Die Postbank schließt Filialen in der Region. Sophia Mayr sieht sich nun gezwungen, auf Online-Banking umzusteigen. Sie will die Bank wechseln.
Bad Tölz – Sich Kontoauszüge ausdrucken lassen und Überweisungsscheine einwerfen: Wer seine Bankgeschäfte am liebsten auf diese Weise erledigt, hat es zunehmend schwer. So ergeht es auch der Tölzerin Sophia Mayr, die ein Konto bei der Postbank hat und – zumindest bisher – kein Online-Banking nutzt. Für sie ist vor Kurzem auch die letzte Möglichkeit weggefallen, ihre Erledigungen vor Ort in Bad Tölz oder auch nur in der Umgebung zu tätigen. Sie empfindet das als Ärgernis.
Tölzerin soll Filiale in Rosenheim nutzen
Gegenüber dem Tölzer Kurier schildert Sophia Mayr ihr Problem. Zunächst hatte im Juni 2023 die Postbank-Filiale in der Tölzer Hindenburgstraße geschlossen. Damals „hieß es, sie freuen sich, mich zukünftig in der Filiale Holzkirchen zu begrüßen“. Jedoch: „Nicht lange danach schloss auch diese Filiale, und ich wurde nun freudig in Rosenheim erwartet.“ Zunächst hatte Sophia Mayr noch eine Alternative: Kontoauszüge ziehen und Überweisungen tätigen, das konnte sie als Postbankkundin auch am Automaten der Deutschen Bank in der Marktstraße. Doch wie berichtet schloss die Deutsche Bank Anfang des Jahres ihren Selbstbedienungsbereich – „und freut sich auf meinen Besuch in Starnberg“, wie Sophia Mayr anmerkt.
Keine Selbstbedienungsgeräte mehr in Bad Tölz
Unsere Zeitung fragte bei der Postbank nach, wo ihre Tölzer Kunden nun einen Kontoauszug herbekommen. Ein Sprecher antwortet, dass man den „Unmut über die veränderte Filialsituation und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten“ verstehe. „Es ist korrekt, dass es in Bad Tölz keine Selbstbedienungsgeräte der Postbank oder Deutschen Bank mehr gibt, an denen Kontoauszüge ausgedruckt werden können.“
Empfehlung: Online-Banking
Daher sei der Kundin zu empfehlen, „die Nutzung des Online-Bankings in Erwägung zu ziehen“. Dies stelle „die komfortabelste und zudem kostenfreie Alternative dar“. Im Online-Banking der Postbank würden die Kontoauszüge einmal monatlich kostenfrei in das persönliche elektronische Postfach eingestellt. „Diese Auszüge enthalten alle Transaktionen und werden dort sicher gespeichert, solange die Kontoverbindung besteht.“ Eine zeitliche Befristung für die Speicherung gebe es nicht.
„Werde sicherlich nicht bei der Postbank bleiben“
Für Kundinnen und Kunden, die kein Online-Banking nutzen möchten, biete die Postbank die Möglichkeit, einen Finanzstatus per Post zu erhalten. „Dieser bietet eine vollständige Übersicht aller Finanzbewegungen auf dem Konto.“ Doch das kostet: bei der buchungstäglichen oder wöchentlichen Versandoption je 90 Cent, bei Versand zweimal monatlich oder monatlich je 2,50 Euro.
Sophia Mayr stellt diese Antwort nicht zufrieden. Sie sei nicht gewillt, für ihre Kontoauszüge zusätzlich zu den „ohnehin beträchtlichen monatlichen Gebühren“ etwas zu bezahlen. Deswegen sehe sie sich gezwungen, auf Online-Banking umzustellen. „Hierzu werde ich aber sicherlich nicht bei der Postbank bleiben“, sagt sie. Denn sie sehe keinen Grund, „bei einer Bank mit Kontogebühren zu bleiben, die weder eine Filiale noch einen Service-Automaten in erreichbarer Nähe zur Verfügung stellt“.