Minus 27 Grad: „Polar-Peitsche“ schockfrostet Österreich – drastische Warnungen für Skifahrer und Urlauber

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Das Extremwetter hält auch in Österreich Einzug. Bitterkalte Temperaturen wurden gemessen. Der Neuschnee birgt auch große Gefahren für Wintersportler.

München – Der Winter ist vollends angekommen. In Deutschland sorgen Schneestürme für Schulausfälle und Chaos auf den Straßen. Doch nicht nur hier bibbern die Menschen vor einer Extremwetterlage. Auch in Österreich wird turbulentes Wetter erwartet. Mitten in der Ski-Saison wird es nicht nur nass, sondern auch bitterkalt. Das Land gibt für einige Gebiete drastische Warnungen aus.

Österreich ächzt unter Schnee-Wetter. Es gibt Warnungen, die auch Urlauber betreffen. © IMAGO / Revierfoto (Symbolbild) + Screenshot Alpinwetter + Screenshot Lawinenwarndienst Tirol

Denn das Sturmtief „Elli“, das Deutschland in Atem hält, sorgt auch in Österreich für deutlich winterlichere Verhältnisse. Das österreichische Nachrichtenportal oe24.de betitelt die aufkommende Wetterlage gar als „polare Eispeitsche“. Der Name lässt extreme Kälte vermuten. Und die erreichte das deutsche Nachbarland bereits.

„Polar-Peitsche“ fegt über Österreich: Ort misst minus 27,9 Grad

In der Nacht auf Donnerstag sank etwa das Thermometer in Liebenau-Gugu in Oberösterreich auf minus 27,9 Grad. So kalt wurde es in keinem anderen Ort des Landes. Heute.at verpasste dem Örtchen prompt den Spitznamen „Sibirien Österreichs“. Ganz so kalt ist es am Freitag im Rest des Landes nicht mehr, auch wenn die einströmende polare Kaltluft besonders in den Alpen das winterlich-frostige Gefühl aufrecht erhält. Dafür kommen nun andere Gefahren hinzu.

Vor allem an der Alpennordseite fällt zunächst Schnee. Auch in weiteren Teilen des Landes gibt es intensiven Niederschlag. Die Tiefsttemperaturen liegen bei minus 10 Grad, es kann allerdings auch wärmer sein. Besonders in Oberösterreich und dem westlichen Niederösterreich muss daher zeitweise mit Regen gerechnet werden, sagt wetter.at. Stellenweise wird daher Glatteis erwartet. Auch in der Region Graz und im Burgenland könnte es glatt werden. Eine Gefahr, die auch andernorts herrscht. In Bayern starben zwei Menschen bei einem Glätte-Unfall.

Österreich von Extremwetter getroffen: Drastische Glätte-Warnungen veröffentlicht

Ebenfalls glatt wird es in der Steiermark. Dort liegt mit Schladming eines der beliebtesten Skigebiete Österreichs. In der Region warnt der Katastrophenschutz vor „akuter Glättegefahr auf Straßen sowie Geh- und Radwegen“. Gefrierender Schneeregen kann „Verkehrsflächen rasch spiegelglatt“ werden lassen. Harald Eitner, Leiter der Landeskatastrophenschutzabteilung, bittet die Menschen um „äußerste Vorsicht“ und warnt: „Das Land empfiehlt, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben.“

Die entstehenden Eisschichten erzeugen zudem eine hohe Gefahr vor Ast- und Wipfelbrüchen in Wäldern und Parkanlagen. Aufenthalte im Wald und unter Bäumen sollen vermieden werden. Und damit nicht genug der Warnungen. Am Freitag erhöhte auch der Lawinenwarndienst des Bundeslandes Tirol seine Warnstufe für gewisse Gebiete. Eine Warnung der Stufe 3 – entspricht „erheblicher Lawinengefahr“ – gilt nun im Westen Tirols. Lawinen wurden in diesem Winter bereits häufiger zur tödlichen Falle.

Wintersportler in Österreich aufgepasst: Lawinen-Warnstufe erhöht – hier gilt „besondere Vorsicht“

Die Warnung ist besonders für Wintersportler und Personen im Urlaub in Österreich wichtig. Sie kommt durch die instabile Schneedecke aufgrund von Neuschnee in Kombination mit Wind zustande. Jetzt gelte „besondere Vorsicht“, zitiert Wetter.at Sicherheitslandesrätin Astrid Mair von der ÖVP. Wintersportler sollen sich vorab genau über mögliche Gefahrenstellen informieren und ihre Touren sorgfältig planen. Laut Christoph Mitterer vom Lawinenwarndienst sei empfohlen, „defensiv unterwegs zu sein und steile Schattenhänge zu meiden“.

Der Ausblick auf die kommenden Tage bringt außerdem weitere Tücken mit sich. Bis am Sonntag in der Früh können in Österreich binnen 24 Stunden gebietsweise weitere 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee fallen, schreibt die zu „Kachelmannwetter“ gehörende Seite „Alpinwetter“ unter Berufung auf ein Wettermodell.

Wetter-Prognose für Österreich: Warndienst fürchtet „Lawinenzeit“

Der angekündigte Neuschnee ruft auch weiter den Lawinenwarndienst auf den Plan. Der Schnee falle auf eine ungünstig aufgebaute Schneedecke, warnt der Lawinenwarndienst Tirol in einem Beitrag auf der Website. Ab Sonntag ist dort von einer sogenannten „Lawinenzeit“ die Rede, also einer „für Wintersportler besonders unfallträchtigen Lawinensituation“.

In Österreich hält also das Extremwetter Einzug. In Italien gab es diese Situation unlängst. Dort sorgte ein Rekord-Schneefall für Besucher-Anstürme und Verkehrschaos. (Quellen: Lawinenwarndienst Tirol, Katastrophenschutz Steiermark, oe24.de, heute.at, wetter.at) (han)