Ein Bagger ist nahe Passau in die eiskalte Donau gestürzt. Der Fahrer kämpfte inmitten von Eisschollen um sein Leben. Das Ende des Unfalls ist überraschend.
Obernzell - Das Donaukraftwerk Jochenstein östlich von Passau an der Grenze zu Österreich ist ein mächtiger Bau aus den 1950er Jahren: Der Donaustrom wird hier knapp zehn Meter hoch gestaut, der Rückstau reicht 27 Kilometer weit bis nach Passau. Zwei je 240 Meter lange Schleusen ermöglichen es Passagier- und Güterschiffen, den Höhenunterschied zu bewältigen.
Das größte Kraftwerk an der bayerischen Donau – mit gigantischen Ausmaßen
Das riesige Bauwerk, das das größte Wasserkraftwerk Bayerns ist, wird ständig gewartet, auch im Winter bei Eis und Schnee. Darum war am Donnerstagnachmittag (8. Januar) ein 52 Jahre alter Baggerfahrer aus dem oberösterreichischen Bezirk Grieskirchen im Bereich des Unterwassers der Schleuse mit Erdarbeiten beschäftigt, als sein Fahrzeug auf glattem Untergrund ins Rutschen geriet.
Der Bagger stürzte in das nur ein halbes Grad warme Wasser und ging zwischen den Eisschollen unter. In dem eiskalten Wasser hätte der 52-Jährige kaum eine Überlebenschance gehabt, wenn er nicht schnell herausgekommen wäre. Doch der Baggerfahrer reagierte blitzschnell: „Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Eisschollen im und um den Wehrbereich konnte sich der Fahrer wie durch ein Wunder selbst aus dem Fahrzeug befreien und mithilfe seiner Arbeitskollegen an Land gehen“, berichtete die Feuerwehr Obernzell, die dann zur Bergung des Baggers ausrückte.
Baggerfahrer rettet sich mit filmreifer Aktion zwischen Eisschollen an Land
Der Bagger kippte und stürzte unterhalb der riesigen Schleusentore in die Donau. „Der Fahrer blieb geistesgegenwärtig: Er konnte sich aus der Fahrerkabine befreien und schwamm ans nahe Ufer“, heißt es bei der Polizei. Der Mann wurde mit leichten Verletzungen und Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht.
Für die Feuerwehr gestaltete sich der Einsatz aber dennoch schwierig, sie sollte mit einem Boot zur Rettung des Baggerfahrers ausrücken. „Vor Ort mussten wir jedoch feststellen, dass das Hafenbecken zugefroren war, sodass ein Slipvorgang nicht möglich war“, so die Feuerwehrler bei Facebook. „In der Zwischenzeit erreichte uns glücklicherweise die Meldung, dass der Baggerfahrer das Wasser selbstständig verlassen konnte, wodurch der Einsatz unseres Bootes hinfällig wurde.“
Schifffahrt musste wegen der Bergung des Baggers eingestellt werden
Im Anschluss legten die Obernzeller Feuerwehrleute mit ihren Kameraden aus Engelhartszell und Gottsdorf eine Ölsperre unterhalb der Unfallstelle zu errichten, da zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Betriebsstoffe austreten. Die Bergung des Baggers übernahm in den Abendstunden dann der 100-Tonnen-Schwimmkran des Kraftwerks gemeinsam mit seiner Tauchmannschaft.
„Der Kran stand zufällig bereits im Bereich der Unfallstelle und hatte dort selbst Arbeiten übernommen“, heißt es weiter. Die Einsatzkräfte konnten die Ölsperre wieder abbauen und abrücken. Währenddessen musste die Schifffahrt auf der Donau aus Sicherheitsgründen bis in die frühen Donnerstagabendstunden eingestellt werden. Ein Facebook-Video zeigt eindrucksvoll die Sanierungsarbeiten in Jochenstein.
In Schwaben versank ein Auto mit zwei jungen Männern in einem Fluss. Für Schlagzeilen sorgte jüngst auch ein Güterschiff, das im November wie ein Geisterschiff führerlos auf die Schleuse Jochenstein zutrieb.