Präsident Trump hat große Pläne für Washington, D.C. Ein Triumphbogen und ein neuer Skulpturengarten sind nur der Anfang. Die Projekte sollen sein Vermächtnis sichern. Eine Analyse.
Washington DC – Präsident Donald Trump hat seit Jahren versprochen, „den Sumpf trocken zu legen“ – seine Formulierung für die Beschmutzung Washingtons, D.C.
Seine zweite Amtszeit hingegen ist stärker auf die Renovierung ausgerichtet.
Vom Kahlschlag am Kennedy Center über umfangreiche Veränderungen im Umfeld des Weißen Hauses bis hin zu einem geplanten Triumphbogen am Potomac River hat Trump viel Zeit und Energie darauf verwendet, das Erscheinungsbild der Bundeshauptstadt auf eine Weise zu verändern, die ihn überdauern wird.
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Neue Projekte in Washington
Das jüngste Kapitel in dieser Entwicklung berichteten gestern unsere Kollegen Dan Diamond und Olivia George, als sie meldeten, dass der Präsident „plane, eine Statue von Christopher Columbus auf dem Gelände des Weißen Hauses aufzustellen, wie drei mit der Sache vertraute Personen berichteten – als neuen Schritt, den Präsidentensitz umzugestalten und den berühmten wie umstrittenen Entdecker zu feiern.“
Natürlich ist dies nicht alles, was Trump in Washington verändert. Hier ein kleiner Ausschnitt seiner architektonischen Pläne:
– Ein Triumphbogen: Unsere Kollegen Dan Diamond, Hannah Dormido und Tim Meko schrieben diese Woche, dass der Präsident „das Konzept eines 76 Meter hohen Bogens am Potomac ins Herz geschlossen hat“. Der Bogen würde das Lincoln Memorial in den Schatten stellen. Kritiker warnen, dass er die Sichtachsen der Region völlig verändern würde. „Ich möchte, dass er der größte von allen wird“, sagte Trump Reportern an Bord der Air Force One. „Wir sind die größte, mächtigste Nation.“
– Ein neu gestaltetes Kennedy Center: Unsere Kollegen Travis M. Andrews, Janay Kingsberry, Kelsey Ables, Naveen Kumar und Geoff Edgers berichteten diese Woche, dass der Präsident plant, das Kennedy Center ab Juli für zwei Jahre zu schließen, damit das berühmte Theater grundlegend umgebaut werden kann. Trump lehnt ab, dass es sich dabei um einen Komplettabriss handelt. „Ich reiße es nicht ab“, sagte Trump gegenüber Reportern. „Ich nutze den Stahl. Das bedeutet, wir erhalten die Struktur, einige Marmorplatten bleiben und einige kommen weg. Aber wenn es neu öffnet, wird es ganz neu und sehr schön sein.“
– Neuer Skulpturengarten: Der Präsident, wie unsere Kollegen Dan Diamond, Janay Kingsberry und Rick Maese im Januar berichteten, denkt darüber nach, ein Gelände nahe dem Jefferson Memorial für seinen lang ersehnten „National Garden of American Heroes“ zu verwenden, einen Außenpark mit 250 Statuen berühmter Amerikaner.
Weißes Haus und weitere Namensprojekte
Trump überraschte die Nation, als er ohne Vorwarnung im vergangenen Jahr den Ostflügel des Weißen Hauses abriss und damit neben dem historischen Gebäude ein riesiges Loch hinterließ. Diese Woche verteidigte Trump Umfang und Größe des Projekts. Alles werde sich am Weißes-Haus-Maßstab orientieren. Er argumentierte, der neue Bau sei nötig, um hochrangige Veranstaltungen auszurichten. „Er passt vollkommen zu unserem historischen Weißen Haus“, schrieb er auf Truth Social. „Dieses wunderschöne Gebäude wird, wenn es fertig ist ... das größte seiner Art überhaupt!“
Trump engagiert sich intensiv für ein 3,7-Milliarden-Dollar-Abkommen zwischen der Hauptstadtregierung Washington, D.C. und den Washington Commanders, wonach das Team ein neues Stadion östlich der Innenstadt bauen soll. ESPN berichtete im vergangenen Jahr, dass Trump daran interessiert sei, das Stadion nach sich benennen zu lassen. „Das wäre sicher ein schöner Name, schließlich war Präsident Trump entscheidend für den Neubau des Stadions“, stellte Pressesprecherin Karoline Leavitt in einer Stellungnahme fest.
Bemerkenswert ist an diesen Vorhaben, dass viele erst fertig werden, wenn Trumps Amtszeit 2029 endet. Das zeigt: Die Umgestaltung Washingtons ist mindestens so sehr Teil seines Vermächtnisses wie persönlicher Genuss.
„Wir werden es hinterlassen. Es wird ein großartiges Vermächtnisprojekt“, sagte Trump zum Start seines Plans für einen neuen Ballsaal im Weißen Haus.
Das Bauherren-Selbstbild und Vermächtnis
Es zeigt auch etwas über die Persönlichkeit des Präsidenten: Er ist besonders stolz darauf, Bauherr zu sein.
„Ich habe zwei Jobs“, sagte Trump Ende letzten Jahres. Präsident zu sein ist einer davon, aber er ergänzte: „Ich habe einen Baujob, und das ist für mich Entspannung, denn ich mache das schon mein ganzes Leben lang.“
Trump bringt seinen Namen seit Jahrzehnten auf Gebäude. Das hat auch im Präsidentenamt nicht aufgehört. Man nehme nur das Donald J. Trump Institute of Peace. Oder das Vorhaben, den Namen des Dulles International Airport in Virginia zu verändern. Oder die Entscheidung, den Namen Trump bald am zu schließenden Kennedy Center anzubringen.
Neue Bauwerke oder Namensänderungen prägen Trumps Präsidentschaft dauerhaft.
Es ist leicht, sich an Kennedy, Jefferson oder Lincoln zu erinnern, auch, weil es in der Hauptstadt Denkmäler für sie gibt. Trump mag eines davon noch nicht haben – aber sollten seine Umgestaltungen gelingen, wird sein Name fortan tausendfach pro Tag in D.C. ausgesprochen, jedes Mal, wenn Besucher einen seiner neuen Bauten sehen, lange nachdem er gegangen ist.
Zu den Autoren
Matthew Choi ist Co-Moderator des Early Brief Politik-Newsletters. Er ist seit 2025 bei der Post, zuvor berichtete er aus Washington für die Texas Tribune und zu Energiethemen für Politico.
Dan Merica ist Co-Moderator des Flaggschiff-Newsletters Early Brief der Post. Er kam 2025 zum Team, vorher berichtete er über Wahlkampagnen, Politik und alle Machtzentren in Washington, D.C. für CNN, The Messenger und die Associated Press.
Dieser Artikel war zuerst am 5. Februar 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.