Ein neuer Familienpark will mit großem Angebot punkten. Doch kaum eröffnet, kämpft er gegen die ersten existenziellen Herausforderungen.
Ein Abenteuerpark mit regionalem Charme, familienfreundlicher Atmosphäre und einem symbolischen Namen – es schien die perfekte Idee, um den Tourismus in der Region wiederzubeleben. Wo einst Hotelbetten standen, entstand aufwendig ein Familienparadies mit Gastronomie, Indoor-Spielplatz und sogar einem Wohnmobilhafen. Das Projekt versprach nicht nur Spaß für Kinder, sondern auch wirtschaftlichen Aufschwung. Doch die Realität holte den Ferienpark schneller ein, als erwartet.
Der Glück-Auf-Erlebnispark in Raschau-Markersbach in Sachsen musste bereits wenige Wochen nach seiner Eröffnung am 1. Dezember einen ersten Rückschlag hinnehmen. Laut MDR Sachsen meldete die Betreiberfirma Schneider Erzgebirge Event GmbH Insolvenz an. Trotz einer Investition von mehr als 20 Millionen Euro scheint das Konzept nicht auf die erhoffte Resonanz gestoßen zu sein. Der Park, der direkt an der Talsperre Markersbach liegt, soll dennoch weiter geöffnet bleiben, wie Pressesprecher Manuel Grießbach gegenüber MDR Sachsen bestätigte. Die Gehälter der 30 Mitarbeitenden seien vorerst gesichert.
Der Park bleibt trotz Insolvenz geöffnet
Um Gäste anzulocken, plant der Ferienpark ein Winterferienprogramm. Manuel Grießbach betonte gegenüber MDR Sachsen, dass der Park bereits morgens um 8:30 Uhr öffnen werde und ein Frühstücksangebot bereitstelle. Highlight des Programms soll eine Faschingsparty in der zweiten Ferienwoche werden. Neben Veranstaltungen setzt der Park weiterhin auf Familien. Mit Attraktionen wie einem Schaukelparcours, einem Kleinkindbereich und einer Kettcar-Rennstrecke bleibt das Angebot stark auf Kinder fokussiert.
Glück Auf – Der Erlebnispark
Reguläre Öffnungszeiten:
Mo: Ruhetag
Di – Fr: 10:30 bis 18:30 Uhr
Sa, So: 10:00 bis 18:30 Uhr
In den Ferien und an Feiertagen:
Sonderöffnungszeiten und -Schließtage
Mo - So: 08:30 bis 18:30 Uhr
Preise:
Einzelticket Kind: 16,50€
Einzelticket Erwachsener: 12,50€
Gruppenticket (2 Erwachene + 2 Kinder oder 1 Erwachsener + 3 Kinder): 54,50€
Die Entstehung des Parks ist offenbar eng mit der Historie der Region verbunden. Einst ein beliebtes Hotel mit Kegelbahn und Cocktailbar, stand das Areal in Markersbach lange Zeit still. Das Konzept, hier einen Familien-Erlebnispark zu etablieren, ging zurück auf einen lokalen Investor, der einheimische Traditionen und Bergbaugeschichte betont sehen wollte. Viele Spielgeräte und Elemente des Parks sind aus Holz gefertigt und greifen die Themen Handwerk und Bergbau auf. Der Website des Parks zufolge sei es das Ziel eine „multimediafreie Spiellandschaft“ zu schaffen.
Orte für kindgerechte Bildung sind wichtig: Aktuell müssen mehr als 40.000 Grundschüler die erste Klasse wiederholen.
Der Bürgermeister von Raschau-Markersbach, Frank Tröger, äußerte sich im Gespräch mit MDR Sachsen optimistisch über den Fortbestand des Parks. Trotz der Enttäuschung über die Insolvenz sehe er Chancen für die Zukunft der Attraktion. Eine Insolvenz bedeute nicht zwingend das Aus. Er hoffe, dass mögliche Maßnahmen das Projekt langfristig absichern könnten. Die Millioneninvestitionen der Unternehmerfamilie seien ein Zugpferd für den regionalen Tourismus. Er betonte aber auch, dass weitere Unterstützung erforderlich sei.
Die Region und der Park bieten zahlreiche weitere Potenziale. Mit zusätzlichen Ferienwohnungen und einem geplanten Outdoor-Bereich, der im Frühling eröffnet werden soll, versucht der Ferienpark auch künftig, neue Zielgruppen anzusprechen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Wohnmobil-Hafen mit Hundespielplatz und Waschmöglichkeiten, wie Manuel Grießbach von der Betreiberfirma erklärte. Ob dies künftig ausreicht, um die Gästezahlen stabil zu halten, bleibt abzuwarten. Auch wichtig, wenn Sie in der Region mit dem Camper oder Auto unterwegs sind: Hier warnt der DWD vor Glatteis – andernorts wird es endlich milder.