- Der vollständige Artikel von Peter Althaus, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Drohnen überfliegen neues Flugabwehrsystem – Bundeswehr scheitert mit Abschuss
Ein spektakulärer Vorfall sorgt für Diskussionen: Kurz vor der Inbetriebnahme des Flugabwehrsystems Arrow 3 wird die Bundeswehr von Drohnen überflogen – und scheitert mit einem Abschussversuch. Im Mittelpunkt der Leserdebatte steht massive Kritik an der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und ihrem Umgang mit moderner Technik. Während ein Großteil der Leser massive Zweifel an der Abwehrbereitschaft und Organisation äußert, fordern andere gezielt bessere Ausrüstung oder stellen die Glaubwürdigkeit der Spionageberichte infrage. Auch politischer Frust und Sarkasmus bestimmen die Diskussion.
Kritik an Bundeswehr Leistungsfähigkeit
Mit einem Anteil von 34 Prozent ist die Kritik an der Leistungsfähigkeit der Bundeswehr die dominante Perspektive in der Diskussion. Viele Leser zeigen sich überrascht und enttäuscht, dass die Bundeswehr beim Drohnenabschussversuch scheiterte – und das trotz eines milliardenteuren Systems wie Arrow 3. Häufig werden mangelnde Ausrüstung, fehlende Übung sowie organisatorische und politische Fehler als Grund genannt. Auch die Führung und die grundsätzliche Verteidigungsbereitschaft werden skeptisch gesehen. Die Nutzer beziehen sich explizit auf das Scheitern beim Drohnenabschuss wie im Artikel beschrieben und zweifeln daran, ob die Bundeswehr für moderne Herausforderungen gewappnet ist.
"Tja, warum bitte alles in der Welt kann die Bundeswehr keine Drohne vom Himmel holen? Ist mir als Bürger und damit auch als Laie echt nicht klar. Die Ukraine ist täglich mit vielen solcher Szenen konfrontiert und schafft es ja auch, die russischen Drohnen zu holen. Das Szenario auf deutscher Seite ist mir völlig suspekt und lässt einem als Bürger dieses Landes schier das Blut in den Adern gefrieren, wenn man liest, dass man noch nicht mal einigermaßen sicher sein kann, dass die Bundeswehr diese Drohnen eliminieren und die Bürger damit sichern kann." Zum Originalkommentar
"Wie peinlich… da baut man sich ein milliardenteures Abfangsystem dahin und eine 1000 Euro teure Drohne könnte es zerstören, weil die Bundeswehr keine kleinen Drohnen abschießen kann. Wie sagte Volker Pispers doch so schön: Die Bundeswehr ist dazu da, den Russen so lange aufzuhalten, bis Militär eintrifft." Zum Originalkommentar
"D.h. wenn es im Ernstfall Kampfdrohnen gewesen wären, wäre das milliardenteure System mindestens schwer beschädigt worden. Das kann doch echt nicht sein. Macht endlich eure Hausaufgaben." Zum Originalkommentar
Sarkasmus zur Bundeswehr und Politik
Rund 19 Prozent der Leser kommentieren den Vorfall sarkastisch oder ironisch. Sie greifen das Scheitern beim Drohnenabschuss im Artikel auf, um ihren Frust mit spitzen und humorvollen Vergleichen zu äußern – etwa mit dem Vorschlag, Schützenvereine oder Indianer für die Abwehr einzusetzen. Diese Kommentare spiegeln Resignation und eine gewisse Verzweiflung angesichts der aktuellen Situation wider und richten sich sowohl gegen die Bundeswehr als auch gegen die Politik. Hinter der Ironie verbirgt sich meist auch ein Appell, die Probleme ernsthaft anzugehen.
"Wir haben vor 50 Jahren als Kinder Steinschleudern und Blasrohre gebaut. Ich frage mich, ob wir die Drohnen runterbekommen hätten." Zum Originalkommentar
"Eigentlich sehr verwunderlich. In Deutschland gibt es doch über 13.000 Schützenvereine. Die könnte man doch mal um Hilfe bitten." Zum Originalkommentar
"Potentielle Angreifer muss die Bundeswehr nicht beschießen. Die lachen sich tot." Zum Originalkommentar
Kritik an politischer Führung und Sicherheitspolitik
Mit 14 Prozent Anteil nehmen Leser die politische Führung und sicherheitspolitische Ausrichtung Deutschlands ins Visier. Sie beziehen sich auf die im Artikel erwähnte Einbindung neuer Technik und Auslandseinsätze und kritisieren ineffiziente Verteidigungspolitik sowie den Fokus auf internationale Moralpolitik. Wiederholt fordern Kommentierende, dass die Regierung sich auf die eigene nationale Sicherheit konzentrieren solle. Die Diskussion macht deutlich, dass viele Nutzer eine konsequentere Führung und klarere strategische Ansätze vermissen.
"Ich kann es nicht fassen, wie sich unser Land blamiert. Man muss die Politikansätze hinterfragen, die uns in diese Lage gebracht haben. Schluss mit dieser exogenen Moralpolitik für alle Welt. Jetzt sind wir, unsere Bürger, dran!" Zum Originalkommentar
"Berichtet doch mal darüber, dass das THW tausende Generatoren an die Ukraine abgegeben hat, die bisher nicht ersetzt wurden. Fragt da doch mal nach, was die noch alles abgeben mussten, was nicht ersetzt wurde und uns jetzt fehlt. Die Verantwortlichen gehören an den Pranger gestellt." Zum Originalkommentar
"Schon makaber, Merz will die Bundeswehr im Ukraine-Krieg einsetzen und die Bundeswehr kann keine Drohne abschießen!" Zum Originalkommentar
Kritik an Bundeswehr Ausrüstung und Technik
Dreizehn Prozent vertreten die Ansicht, dass die technische Ausstattung und die Systemwahl der Bundeswehr im beschriebenen Vorfall nicht ausreichend sind. Leser zweifeln daran, ob das angekündigte Flugabwehrsystem Arrow 3 – wie im Artikel beschrieben – tatsächlich für die Drohnenabwehr konzipiert ist. Zugleich fordern sie den Einsatz von Alternativen wie Lasersystemen oder tragbaren Waffen und stellen die Beschaffungslogik grundlegend infrage. Wiederholt wird darauf hingewiesen, dass andere Länder gleiche Aufgaben mit weniger Aufwand zuverlässiger lösen.
"Nun muss die Bundeswehr wohl bei den Israelis einkaufen, nämlich das lasergestützte Drohnen-Abwehrsystem der Firma Elbit." Zum Originalkommentar
"Mit Flugabwehr-Systemen wie IRIS, Patriot und Arrow 3 ist es wie mit Kanonen auf Spatzen zielen. Mit Maschinengewehren zu schießen, da ahmen wir den tapferen Ukrainern nach, letzten Endes lächerlich. Warum verwendet man nicht eine tragbare Stinger, auch wenn das Kostenverhältnis hier immer noch unausgegoren ist. Aber wenigstens zeigen wir den Russen, dass Drohnen abgeschossen werden. Bis andere, beispielsweise das System Skyranger 30, in ausreichender Zahl vorhanden sind? Damit verschafft man sich halt Respekt vor dem potentiellen Feind." Zum Originalkommentar
"2030 einsatzbereit? Bis dahin senden die uns unsichtbare Drohnen und sind allen 1000 Schritte voraus! Schlaft weiter!" Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Drohnenspionage
Mit einem Anteil von sechs Prozent hinterfragen die Leser in dieser Gruppe die Glaubwürdigkeit der im Artikel erwähnten Drohnenspionage. Sie zweifeln an, ob es sich tatsächlich um feindliche Aktivitäten handelt, oder ob hier Angst erzeugt und Verteidigungsausgaben legitimiert werden sollen. Teilweise werden False-Flag-Szenarien diskutiert, andere Kommentierende kritisieren die dünne Beweislage. Damit lenken sie die Debatte von der reinen Technik- und Kompetenzfrage auf die narrative und politische Ebene.
"Von den Drohnenspionagefällen des Jahres 2025 wurde bei keinem einzigen eine Beobachtung durch irgendeinen äußeren Feind festgestellt. In der Regel waren es private Drohnen deuscher Bürger oder Drohnen deutscher Dienststellen, die dort rumflogen. Das Ganze ist offensichtlich nur Angstmacherei, um ein Bedrohungsempfinden in der Bevölkerung zu schüren und um mehr Geld für die Drohnenüberwachung und Abwehr zu bekommen." Zum Originalkommentar
"Noch ist unbekannt, welcher Drohnenpilot die Spionage durchgeführt hat. Man weiß nur, dass sie aus Richtung Osten kam. Ironie aus!" Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Ebenfalls mit 14 Prozent fallen Beiträge in die Kategorie 'Sonstiges', die quer durch die Debatte verlaufen. Hier finden sich Aufrufe zum Verbot von privaten Drohnen, Verweise auf Schützenvereine, allgemeine Beobachtungen und Randbemerkungen. Diese Kommentare bringen häufig breitere gesellschaftliche Aspekte oder ganz eigene Interpretationen ins Spiel und ergänzen die Debatte mit zusätzlichen, mal sachlichen, mal humorvollen Einschätzungen.
"Wenn ich sehe, welche Typen hier im Umland so mit Drohnen herumfliegen, kann man den Täterkreis gar nicht eingrenzen." Zum Originalkommentar
"Normalerweise hilft da ein Schrotgewehr!" Zum Originalkommentar
"Anstatt die hart erarbeiteten Steuergelder der Menschen für sowas auszugeben, sollte man lieber eine große weiße Fahne bauen. Spart Geld und schützt Leben." Zum Originalkommentar
Die Diskussion um die Bundeswehr und ihre Fähigkeit zur Drohnenabwehr zeigt: Erwartungen an Technik, Führung und Eigenständigkeit der Streitkräfte gehen weit auseinander. Sollte Deutschland beim Thema Verteidigung grundlegend umdenken? Diskutieren Sie mit!