"Jetzt klar durchgreifen, rechts wie links": Leser diskutieren Täterfrage

Der Angriff auf das Berliner Stromnetz hat eine vielschichtige Diskussion ausgelöst: Während Ulf Lüdeke dokumentiert, wie auch linke Studenten den Sabotageakt deutlich kritisieren und Zweifel an der Täteridentität äußern, spiegelt sich in den Kommentaren eine breite Konfliktlinie wider. Besonders sichtbar werden Vorwürfe an die linke Studentenschaft, Skepsis gegenüber der offiziellen Täter-Erklärung sowie Kritik an politischer und staatlicher Verantwortung für die Stromversorgung Berlins. Gleichzeitig verlagern sich die Debatten vom eigentlichen Anschlagsgeschehen hin zu Fragen nach dem Umgang mit linker Gewalt und der Glaubwürdigkeit politischer sowie medialer Kommunikation.

Skepsis gegenüber Täteridentität

Mit einem Anteil von 25 Prozent ist das Lager derjenigen, die die offizielle Schilderung der Täteridentität kritisch sehen, besonders groß. Viele Kommentatoren bezweifeln, dass tatsächlich die Vulkangruppe verantwortlich ist, und argumentieren, es könnten andere Akteure wie Russland, die AfD oder staatliche Stellen hinter dem Anschlag stehen. Verdachtsmomente, Verschwörungstheorien und Forderungen nach weitergehender Aufklärung stehen hier im Mittelpunkt. Leser betonen zudem, dass die Ermittlungen transparent und unabhängig erfolgen sollten, um Assoziationen mit politischen Motiven zu vermeiden.

"Ist doch klar, dass die Täter Angst haben, erkannt zu werden. Seit 11 Jahren erzählen die Medien, aber auch die Polizei uns, es käme von links. Plötzlich eine Wandlung und jetzt soll es aus einer anderen Richtung kommen. Das hört sich alles sehr eigenartig an!"  Zum Originalkommentar

Kritik an linker Studentenschaft

Mit einem Anteil von 23 Prozent ist die Kritik an der linken Studentenschaft sehr präsent. Zahlreiche Leser stellen infrage, ob linke Studenten angemessen auf den Anschlag reagieren oder sich ausreichend distanzieren. Es werden Untätigkeit, schönfärberische Aussagen und mangelnde Unterstützung für die Opfer betont. Darüber hinaus werfen manche Kommentatoren der Studentenschaft sogar vor, die Täter zu schützen oder bewusst alternative Narrative in den Diskurs einzubringen, etwa durch das Aufstellen von Verschwörungstheorien oder die Ablehnung eindeutiger Schuldzuweisungen.

"Welche Aussagen hat man von linken Studenten erwartet? Etwa, dass sie es gut finden? Die suchen die Täterschaft lieber rechts von ihnen oder auf das Ausland."  Zum Originalkommentar

"Linke finden solche Aktionen nur gut, wenn es sie nicht selbst trifft. Es muss mit den Linken endlich mal aufgeräumt werden in unserem Land, ohne Rücksicht. Leider wird das mit einer CDU, die lieber gemeinsame Sache mit dem politischen Arm dieser Straftäter macht, nicht passieren. Solange CDU und andere linke Parteien weiterhin unsere Sicherheitsbehörden zweckentfremden, um die größte Oppositionspartei klein zu halten, wird es nur schlimmer werden."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur Täterzuweisung Debatte

21 Prozent der Leserschaft greifen das Thema Täterzuweisung auf besonders sarkastische Weise auf. Diese Kommentare stellen Schuldzuweisungen an Russland, AfD oder linke Gruppen ironisch infrage und kritisieren die verbreiteten Theorien sowie die politische und mediale Inszenierung. Oft wird dabei die Glaubwürdigkeit offizieller Erklärungen untergraben und der Ablauf der öffentlichen Debatte selbst in ein humoristisches Licht gerückt, was die allgemeine Verunsicherung und Frustration über die Deutungskämpfe rund um den Anschlag widerspiegelt.

"Wir waren es nicht. Es waren die grünen Männchen oder Fred vom Jupiter, aber doch nicht wir."  Zum Originalkommentar

"Putin war es, die Idee kam von Trump und eine AfD-Delegation hat es in Moskau erklärt. Ausgeführt wurde die Tat von einem ukrainischen Sonderkommando, aber einer der Soldaten hat russische Großeltern."  Zum Originalkommentar

"Vielleicht war es ja auch der Weihnachtsmann? Schön, wie sich die Linken jetzt rausreden wollen."  Zum Originalkommentar

Kritik an linker Gewalt allgemein

Einige Leser (zehn Prozent) beziehen sich auf die generelle Ablehnung von linker Gewalt oder Extremismus. Leser betonen, dass solche Sabotageakte für die Gesellschaft schädlich sind und eine Gefahr für Sicherheit, Demokratie und sozialen Zusammenhalt darstellen. Es werden eine konsequente Strafverfolgung sowie eine eindeutige Benennung und Verurteilung dieser Straftaten über politische Lager hinaus gefordert. In einigen Beiträgen wird zudem auf mögliche politische Nutznießer, insbesondere auf die AfD, verwiesen.

"Es trägt eine vertraute linksextreme Handschrift, weil man deren Handschrift in der Vergangenheit nur zu gut kennengelernt hat. Aber selbst da muss wieder reflexartig und ohne jegliche Beweise auf die AfD gezeigt werden... einfach nur lächerlich."  Zum Originalkommentar

"Warum lässt man sich wieder ablenken? Die Linken sind nicht besser als die Rechten. Jetzt klar durchgreifen, rechts wie links. Es gibt keine "guten" Verbrecher."  Zum Originalkommentar

"Egal welcher Akteur hier am Werke war, es ist und bleibt ein terroristischer Angriff auf unsere Infrastruktur. Warum haben wir ein Problem, das so zu benennen? Wenn wir uns nicht mal die Wahrheit eingestehen wollen, wie sollen wir dann zukünftig keine geeigneten Abwehrmaßnahmen ergreifen?"  Zum Originalkommentar

Kritik an politischer Verantwortung

Sieben Prozent der Leser konzentrieren sich auf politisches und organisatorisches Versagen: Sie benennen mangelnde Vorbereitung auf Notfälle, fehlende Notstromaggregate und kritisieren zögerliche oder unzureichende Reaktionen der Politik auf den Berliner Stromausfall. Die Debatte bezieht auch die Rolle einzelner Politiker und die unzureichende Kommunikation mit ein. Immer wieder klingen Zweifel an den Prioritäten und an der generellen Sicherheit der Infrastruktur an.

"Was für ein Kanzler Merz, er setzt Prioritäten in Paris und in Berlin frieren die Menschen."  Zum Originalkommentar

"…..haben wir keine Stromaggregate, ach stimmt, 1700 sind ja in der Ukraine, um Kiews Stromversorgung zu garantieren."  Zum Originalkommentar

""Es dauert noch ein bisschen, weil wir mit aller Sorgfalt vorgehen und wollen, dass die Reparaturen auch solide ausgeführt werden". Ja, das ist sinnvoll, allerdings macht man in der Regel bei Notfällen erst einmal eine Improvisation mit einem Team und das zweite Team arbeitet an der sorgfältigen Reparatur... Zugegeben, bei 5 110kV-Leitungen nicht trivial, aber zumindest die Anbindung der Umspann-Werke in den Bezirken mit den 10 bzw. 20kV-Leitungen hätte man improvisieren können... Selber vor 20 Jahren in Niederbayern erlebt, wie die Isar-Amper-Werke nach einem Kurzschluss eines 20kV-Erdkabels das wieder in Gang brachten (und die mussten zunächst erst einmal die Kurzschluss-Stelle finden - hübsch vergraben und "nix Kabelbrücke")"  Zum Originalkommentar

Kritik an Medien und Kommunikation

Fünf Prozent der Kommentare nehmen die Rolle der Medien und die öffentliche Kommunikation kritisch unter die Lupe. Die Medien stehen im Verdacht, die linke Perspektive hervorzuheben oder unliebsame Aspekte zu beschönigen. Auch wird auf eine als unzureichend empfundene Moderation und fehlende Transparenz bei Ermittlungen hingewiesen. Wiederholte Kritik betrifft die vermeintliche politische Rahmung des Anschlags und die damit einhergehende Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung.

"Es ist schon beeindruckend, wie die Medien die linke Gesinnung aus dem Rampenlicht ziehen wollen. ARD und ZDF berichten darüber in der Form, dass es wohl mehr oder weniger ein Unfall war. Ein Blackout. Großes Kino, werter ÖRR."  Zum Originalkommentar

"Bei Maischberger wäre das ein aktuelles Thema heute Abend. Leider daneben, es ist innenpolitisch Nebensache."  Zum Originalkommentar

"Wie wahr: ein Schuss in den Ofen. Und nun, da es jetzt eng wird mit der öffentlichen Meinung, entweder Putin, Trump oder Alice. Wir können es uns aussuchen. Nur die Linken, die waren es natürlich nicht."  Zum Originalkommentar

Zustimmung zur Forderung nach Ermittlungen

Vier Prozent sprechen sich explizit für umfassende Ermittlungen und eine eindeutige Klärung der Täterschaft aus. Aus dieser Perspektive geht es weniger um Vorverurteilung, sondern um die Notwendigkeit, durch professionelle Untersuchungen die wahren Hintergründe herauszufinden und zukünftigen Anschlägen auf Infrastruktur vorzubeugen.

"Egal welcher Akteur hier am Werke war, es ist und bleibt ein terroristischer Angriff auf unsere Infrastruktur. Warum haben wir ein Problem, das so zu benennen? Wenn wir uns nicht mal die Wahrheit eingestehen wollen, wie sollen wir dann zukünftig keine geeigneten Abwehrmaßnahmen ergreifen?"  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Die übrigen Kommentare (fünf Prozent) befassen sich mit unterschiedlichen, teils humorvollen oder unspezifischen Bemerkungen, die sich nicht eindeutig einem der anderen Themenfelder zuordnen lassen. Neben technischen Details werden auch gesellschaftspolitische Randthemen oder allgemeine Eindrücke zum Umgang mit dem Anschlag angesprochen.

"Das ist die Stunde der Prepper. Endlich. Nach so vielen Jahrzehnten des Überflusses."  Zum Originalkommentar

In der Debatte prallen Zweifel, Vorwürfe und Forderungen nach Aufklärung aufeinander. Was meinen Sie: Wie kann eine sachliche, lösungsorientierte Streitkultur zum Umgang mit solchen Anschlägen aussehen? Diskutieren Sie mit und bringen Sie Ihre Perspektive ein!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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