Die eigentlich guten Beziehungen zwischen Italien und den USA sind etwas belastet. Zu den Olympischen Winterspielen reist US-Vize Vance nach Mailand.
Mailand – Die Welt ist in Italien zu Gast – zumindest während dort vom 6. bis 22. Februar die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Als einer der ersten Staatsgäste weltweit ist bereits am Donnerstag (5. Februar) US-Vizepräsident J. D. Vance in Mailand eingetroffen, begleitet von Ehefrau Usha, den gemeinsamen drei Kindern sowie Außenminister Marco Rubio. Zum Auftakt fand am Abend ein Begrüßungsdinner statt, an dem so manche Spitzenpolitikerinnen und -politiker allerdings nicht teilnahmen.
Das Internationale Olympische Komitee richtete das Abendessen für zahlreiche Politikerinnen und Politiker, sogenannte VIPs sowie Royals aus. Die Atmosphäre in der Fabbrica del Vapore, einer zum Kulturzentrum umgewandelten ehemaligen Eisen- und Straßenbahnfabrik, war einem Bericht der italienischen La Repubblica zufolge ungezwungen. Einige prominente Namen fehlten jedoch, unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
Meloni und Vance bei gemeinsamem Mittagessen
Ebenfalls nicht vor Ort war Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die postfaschistische Regierungschefin war aufgrund einer Kabinettssitzung verhindert. Daneben blieb auch der neue Präsident der Region Venetien, Alberto Stefani, dem Begrüßungsdinner fern. Er erklärte, die Olympischen Spiele seien wichtig, aber nicht alles. Beim Mittagessen in der Mailänder Präfektur kamen am Freitag (6. Februar) jedoch Meloni, ihr Stellvertreter Antonio Tajani sowie Vance und Rubio zusammen.
Die Beziehungen zwischen Italien und den USA gelten grundsätzlich als vergleichsweise innig. Das liegt vor allem daran, dass Meloni zu US-Präsident Donald Trump einen so engen Draht haben soll wie nur wenige andere in der Europäischen Union. Als einzige Regierungschefin der EU hatte sie an den Feierlichkeiten zu Trumps zweiter Amtseinführung im Januar 2025 teilgenommen – nicht einmal Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán war vor Ort.
Meloni erstmals mit Kritik an Trump – Proteste wegen ICE in Mailand
Zuletzt ist das Bündnis zwischen Trump und Meloni jedoch zunehmend brüchig geworden. Nachdem Italien, Deutschland und weitere Staaten in Solidarität mit Dänemark kurzzeitig einige wenige Soldaten nach Grönland entsandt hatten, drohte Trump diesen Ländern mit Zöllen. Das hatte Meloni öffentlich kritisiert. Auch, dass Trump den früher in Afghanistan stationierten alliierten Soldaten Feigheit vorgeworfen hatte, kam in Rom und den restlichen Hauptstädten der EU nicht gut an.
Zur US-Delegation für Olympia gehören neben Vance und Rubio auch Kräfte der Einwanderungspolizei ICE. Diese geht brutal gegen Migrantinnen und Migranten vor und tötete die Schriftstellerin Renee Good sowie den Krankenpfleger Alex Pretti. Gegen die Anwesenheit von ICE-Kräften gab es in Mailand Proteste. Die Regierung in Rom versicherte, dass während der Olympischen Spiele ausschließlich italienische Sicherheitskräfte zum Einsatz kommen werden. (Quellen: SID, dpa, La Repubblica) (grmo)