"In Hollywood spielt immer noch die alte Riege in Filmen mit"

Ein offenes Interview von Schauspielerin Anja Kruse über Altersdiskriminierung und den Einfluss von sozialen Medien entfacht lebhafte Diskussionen: Kruse moniert fehlende Rollenangebote für ältere Schauspielerinnen und kritisiert den Jugendwahn sowie den Einsatz von Influencern. In den Lesermeinungen stehen sich vor allem diese Lager gegenüber: Während ein Teil die Kritik an Altersbildern und mangelnder Rollenvielfalt teilt, sehen andere in der Entwicklung eine normale Branchenrealität oder fordern mehr Selbstreflexion der Betroffenen. Auch die Rolle von Influencern sorgt für Diskussionsstoff.

Diskussion zu Rolle des Alters in Schauspielkarriere

Mit einem Anteil von 37 Prozent prägt dieses Lager die Diskussion: Viele Leser sehen das Nachlassen von Rollenangeboten im Alter als normalen, auch in anderen Branchen verbreiteten Vorgang. Sie argumentieren, dass die Zeit auf der Bühne oder vor der Kamera naturgemäß begrenzt ist und der Ruhestand mit Ende sechzig auch für Schauspieler eine Option sein sollte. Einzelne Stimmen kritisieren die fehlende Selbsterkenntnis mancher Schauspieler über das natürliche Ende ihrer Karriere. Einige sehen die Entwicklung als Folge des eigenen Karriereweges oder machen die Branche generell für Oberflächlichkeit verantwortlich. Der Bezug zum Artikel: Kruses Klage über den Jugendwahn wird vielfach als Jammern auf hohem Niveau kritisiert, da viele andere Berufsgruppen ähnliche Erfahrungen machen.

"Sorry, das wird wohl auch in allen Berufen so sein, schreiben Sie mal eine Bewerbung im Alter von 69 Jahren, da werden Sie vermutlich auch nicht das Objekt der Begierde sein! Manchmal gehört auch eine Portion Selbsterkenntnis dazu, und dass sich der Sand in der Sanduhr leider zum größten Teil im unteren Teil befindet."  Zum Originalkommentar

"Sie profilierte sich im Schauspiel mit ihrem schönen Aussehen. Jetzt ist ihr Aussehen gealtert und ihr Schauspiel nicht gefordert. Ist wie im Handwerk. Jugendliche kräftig und dynamisch, dann schwächlich und starr. Alle müssen einsehen, dass ihre berufliche Zeit zu Ende geht."  Zum Originalkommentar

"Wenn man eben immer nur als schönes Beiwerk im Film zu sehen war, dann wird man es schwer haben, Charakterrollen zu bekommen. Das betrifft Männer, so wie Sascha Hehn, genauso."  Zum Originalkommentar

Kritik an Jugendwahn in Schauspielbranche

Mit 35 Prozent Anteil spricht sich eine große Gruppe für die Sicht von Anja Kruse aus: Sie kritisieren den Jugendwahn in der Branche als realitätsfern und respektlos gegenüber erfahrenen Schauspielerinnen. Ältere Darstellerinnen würden oft nicht altersgerecht besetzt oder erhielten kaum noch Rollen, während junge Kolleginnen bevorzugt werden – ein Problem, das viele als Altersdiskriminierung sehen. Die Diskussion betont auch, dass Männer häufiger bis ins hohe Alter im TV präsent bleiben dürfen. Zwar erkennen Einzelne auch Trends und Ausnahmen, letztlich aber sehen viele die Ursachen für mangelnde Vielfalt und Chancen bei der Programmpolitik der Sender. Kruses Erfahrungen werden als Beispiel für den Umgang mit älteren Darstellerinnen gewertet.

"Das gleiche gilt für die Tagesschau. Männer können bis ins hohe Alter weitermachen. Siehe Jan Hofer. Ältere Frauen sind da Fehlanzeige!"  Zum Originalkommentar

""Großmütter werden von 40-Jährigen gespielt, die dann entsprechend geschminkt werden“, sagt Kruse." Nun, glattgebügelte 69-Jährige können auch keine glaubwürdige Oma oder Alte spielen. Natürlich gealterte Frauen wie Jutta Speidel haben offenbar kein Problem und sind gut im Geschäft."  Zum Originalkommentar

"Augen auf bei der Berufswahl. Diese Entwicklung ist nicht neu. Frau Kruse hat früher vielleicht selber von dem „Jugendwahn“ profitiert. Rollen für ältere Schauspieler sind immer weniger verfügbar gewesen, wie für jüngere Schauspieler."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Schauspielqualität heute

Mit zwölf Prozent Anteil zweifeln viele Leser an der heutigen Schauspielqualität. Sie werfen Produktionen eine Orientierung an Oberflächlichkeiten und Social-Media-Reichweite vor, anstatt schauspielerisches Können und Authentizität in den Vordergrund zu stellen. Viele ziehen einen Vergleich zur früheren Fernsehlandschaft, in der mehr Charakterdarsteller zum Zug kamen. Die Aussagen im Artikel, etwa zu den Einschaltquoten der Vergangenheit, dienen als Anlass für grundsätzliche Kritik an TV-Produktionen von heute.

"Komisch, in Hollywood spielt immer noch die alte Riege in Filmen mit, wie begehrt waren/sind de Niro, Freeman, Samuel L. Jackson, Helen Mirren usw., als die schon lange die 60 passiert hatten? Man denke auch mal an eine Sandra Bullock, die mit 60 dann 40-Jährige spielt. In GB ist es nicht viel anders, da kommt man erst mit 60 Jahren groß raus. Vielleicht liegt es nur daran, dass die so schauspielerisch begabt ist wie eine Holzpuppe. Wenn man heute die Aufgüsse der Schwarzwaldklinik anschaut, ist das wie ein Horrorstreifen. Dumme Dialoge, schlecht gespielte Rollen und hölzerne Figuren wie in der Augsburger Puppenkiste - obwohl, die sind teilweise lebhafter."  Zum Originalkommentar

"Ist Frau Kruse nicht selber wegen dem Jugendwahn zu ihrer Rolle in der Schwarzwaldklinik gekommen? Oder wollte sie damals die Rolle der Oberschwester Hildegard oder die der Haushälterin von Professor Brinkmann haben? Als Zuschauer stelle ich mir völlig andere Fragen, z.B. warum es kaum noch richtige Charakterdarsteller mit Ecken und Kanten gibt. Schauspieler werden heute neben irgendeinem Promifaktor in vielen Produktionen fast nur noch nach perfekter Optik und nicht nach Talent gecastet, entsprechend dürftig sind die Ergebnisse. Rademann wusste noch, dass zu viel Perfektionismus keine Authentizität schafft, dazu gehörte dann auch die Erscheinung sämtlicher Darsteller. Ich bezweifle auch, dass der einen Silbereisen als Kapitän gewollt hätte."  Zum Originalkommentar

""Einschaltquoten, von denen man heute nur noch träumen könne" weil es eben keine Alternativen gab."  Zum Originalkommentar

Kritik an Rollenklischees

Neun Prozent der Leser beanstanden zu einseitige und klischeehafte Rollen für ältere Frauen im Fernsehen. Sie greifen den Artikelpunkt auf, dass Schauspielerinnen häufig auf Mutter- und Großmutterrollen beschränkt werden und wünschen sich mehr Vielfalt und differenzierte Charaktere. Gleichzeitig diskutieren manche, ob diese Rollenverteilung gesellschaftlich realistisch ist oder gesellschaftliche Vorstellungen von Frauen widerspiegelt. Die Stimmen in diesem Lager fordern mehr Komplexität bei Frauenfiguren und kritisieren das bestehende Rollenbild.

""...ältere Frauen würden meist nur noch als Mütter oder Großmütter besetzt." Das könnte daran liegen, dass Mütter oder Großmütter meist ältere Frauen sind. Nur so eine Vermutung."  Zum Originalkommentar

""ältere Frauen würden meist nur noch als Mütter oder Großmütter besetzt" Nun ja, 80% der 50-jährigen Frauen sind halt Mütter. In der Regel dreht sich dann in dem Alter auch vieles noch um eines oder mehrere Kinder. Die Zeiten, in denen man mit 20 Kinder bekam und die mit 50 aus dem Haus waren, sind vorbei ... und in der "guten alten Zeit" wären Frauen dann mit 50 eben realistischerweise auch schon Großmütter."  Zum Originalkommentar

"Jutta Speidel wiederum beklagte, dass Männer in ihrem Alter selbstverständlich Hauptrollen bekämen, während Frauen kaum noch komplexe Figuren spielen dürften."  Zum Originalkommentar

Kritik an Einfluss von Influencern

Mit zwei Prozent Anteil spricht dieses Segment die Besetzung von Rollen mit Influencern statt ausgebildeten Schauspielern an. Die Leser, die sich hierzu äußern, schließen sich Anja Kruses Kritik an und sehen die Titelvergabe an Social-Media-Persönlichkeiten als ernsthafte Gefährdung für die Qualität im Schauspiel. Laut den Kommentierenden ersetzt Reichweite keineswegs Ausbildung oder Talent – dieser Trend wird mit Skepsis beobachtet. Im Artikel wird dieser Punkt besonders deutlich durch Kruses Äußerungen hervorgehoben.

"Noch schlimmer finde ich die ganzen Influencer, die den ausgebildeten Schauspielern die Rollen wegnehmen. Eine große Reichweite in sozialen Netzwerken ersetze für sie keine schauspielerische Ausbildung. „Sie mögen viele Follower haben, aber mit Qualität vor der Kamera hat das nichts zu tun.“"  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Fünf Prozent der Kommentare lassen sich keiner eindeutigen Perspektive zuordnen. Sie streifen verschiedene Aspekte der Debatte, ohne ein klares Meinungsbild zu hinterlassen. Inhalte reichen von allgemeinen Bemerkungen über andere Schauspieler bis hin zu technologischer Zukunftsmusik – etwa, dass Künstliche Intelligenz künftig menschliche Darsteller ersetzt. Sie beziehen sich selten konkret auf den Artikel.

"Da kann sie sich ja mit Neubauer zusammentun."  Zum Originalkommentar

"Dank KI werden Schauspieler eh bald nicht mehr eingesetzt. Desgleichen geht's in der Musikbranche zu. Konzerte nur noch auf Leinwände. Bands wie ACDC, Metallica usw., die noch live zu sehen sind, sind daher alle immer noch ausverkauft."  Zum Originalkommentar

Ist der Jugendwahn im TV eine Form von Diskriminierung oder schlicht Folge des Berufes? Wie erleben Sie die Darstellung verschiedener Altersgruppen im deutschen Fernsehen? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre persönliche Sicht!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Anja Kruse rechnet mit der Schauspielbranche ab: „Jugendwahn regiert“
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