Hoher Blutzoll für Putin-Armee: Ukraine vereitelt Durchbruch an Kupjansk-Front

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Ein Angriff im Osten der Ukraine wurde zurückgeschlagen. Die ukrainische Armee tötet 80 Prozent der Angreifer. Putins Kontrolle über Kupjansk wackelt.

Kiew – Während in Paris die „Koalition der Willigen“ zu einem weiteren Ukraine-Treffen zusammenkommt, tobt der Krieg in der Ukraine unaufhaltsam weiter. Trotz der stetigen Bereitschaft zu einem Waffenstillstand seitens des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schreitet die Armee des russischen Machthabers Wladimir Putin voran.

Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa

Der russische Vorstoß sei zuletzt jäh zurückgeschlagen worden: Das ukrainische Medium Ukrainska Pravda berichtet von einem vereitelten Angriff im Osten des überfallenen Landes. Gemäß des Berichts konnten die Verteidiger „die Lage im Zuständigkeitsbereich (…) stabilisier(en)“. Bei dem Angriff wurden mindestens 80 Prozent der Angreifer getötet. Für den Kremlchef dürfte dies in doppelter Hinsicht einen Verlust darstellen.

Putins Verluste im Ukraine-Krieg: Selenskyjs Truppen triumphieren im Donbass

Wie Ukrainska Pravda berichtet, hätten sich russische Streitkräfte nördlich des Dorfes Novoplatonivka aufgehalten. Von dort aus haben die Truppen unter Nutzung einer Gaspipeline gewagt, einen Angriff auf die Front in Kupjansk durchzuführen. Soldaten der separaten Luftmobilbrigade Dnipro des Schnellreaktionskorps der Ukraine hätten die Offensive jedoch früh erkannt – und gestoppt.

Wie das Medium weiter berichtet, wurden bei der Verteidigung mindestens 40 der 50 angreifenden Soldaten getötet. Noch immer würden kleine Gruppen russischer Soldaten im Zuständigkeitsbereich der Luftmobilbrigade operieren. Wohl mit dem Ziel, ukrainische Stellungen zu infiltrieren. „Die Aktionen der russischen Streitkräfte stehen unter ständiger Kontrolle der Verteidigungskräfte“, zitiert das Online-Medium. Noch Ende des vergangenen Jahres behauptete der russische Präsident, Kupjansk sei vollständig unter Kontrolle. Nach Kiewer Militärangaben haben ukrainische Truppen den größten Teil der Stadt zurückerobert.

Putin siegessicher im Ukraine-Krieg: „Der Ball liegt ganz klar bei unseren westlichen Gegenspielern“

Der Osten der Ukraine ist für Wladimir Putin von großem Interesse: Seine Regierung verlangt, dass die Ukraine sich aus dem Donbass, damit inbegriffen die Gebiete Donezk und Luhansk zurückzieht. Bei der Jahreskonferenz zum Ende des Jahres 2025 behauptete er vehement, dass Kupjansk im Gebiet Charkiw unter russischer Kontrolle sei. Weiter versprach er dem russischen Volk, „bis Ende dieses Jahres (2025) Zeugen weiterer Erfolge unserer Streitkräfte“ zu werden.

Die Zweifel an den Darstellungen Putins wurden besonders durch eine Aktion des ukrainischen Präsidenten geschürt: Wohl in der Absicht, die Propaganda des Kremls zu entlarven, nahm Selenskyj ein Video im umkämpften Kupjansk auf und zeigte sich – bis auf eine Weste – offen in der Stadt. Bei der Jahreskonferenz blieb Putin jedoch bei seinen Darstellungen und nannte die Aufnahme Selenskyjs eine Inszenierung. Bei der Konferenz beteuerte Putin weiter, dass Russland zu einer friedlichen Lösung des Konflikts bereit sei, wenn in der Vergangenheit dargelegten Forderungen erfüllt würden. Die russischen Forderungen umfassen neben einem Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbass auch eine Regierungskontrolle und Demilitarisierung der Ukraine.

Weiter erklärte der 73-Jährige: „Der Ball liegt ganz klar bei unseren westlichen Gegenspielern, sagen wir, beim Chef des Kiewer Regimes und in dem Fall vor allem bei dessen europäischen Sponsoren“. Damals hatte der Kreml eine Waffenruhe über Weihnachten abgelehnt: „Wir wollen Frieden, wir wollen keine Waffenruhe“, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge.

Ukraine-Verhandlungen in Paris: Ankündigungen, die „das Militärgeheimnis zu sagen erlaubt“

Putins „westliche Gegenspieler“ treffen sich heute zur Beratung konkreter Pläne für Sicherheitsgarantien in Paris: Gemäß der Nachrichtenagentur AFP, habe man sich bereits auf die konkreten Einzelheiten „dieser Sicherheitsgarantien geeinigt“, wie aus dem französischen Präsidialamt zitiert wird. In Paris solle angekündigt werden, „was das Militärgeheimnis zu sagen erlaubt“, hieß es weiter. Nach französischen Angaben geht es unter anderem um die Frage, inwiefern ein möglicher Waffenstillstand an der 1400 Kilometer langen Kontaktlinie überwacht werden soll.

Dies solle nicht durch Soldaten geschehen, sondern vor allem durch Drohnen und Satelliten. Mögliche Verletzungen des erhofften Waffenstillstands müssten anschließend bewertet werden, um eine angemessene Antwort zu finden. Das Präsidialamt erinnerte auch daran, dass es nach der Annexion der Krim-Halbinsel 2014 täglich Meldungen über Verletzungen des Waffenstillstands gegeben habe. Auch die geplante multinationale Truppe soll Thema der Gespräche sein. Diese solle der Rückversicherung der Ukraine dienen. Die erste Sicherheitsgarantie bleibe allerdings die ukrainische Armee selbst.

Es ist das erste Mal seit vergangenem März, dass die 35 Mitglieder der Koalition wieder vollständig und persönlich zusammenkommen. 27 Staats- und Regierungschefs werden erwartet, darunter auch Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz. Aus den USA reisen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zu dem Treffen an. AFP zitiert das Präsidialamt im Elysée-Palast, dass auf Zeichen für die „Wiederannäherung“ zwischen der Ukraine, Europa und den USA gehofft wird. Ob diesem „Zeichen“ womöglich Themen, wie die kürzliche US-Entführung von Nicolás Maduro im Wege stehen könnten, bleibt abzuwarten. (Quellen: Ukrainska Pravda, AFP, dpa, frühere Berichterstattung) (kox)

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