Dutzende Hooligans sollen am Freitag (7. Februar) versucht haben, eine Autobahn südlich von Wien zu stürmen. Mehr als 20 Notrufe alarmierten die Einsatzkräfte.
Traiskirchen – Autofahrer im Osten Österreichs trauten wohl ihren Augen nicht: Kurz nach 21 Uhr am Freitagabend (7. Februar) verwandelte sich die Südautobahn bei Traiskirchen in einen Schauplatz des Schreckens. Etwa 50 vermummte Gestalten sollen offenbar versucht haben über die Leitplanken auf die Fahrbahn der A2 zu gelangen, berichtet der ORF Niederösterreich.
Laut Ermittlungen hatte ein Konvoi von Autos mit ausländischen Kennzeichen kurz vor 21 Uhr nahe der Autobahnausfahrt Traiskirchen geparkt, nur wenige Kilometer südlich von der Bundeshauptstadt Wien gelegen. Die vermummten Personen sollen dann zu Fuß zur Autobahn zurückgekehrt sein.
Großeinsatz in Österreich nach rund 20 Notrufen
Rund 20 besorgte Autofahrer griffen zum Handy und alarmierten die Polizei. Sie berichteten von brennenden Fahrzeugen und Massenkarambolagen auf der Autobahn. Ein Großeinsatz mit Polizeikräften aus Niederösterreich und Wien sowie einem Hubschrauber wurde ausgelöst. Wie die niederösterreichische Polizei gegenüber heute.at bestätigt, sei es jedoch zu keinem Massencrash gekommen. Auch brennende Autos stellten sich als falsche Warnung heraus. Diese dürften auf das Blaulicht der Einsatzkräfte zurückzuführen sein.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Vermummten um eine Fan-Gruppierung aus Serbien handelte. Doch warum hielten sich diese auf einer österreichischen Autobahn auf? Der Grund: Am selben Abend fand in Wien ein Basketballspiel der ABA League zwischen dem BC Vienna und KK Zadar aus Kroatien statt. Die vermummten sollen mit den kroatischen Fans verfeindet sein und diese auf der Autobahn ins Visier genommen haben.
Die Einsatzkräfte konnten die Vermummten zurückdrängen, bevor es zu Gewaltakten kommen konnte. Die Hooligans flüchteten zu ihren Fahrzeugen und verschwanden. Polizeisprecher Johann Baumschlager bestätigte gegenüber dem ORF, dass weder Sachschäden noch verletzte Personen gemeldet worden seien. Ohne Personenschäden endete kürzlich auch ein Lawinenabgang, die Einsatzkräfte waren jedoch alles andere als erfreut.
Dutzende Schlagstöcke sichergestellt: Vermummte überfielen wohl auch Tankstelle
Samstagfrüh (7. Februar) stellte die Polizei jedoch mehr als 40 Schlagstöcke sicher. Diese seien in der Nähe der Autobahnausfahrt Traiskirchen entdeckt worden, wo die Autos der serbischen Fans geparkt hatten. Berichte, wonach Personen mit „Eisenstangen bewaffnet auf Autos eingeschlagen hätten“, bestätigte die Polizei dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk jedoch nicht.
Ganz glimpflich ging der abendliche Einsatz aber nicht aus. Bei der Anfahrt der Rettungskräfte kam es dem ORF zufolge auf der B17 zu einem Unfall mit einem Feuerwehrauto und einem PKW. Die Einsatzkräfte krachten demnach frontal gegen eine Ampel. Dabei wurden vier Feuerwehrleute und zwei Autoinsassen verletzt.
Zusätzlich stehen laut Medienberichten zwei Ladendiebstähle in einer Tankstelle in Zöbern mutmaßlich im Zusammenhang mit dem Vorfall. In der Gemeinde an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark, rund 45 Autominuten von Traiskirchen entfernt, tauchten gegen Mitternacht zehn bis 15 vermummte Personen im Tankstellenshop auf. Erst im Herbst stellte die Polizei im österreichischen Vorchdorf 50 Waffen sicher, 19 Personen wurden vorläufig festgenommen. (Quellen: ORF Niederösterreich, heute.at.) (jm)