wollen, dass die Jugendlichen immer mehr Aufgaben selber übernehmen.“ Dazu zählt auch das Stellen von Förderanträgen oder die Vorstellung des Projekts bei der Stadt oder der Gemeinde.
KJR will junge Leute motivieren, sich einzubringen
Gerade die jungen Leute sollen wieder motiviert werden, sich für die Gesellschaft einzusetzen. Durch die Corona-Pandemie würden sich nicht mehr so viele Jugendliche in Vereinen ehrenamtlich engagieren, meint Bauregger. Sie wünscht sich, dass sich viele Jugendliche langfristig für das Projekt begeistern können. Das Festival soll ab jetzt einmal jährlich stattfinden. Bauregger hofft, dass die Veranstaltung den Nerv der jungen Leute trifft. „Es soll ein Gesamtkunstwerk werden, das die Jugendkultur sichtbar macht und positiv darstellt.“
Hier gibt’s Tickets
Das Fünf-Sieben-Festival findet am ersten Samstag in den Pfingstferien, 18. Mai, von 14 bis 24 Uhr beim Jugendhaus am Karlsfelder See statt.
Tickets für den kostenpflichtigen Bereich gibt es im Vorverkauf unter www.muenchenticket.de zu 11 Euro. Die Jugendlichen können auch selbst die Tickets auf dem Schulhof zu 10 Euro verkaufen. Auch an der Tageskasse kosten die Tickets 10 Euro.
Bei Interesse an Anna Bauregger wenden unter Telefon 01 71/6 22 58 30 oder per E-Mail an bauregger@kjr-dachau.de. vm
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