Verkehrsstatistik im Landkreis Dachau: Weniger Unfälle, mehr Verletzte

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Unfallschwerpunkt in Dachau: die Münchner Straße. © Norbert Habschied

Die Bilanz der Verkehrsstatistik der Dachauer Polizei lautet: weniger Unfälle, aber mehr Verletzte. Sechs Menschen starben im vergangenen Jahr bei Unfällen auf den Straßen im Landkreis, einer mehr als im Jahr zuvor. Allerdings gibt es auch Positives zu berichten.

4316 Mal hat es im Jahr 2024 auf Dachaus Straßen gekracht, 4601 Unfälle waren es 2023. Das ist ein Rückgang um 6,2 Prozent, berichtet Polizeihauptkommissar Christian Olschowsky, Verkehrsexperte der Dachauer Polizei. Allerdings stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (VUPS, siehe Tabelle) an, auf 565 (2023: 550). 772 Menschen wurden verletzt.

Sechs Unfälle mit tödlichem Ausgang

Sechs Unfälle im Kreis Dachau hatten einen tödlichen Ausgang, einer mehr als 2023. Zwei Personen kamen auf der Autobahn ums Leben: Im Januar prallte ein 46-jähriger Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck am Parkplatz Fuchsberg in den Sattelaufleger eines geparkten Lkw. Ein Motorradfahrer kam im September auf der A8 bei Odelzhausen ums Leben, weil er in einen Absicherungsanhänger fuhr.

Im Mai querte ein Pedelec-Fahrer (82) die St2054 im Gemeindebereich Erdweg, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten, die Fahrbahn, wurde von einem Pkw tödlich verletzt. Im August befuhr ein Kleinkraftradfahrer (17) die B471 und kam auf der Fahrbahn alleinbeteiligt zu Sturz. Er wurde infolge seiner schweren Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in ein Münchner Klinikum zur Behandlung geflogen, wo er jedoch seinen Verletzungen erlag. Ebenfalls im August befuhr ein Kradfahrer (59) eine Gemeindeverbindungsstraße in Odelzhausen, als es unmittelbar vor ihm zu einem Verkehrsunfall zwischen einem vorausfahrenden Pkw und einem landwirtschaftlichen Gespann kam. Der 59-Jährige konnte nicht mehr ausweichen, kollidierte frontal mit dem Gespann und verstarb noch an der Unfallstelle. Im Oktober kollidierte ein Autofahrer (17) in Hebertshausen mit einem Baum und erlitt schwere Verletzungen. Er starb noch an der Unfallstelle.

Alkoholunfälle auf Tiefststand

Doch auch Erfreuliches kann Olschowsky berichten: „Die Zahl der alkoholbedingten Unfälle fiel auf 34 Unfälle, das ist ein historischer Tiefststand.“ Den Grund dafür sieht der Verkehrsexperte der Polizei eindeutig in der „Kontrolldichte“. „Wir sind stetig und täglich dran, und umso mehr kontrolliert wird, umso weniger Leute fahren, wenn sie Alkohol getrunken haben.“

Radunfälle: Keine starke Steigerung

Unfälle mit Fahrrad- und Pedelec-Beteiligung nahmen im vergangenen Jahr leicht zu – um 18 auf insgesamt 211. „Dafür, dass die Verkehrswende stattfindet und sehr viele Menschen auf das Rad umsteigen, ist die Steigerung nicht exorbitant“, so Olschowsky. Bei 143 der Unfälle waren die Radfahrer die Alleinverursacher. In 195 Fällen gab es Verletzte. Um Radfahrer zu schützen, werde laufend etwas getan, beispielweise mit Schutzstreifen.

Schulwegunfälle: Kein Kind schwer verletzt

Im abgelaufenen Schuljahr verzeichnete die PI Dachau sechs Schulwegunfälle, im Jahr 2023 waren es ebenfalls sechs. Verletzt wurden insgesamt sechs Schüler, „allerdings ist niemand schwer verletzt worden“. An einem Schulweghelferübergang wurde kein Unfall verzeichnet, was auch den Schulweghelfern zu verdanken sei.

Unfallschwerpunkte im landkreis Dachau: Staatsstraße 2047 und Münchner Straße

Die Hauptunfallstrecke im Landkreis Dachau ist weiterhin die Staatsstraße 2047 zwischen Wollomoos und Dachau, die über Erdweg, Oberroth und Schwabhausen führt. Hier kam es im Jahr 2024 zu 280 Unfällen mit 102 Verletzten. Im Vergleich: 2023 kam es zu 270 Unfällen mit 62 Verletzten und einem tödlichen Verkehrsunfall. Das Problem auf dieser Strecke sei oftmals die Geschwindigkeit, „es wird überholt, es gibt Unfälle beim Abbiegen“, so Olschowsky. Insgesamt sei in 131 Fällen im Landkreis Dachau die Geschwindigkeit die Unfallursache gewesen, „vor allem auf den Landstraßen“. Daher wird die Polizei nun Maßnahmen ergreifen: Geschwindigkeitskontrollen, um diese Unfallstrecke sicherer zu machen.

Im Bereich der Stadt Dachau sticht die Münchner Straße als Unfallschwerpunkt mit 112 Verkehrsunfällen mit 24 Verletzten hervor. „Die Straße ist einfach viel befahren, die Autofahrer suchen einen Parkplatz, es kracht beim Abbiegen, an den Kreuzungen“, so der Verkehrsexperte. Mit Radfahrern dagegen gebe es hier keine Unfallhäufung, rückwärts auszuparken über den Radstreifen sei kein Problem. Auch mit der Multifunktionsspur in der Mitte gebe es keine Probleme. Sie sei dafür da, um kurz zu parken oder für Lieferdienste, erklärt Olschowsky.

Eine gute Nachricht zuletzt: Die Indersdorfer Gabel taucht in der Unfallstatistik nicht mehr auf, seit sie umgebaut wurde. „Es läuft dort super“, frohlockt Olschowsky. Die Kreuzung, die bayernweit als positives Beispiel für einen erfolgreichen Umbau genannt werde, wurde nach einen aufwändigen Gutachten mit einer hochwertigen, intelligenten Ampel ausgestattet, es gebe keine Unfälle mehr – und ebensowenig Rückstauungen an der roten Ampel.

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